Normal war gestern – wie die Coronakrise unser Leben verändert – Top News

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Karin Bültmann, 52, ist Intensiv-Krankenschwester mit Leib und Seele, seit sie mit 18 Jahren in den Beruf eingestiegen ist.

Heute koordiniert sie als Bereichsleiterin über 100 Pflegende auf den Intensivstationen A und B des Krankenhauses Barmherzige Brüder in München.

Die Intensivstation A ist seit Mitte März mit Covid-19 Patienten belegt.

Die 16 Betten dort waren vor allem in den ersten Wochen stets voll ausgelastet.

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Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind für alle spürbar.

Für einige sind die Folgen gravierend – von psychischem Druck bis zu plötzlicher Arbeitslosigkeit.

Drei persönliche Beispiele im Porträt.

Kontaktverbote, Ausgangsbeschränkungen, eine tiefgreifende Wirtschaftskrise – der Alltag hat sich seit Mitte März drastisch verändert.

Wir haben drei Menschen zwei Monate durch ihr Leben begleitet.

Eine Intensivkrankenschwester, einen Spitzenpolitiker und eine junge Frau, die arbeitslos geworden ist.

Daraus ist ein Audiotagebuch entstanden, das zeigt, wie sehr die Coronakrise unseren Alltag und unsere Arbeit selbst bis ins letzte Detail verändert hat.

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Bis Ende April versorgte das Krankenhaus Barmherzige Brüder 100 positiv getestete Covid-19-Patienten, 32 davon auf der Intensivstation.

18 Patienten konnte das Team aus Pflegenden und Ärzten nicht retten.

Die letzten Wochen sind an niemandem spurlos vorübergegangen, sagt Karin Bültmann:

“Bei uns wird keiner alleingelassen”

“Kommunikation ist wirklich alles.

“Ich will so professionell wie möglich sein.

Die meisten Covid-Patienten auf der Intensivstation werden beatmet oder mit einer Herz-Lungen-Maschine versorgt und dabei sediert.

Die Pflegekräfte arbeiten in Zwölf-Stunden-Schichten.

Das ist kräftezehrend, denn die Intensivpflege ist anspruchsvoll.

Karin Bültmann und ihr Team müssen sehr wachsam sein, denn der Zustand von Covid-19 Patienten ist oft instabil und kann sich rapide verschlechtern.

Das Krankheitsbild ist für Ärzte und Pflegende neu.

Wenn der Bundestag zusammentrifft, gelten auch hier die strengen Abstandsregeln, die für alle gelten.

Auch die Pflege von Kontakten muss Lars Klingbeil auf ein Mindestmaß reduzieren.

Ihm fehlen die persönlichen Treffen zunehmend.

Und er steht unter Druck: Als Bundestagsabgeordneter ist es an ihm, die Beschlüsse der Großen Koalition in seinem niedersächsischen Wahlkreis zu vertreten.

“Kommunikation ist wirklich alles”, sagt er.

Doch Bürgersprechstunden kann er nur online abhalten und auch die Parteibasis kann er nur eingeschränkt treffen.

Einen kleinen regionalen Parteitag zur Coronakrise zum Beispiel gibt es nur digital.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind für alle spürbar.

Für einige sind die Folgen gravierend – von psychischem Druck bis zu plötzlicher Arbeitslosigkeit.

Drei persönliche Beispiele im Porträt.

Lars Klingbeil, 42, ist in der SPD als Generalsekretär und Bundestagsabgeordneter dafür verantwortlich, dass die Partei auch in dieser Zeit des Ausnahmezustands gut gemanagt wird.

Anstatt wie sonst sehr viel unterwegs zu sein, steuert Klingbeil nun viel vom Schreibtisch aus, telefoniert mit Ministerinnen und Ministern anstatt sie zu sehen.

Politik wird seit Mitte März vor allem in Schaltkonferenzen und online gemacht.

Katharina Deichsel hatte gerade eine neue Stelle in einem Start-Up angetreten.

Doch wegen des Corona-Lockdowns konnte das Unternehmen sie nach Ablauf der sechsmonatigen Probezeit nicht übernehmen.

Über Nacht brach ihre Haupteinkommensquelle weg.

Ihre ersten Wochen der Coronakrise sind geprägt von Telefonaten mit dem Jobcenter und dem Versuch, finanziell zu überleben.

Katharina Deichsel verbringt viel Zeit in telefonischen Warteschleifen.

Doch mit viel Geduld kommt sie weiter und das Jobcenter erweist sich in der Krise als hilfsbereit und unbürokratisch.

Gleichzeitig begibt sie sich auf Jobsuche.

Es fällt ihr nicht leicht, sich in der Krise selbst zu motivieren.

Die Isolation zehrt.

Offene Stellen sind rar.

In den Online-Jobbörsen sind jetzt vor allem Kraftfahrer, Saisonkräfte oder Hilfsarbeiter gesucht.

Aber es gibt einen Lichtblick: Sie wird zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Doch auch das ist in Corona-Zeiten alles andere als normal.

Normal war gestern – wie die Coronakrise unser Leben verändert

Alle drei beschreiben ihr Leben in Sprachnachrichten und Telefoninterviews, zu hören in der radioReportage.

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