Papst spendet Sondersegen: “Alle sitzen in einem Boot” – Top Meldungen

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Mit einer historisch beispiellosen Geste hat Papst Franziskus auf die Corona-Pandemie reagiert. Am Freitagabend spendete er auf den Stufen des Petersdoms den Segen “Urbi et Orbi” und bat um die Hilfe Gottes in der Notlage.

Im Vatikan hat die Corona-Krise zu einem einzigartigen Moment geführt: Papst Franziskus spendete am Freitag den Segen “Urbi et Orbi” (der Stadt und dem Erdkreis) vor einem verwaisten Petersplatz. Zugleich erteilte Franziskus den virtuellen Zuschauern die Generalabsolution. Es war das erste Mal, dass ein Papst den Segen außerhalb von Weihnachten oder Ostern erteilte.

Der Segen wurde im Internet live in acht Sprachen, darunter auch Chinesisch und Arabisch, übertragen. Zudem richtete der Vatikan einen Kanal in Gebärdensprache ein – eine weitere Premiere in Zeiten der Corona-Krise.

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Dieser Freitag war für Italien der schwärzeste Tag in der Corona-Krise. Der Zivilschutz meldete 919 Tote. Wegen der Ausgangsbeschränkungen blieb der Petersplatz, auf dem sich sonst Zehntausende versammeln, für Gläubige gesperrt. Radio- und Fernsehanstalten aus aller Welt sowie vatikanische Medien übertrugen die Zeremonie live. Franziskus wertete die Situation als eine Krise, die falsche Gewissheiten und Prioritäten der Weltgesellschaft aufdecke. Dabei verwies er auf Allmachtsdenken, Gewinnsucht und Rücksichtslosigkeit gegenüber Schwachen und ökologischen Ressourcen. “Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden”, sagte der Papst.

Zu Beginn der Feier stieg der 83-Jährige allein die Stufen des Petersdoms empor. An den Seiten des Hauptportals waren ein mittelalterliches römisches Kruzifix aufgestellt, das an das Ende der Pest 1522 erinnert, und die Marienikone “Salus populi Romani”. Beide Bildnisse werden von Gläubigen in persönlichen Nöten aufgesucht. Franziskus hatte sie am 15. März im Rahmen einer privaten Wallfahrt besucht, um ein Ende der Pandemie zu erflehen.

In seiner Ansprache würdigte der Papst diejenigen, die sich für eine Überwindung der Krise einsetzten. Ausdrücklich nannte er Ärzte und Krankenschwestern, aber auch Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuer, Transporteure, ehrenamtliche Helfer und Geistliche.

Es seien viele, “die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet”. Besonders Eltern und Erzieher zeigten Kindern, “wie sie einer Krise begegnen und sie durchstehen können”. Viele Menschen übten sich in Geduld, verbreiteten Hoffnung und seien darum besorgt, keine Panik zu verbreiten, sondern Mitverantwortung zu fördern, so Franziskus. Anschließend betete der Papst lange vor der Marienikone und dem Kruzifix sowie vor dem Allerheiligsten, einem Schaugefäß mit einer geweihten Hostie, in der nach katholischer Lehre Christus gegenwärtig ist.

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