Pest, Cholera, Lepra – wie Bayern früher mit Infizierten umging – Top Meldungen

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Die Corona-Krise bestimmt unseren Alltag. Für alle eine völlig neue Erfahrung. Doch über Jahrhunderte waren Seuchen wie Pest, Cholera oder Lepra für die Menschheit ein steter Begleiter. Oft wurden die Erkrankten aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

So steht es in einer Nürnberger Stadtchronik über das Pestjahr 1562. Bettina Pfotenhauer ist Archivarin am Stadtarchiv München und forscht zur Gesundheitsgeschichte. Weil man damals keine Ahnung hatte, wie man mit der Pest umgehen sollte, seien viele Personen, die das konnten aus der Stadt geflohen, z.B. der Herzog ist aus München geflohen oder auch viele Ratsherren, erklärt sie.

“Aber bestimmte Personen mussten in der Stadt bleiben, etwa Ärzte, die dazu verpflichtet waren, in der Stadt zu bleiben”, so Pfotenhauer weiter. Aber eigentlich sei für die Menschen in der damaligen Zeit das einzig wirklich wirksame Mittel die Flucht gewesen. “Aber das konnten sich nur bestimmte Bevölkerungsgruppen leisten.”

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Seuchen haben für die Menschen damals zum Leben dazugehört, sie waren etwas Alltägliches. Und sie galten als Strafe Gottes. Weil man es nicht besser wusste, dachte man, sie entstünden durch giftige Dämpfe in der Luft und im Boden, sogenannte Miasmen.

War eine Seuche erstmal in der Stadt, gab es keine Ausgangsbeschränkungen wie heute, sondern Zugangsbeschränkungen, sagt Fritz Dross, Medizinhistoriker an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Zunächst seien die Stadttore geschlossen worden, weil die Menschen von außen nicht mehr in die Stadt hineinsollten. Erst danach, wenn sich die Angelegenheit verschlimmert habe, seien andere Maßnahmen der “Verschließung” ergriffen worden: “Das heißt, die Pestkranken werden eben in ein Pesthaus gebracht oder aber, und gerne funktionierten beide Strategien auch parallel, die Häuser wurden verschlossen”, erläutert der Historiker.

Denn auch wenn man die Ursachen für die Pest nicht kannte, Quarantäne war schon damals ein wirksames Mittel. Die Infizierten mussten 40 Tage zuhause bleiben.

Daher übrigens auch das Wort Quarantäne: “quaranta” im italienischen vierzig. Die Eingeschlossenen mussten aber natürlich trotzdem versorgt werden.

Die Münchner Archivarin Pfotenhauer berichtet von Quellen, dass in der Stadt München ein vierköpfiges Gremium von der Stadtspitze bestellt worden war, das dafür zuständig war, die Personen mit Lebensmitteln zu versorgen, die in Quarantäne waren. Es sei auch ganz klar so geregelt gewesen, dass diejenigen, die sich das leisten konnten, diese Lebensmittel bezahlen mussten. Während die Kosten bei den Armen, die sich das nicht leisten konnten, von der Stadt übernommen worden seien.

Überhaupt seien sich die städtischen Obrigkeiten sehr früh ihrer Verantwortung für die Bevölkerung bewusst gewesen, so Bettina Pfotenhauer. Laut Quellen gab es in München schon 1318 die ersten Ärzte und Apotheker, die von der Stadt bezahlt wurden.

Auch die Leprakranken wurden in städtischen Einrichtungen versorgt. Bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts gab es sogenannte Leprosenhäuser. Die waren auch nötig, denn Leprakranke haben ihre Rechte als Stadtbürger verloren und waren auf Almosen angewiesen, so der Erlanger Geschichtsprofessor Dross.

Und sie sollten für jeden sofort erkennbar sein. Schwarzer Umhang, spitzer schwarzer Hut und ein Glöckchen, damit andere Menschen rechtzeitig gewarnt waren – das war die “Uniform” eines Leprakranken.

Wer es sich leisten kann, flieht vor der Pest

Zugangsbeschränkungen statt Ausgangsbeschränkungen

Stadttore schließen, dann Kranke isolieren

Quarantäne schon früher wirksam

Versorgung während der Quarantäne

Leprakranke mussten in Aussätzigenhäuser

Pest, Cholera, Lepra – wie Bayern früher mit Infizierten umging

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