Rassismus in Bayern: Betroffene erleben ihn jeden Tag – Top News

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Alltagsrassismus.

Oft sind es subtile Blicke und Sprüche hinter vorgehaltener Hand.

Manchmal ist es auch der Platz in der U-Bahn, der frei bleibt, weil sich keiner neben einen setzen will.

Dann gibt es offene Pöbeleien, Verfolgungen und brutale Überfälle.

Rassistische Bemerkungen und Übergriffe erlebt auch Tom immer wieder.

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Er lebt seit sechs Jahren in München.

Er hat Familie, möchte aus Angst anonym bleiben.

“Alltagsrassismus ist weit verbreitet in Bayern”, sagt Tom.

“Er ist normal geworden.

Alltagsrassismus in Bayern ist normal, sagen Betroffene.

In Berlin stellt heute die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ihren Jahresbericht 2019 vor.

Auch viele Bundesländer haben so eine Anlaufstelle.

Bayern aber nicht.

Nach dem brutalen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA ist die Diskussion um Rassismus neu entbrannt – nicht nur in Amerika.

Auch in Deutschland und in Bayern.

Der Bund und viele Bundesländer haben bereits eine Antidiskriminierungsstelle eingerichtet.

Bayern aber noch nicht, obwohl dies schon oft gefordert wurde.

!

Simon Pearce, Schauspieler, Comedian und gebürtiger Münchener mit nigerianischen Wurzeln, ist mit Rassismus groß geworden.

Er erlebt Diskriminierungen im Alltag immer wieder.

Oft nimmt der 39-Jährige es mit Humor, bringt es dann auch auf die Bühne, aber manchmal reicht es ihm auch, erzählt er bei einem Spaziergang an der Isar.

“Oft ist es ja so, dass die Leute, die an einem vorbeigehen, irgendwas in sich hineinmurmeln.

Dann hört man nur ‘Drecks-N.

.

.

‘.

Ich gehe dann nochmal hinterher und frage: entschuldigen Sie, ich hab’s ganz schlecht verstanden.

Was haben Sie gesagt?! Dann werden die meist nervös, weil die direkte Konfrontation dann doch nicht wollen.

Aber dann rede ich mit denen.

Eine Ärztin beleidigte Tom: Ich hasse die Leute aus deinem Heimatland

Schauspieler und Comedian Simon Pearce wehrt sich gegen Rassismus

In Münchner Beratungsstelle Before hat Zahl der Fälle zugenommen

Forderung nach zentraler Antidiskriminierungsstelle in Bayern

Einmal hatte Tom einen Termin in einer Radiologiepraxis in München.

Die Ärztin fragte ihn die meiste Zeit nach seiner Herkunft aus, fing an, ihn zu beleidigen.

Ihre rassistischen Äußerungen gipfelten schließlich in der Bemerkung, dass sie die Leute aus seinem Heimatland hasst.

Tom war geschockt, beschwerte sich beim Chef der Praxis.

Der nahm den Vorfall nicht ernst, verteidigte die Kollegin, berichtet Tom.

Alltagsrassismus in Bayern ist normal, sagen Betroffene.

In Berlin stellt heute die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ihren Jahresbericht 2019 vor.

Auch viele Bundesländer haben so eine Anlaufstelle.

Bayern aber nicht.

Nimet Gökmenoglu betreut seit Jahren Rassismus-Opfer in der Münchner Beratungsstelle für Betroffene von rechter und rassistischer Gewalt “Before”.

Sie stellt fest: Die Fälle nehmen von Jahr zu Jahr zu.

“Alltagsrassismus hat sich mittlerweile normalisiert.

Wenn man nicht mehr weiß, wenn aus diesen Worten und permanenten Verletzungserfahrungen auch Taten werden, dann ist es recht schwierig, aus dieser Angstsituation auch rauszukommen.

Hat Bayern ein Rassismus-Problem? Nein, sagt Schauspieler Simon Pearce.

Deutschland hat das Problem.

Für ihn als Betroffenen sei es einfach anstrengend, wenn ihm seit Jahren jeden Tag seine Herkunft abgesprochen werde.

Dabei sei seine Heimat Bayern.

“Nicht nur der direkte Rassismus nervt, sondern auch dass die Leute nicht glauben, dass das wirklich passiert und dass es sich auch schlimm anfühlt.

Wenn’s einmal passiert, ist es nicht schlimm.

Aber die Masse macht es, jeden Tag macht es mühselig.

” Sein Appell: miteinander reden, nicht übereinander.

Simon Pearce hat die Hoffnung, dass sich etwas ändern wird.

Durch den gewaltsamen Tod von George Floyd und die Demos in Bayern und auf der ganzen Welt sind die Menschen wachgerüttelt.

Seit langem fordern Verbände und die Grünen, eine Antidiskriminierungsstelle in Bayern zu schaffen.

Das lehnt die Staatsregierung aber ab.

Aus dem zuständigen Familienministerium heißt es dazu: Eine zentrale Antidiskriminierungsstelle würde kostenintensive Doppelstrukturen schaffen, da die Aufgaben bereits von bestehenden Koordinierungsstellen abgedeckt werden.

Rassismus in Bayern: Betroffene erleben ihn jeden Tag

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