Sachverständigenrat: Corona trifft Wirtschaft ins Mark – Top Meldungen

0

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage sagt Deutschland zwar eine Rezession voraus, bleibt insgesamt aber zunächst optimistisch. Im besten Fall werde Deutschland diese Krise gut überstehen.

In seinem Sondergutachten zur Corona-Pandemie hat der Sachverständigenrat drei Szenarien vorgestellt, wie sich das Bruttoinlandsprodukt entwickeln könnte. In Bildern ausgedrückt sind ein V, ein ausgeprägtes V oder ein langes U möglich.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Nach allen Daten zur Ausbreitung des Corona-Virus und der damit verbundenen wirtschaftlichen Entwicklung erwartet der Sachverständigenrat im zweiten Quartal dieses Jahres zwar einen ordentlichen Einbruch, die Wirtschaft wird sich aber schon im Herbst wieder erholen. In dieser Berechnung wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,8 Prozent sinken.

Der Einbruch wäre bildlich gesprochen ein normales V: Es geht schnell runter, aber auch schnell wieder hoch. Die Forscher sagen in diesem Szenario voraus, dass es im kommenden Jahr sogar zu Aufholeffekten kommen würde, die das Wachstum auf 3,7 Prozent ansteigen lassen würden.

Grundlage dieser Berechnung sind ein fünfwöchiger Shutdown und eine dreiwöchige Erholung. Der Sachverständigenrat hält dieses Szenario für das wahrscheinlichste.

Wenn es in Deutschland zu einem längeren Produktionsstillstand käme oder die einschränkenden Maßnahmen länger andauern als derzeit geplant, würde das die Volkswirtschaft weitaus härter treffen. Die Wirtschaftsleistung könnte um 5,4 Prozent sinken. Die Experten gehen aber auch in diesem Szenario davon aus, dass sich die Wirtschaft nach dem tiefen Tal kräftig erholt. Bildlich gesprochen wäre das ein ausgeprägtes V: Es geht schnell runter und etwas langsamer wieder hoch. Im kommenden Jahr würde das BIP nach diesen Berechnungen um 4,9 Prozent wachsen.

Grundlage für diese Berechnung sind ein siebenwöchiger Shutdown und eine fünf Wochen lange Erholung.

Im schlechtesten Fall rechnen die Wirtschaftsexperten mit einer länger andauernden Krise. Wenn die Einschränkungen für das öffentliche Leben und die Wirtschaft über den Sommer hinaus andauern, dann droht dem BIP ein Einbruch um 4,5 Prozent. Wenn es großflächig zu Insolvenzen und Entlassungen kommt, würde das auch zum Rückgang der Konsumausgaben führen. Am Ende wären auch die Finanzmärkte und das Bankensystem betroffen. Die Wirtschaftsleistung würde in einem solchen Szenario im nächsten Jahr nur um 1,1 Prozent wieder ansteigen.

Bildlich gesprochen gehen die Experten hier von einem langen U aus: Es geht relativ schnell runter, verharrt dann am Boden, und es dauert auch lange, bis die Linie wieder nach oben steigt.

Der Staat habe eine außergewöhnliche Leistung vollbracht, sagt Achim Truger, Professor für Sozioökonomie. Er ist seit einem Jahr Mitglied des Sachverständigenrats. Die Experten begrüßen die Maßnahmen der Politik ausdrücklich, sei es das Kurzarbeitergeld, Liquiditätshilfen oder Steuerstundungen. Das alles sei richtig und wichtig. Staatsbeteiligungen an Unternehmen sehen die Sachverständigen nur als “ultima ratio”.

Man dürfe sich jedoch vor allem bei kleineren Unternehmen und Solo-Selbständigen nichts vormachen, so Truger. Für die Kleinunternehmer werde diese Krise schwierig, für sie seien die finanziellen Zuschüsse besonders wichtig.

Professor Volker Wieland hat lange für die US-Notenbank gearbeitet, er ist Experte für Geldtheorie und seit 2013 Mitglied des Sachverständigenrates. Für seine Botschaft heute wählte er bewusst einen drastischen Vergleich: “Es ist nicht wie in einem Krieg, in dem der Kapitalstock zerbombt ist oder die Arbeiter an der Front sind.”

Sobald die Maßnahmen zur Beschränkung des öffentlichen Lebens aufgehoben werden, könne die Produktion wieder voll hochgefahren werden. Es gehe hier nicht um massive strukturelle Verwerfungen. Sollte das normale Wirtschaftsleben allerdings “ein halbes bis dreiviertel Jahr aussetzen”, dann sähe die Lage anders aus. Davon gehen die Experten aber nicht aus.

!

Szenario 1: Ein normales “V”

Szenario 2: Ein ausgeprägtes “V”

Szenario 3: Ein langes “U”

Sachverständigenrat begrüßt Maßnahmen der Bundesregierung

“Es ist nicht wie in einem Krieg”

Sachverständigenrat: Corona trifft Wirtschaft ins Mark

Share.

Leave A Reply