Schließung wegen Corona macht Tierparks zu schaffen – Top Meldungen

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Bis zum 19. April müssen auch Zoos und Tiergärten in Bayern geschlossen bleiben. Doch einfach zumachen geht nicht. Die Tiere müssen schließlich weiter versorgt werden. Es fehlen allerdings Einnahmen, um die Löhne der Angestellten weiter zu zahlen.

Durch die wegen der Corona-Pandemie erlassenen Schließungen fehlen den Zoos und Tierparks überlebenswichtige Einnahmen, mit denen die Löhne der Angestellten und das Futter für die Tiere bezahlt werden können. Mit Mindereinnahmen in Höhe von 1,5 Millionen Euro rechnet zum Beispiel der Tiergarten Nürnberg. Einnahmen in dieser Höhe hätte man durchschnittlich in der Zeit bis nach Ostern erwarten können, sagt der stellvertretende Direktor Helmut Mägdefrau.

Wie man die Ausfälle ersetzen will, wisse man noch nicht. Es gebe zwar Rücklagen, mit denen man aber eigentlich ein neues Giraffenhaus und verschiedene Stallungen finanzieren wollte. Vielleicht gebe es ja noch irgendeinen Fördertopf, oder man müsse einen Kredit aufnehmen, meint Mägdefrau. Eine Sorge hat man jedenfalls nicht: Das Personal wird von der Stadt bezahlt, die den Tiergarten als öffentliche Einrichtung betreibt und unterhält. Von ihr bekommt der Tiergarten regelmäßige Zuschüsse.

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Mit fehlenden Einnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro rechnet Rasem Baban, der Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn. Jeden Tag habe der Zoo fixe Kosten in Höhe von 50.000 Euro, an denen man kaum etwas einsparen könne. Man könne die Tiere ja nicht auf halbe Ration setzen. Kurzarbeit für die Beschäftigten sei noch kein Thema, man baue gerade Überstunden ab und könne auch die Gleitzeitkonten erstmal ins Minus laufen lassen.

Die Tierpfleger und –Pflegerinnen arbeiten derzeit im Zwei-Gruppen-System, alle vier Tage im Wechsel, ohne dass die beiden Gruppen miteinander in Kontakt kommen. Wenn man nach dem 19. April wieder öffnen könne, käme man mit einem tiefblauen Auge davon, meint Baban. Am Ende müsse man vielleicht auf die Stadt München zugehen. Sie ist Hauptaktionär der Tierpark Hellabrunn AG. Bisher habe die Landeshauptstadt in schwierigen Zeiten immer geholfen, so der Zoodirektor.

Der Augsburger Zoo ist zwar eine hundertprozentige Tochter der Stadt, hat aber als GmbH einen eigenen Haushalt und bekommt von der Stadt lediglich einen fixen Betriebskostenzuschuss, der in den letzten 30 Jahren eher reduziert wurde. Alle Kosten müssen von der GmbH getragen werden, so Geschäftsführerin Barbara Jantschke. Sie rechnet deshalb bis zum 19. April mit Mindereinnahmen von mindestens 700.000 Euro, die sie irgendwie selbst stemmen müsse.

Solange man keine Unterstützung durch externe Institutionen bekomme, etwa aus der Politik, könne man die Ausfälle nicht abfangen, sagt Jantschke. Kreditaufnahmen wären für sie nur eine letzte Option, da der Schuldendienst den Zoo für die nächsten Jahre in seiner Entwicklung ausbremsen würde.

Ganz anders schaut es beim Zoo in Hof aus. Für seine 500 Tiere bekommt er nur von November bis Februar einen städtischen Zuschuss, um den kalten Winter mit wenigen Besuchern zu überstehen. Getragen wird er von der Zoologischen Gesellschaft Hochfranken 1907 e.V.

Als Verein hat sie keine Möglichkeiten, Rücklagen zu bilden. Auch mit Krediten aus den Corona-Förderprogrammen schaut es deshalb schlecht aus. Der Tierpark ist vor allem auf Spenden angewiesen, hat dafür auch bereits Aufrufe gestartet.

Wenn nach dem 19. April wieder Besucher kommen dürften, könnte man den April mit Hängen und Würgen überstehen, so die Zoo-Leiterin Sandra Dollhäupl. Sie könne jetzt nur hoffen, dass die Besuchsbeschränkungen gelockert würden. Denn schließlich wäre gerade in diesen Zeiten ein Ausflug in den Zoo eine willkommene Abwechslung für die Menschen.

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Fixkosten von 50.000 Euro pro Tag

700.000 Euro Mindereinnahmen in Augsburg

Keine Rücklagen in Hof

Schließung wegen Corona macht Tierparks zu schaffen

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