Schwierige Heimreise: Die Odyssee einer Familie aus Münchberg – Top Meldungen

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In Zeiten der Corona-Krise ist Reisen alles andere als einfach. In Myanmar sitzen circa 300 Deutsche fest. Darunter auch eine dreiköpfige Familie aus Münchberg. Die Informationslage ist schwierig, die Unterstützung des Auswärtigen Amtes rudimentär.

Eine Familie aus dem oberfränkischen Münchberg wollte einfach nur Urlaub machen. Daniel, seine Frau Zin und seine acht Monate alte Tochter Nadia waren Ende Januar von München aus nach Westaustralien gestartet, um dort Freunde zu besuchen. Anschließend ging es für zehn Tage nach Thailand, Ende Februar reisten sie dann nach Myanmar, um dort Familienangehörige zu besuchen. Eigentlich sollte es noch eine Woche auf die Malediven gehen. Als wegen der Corona-Krise der Flug dorthin gestrichen und das Hotel storniert wurde, beschloss die Familie schnellstmöglich nach Deutschland zurückzukehren. Sie fuhren nach Rangun, der größten Stadt Myanmars. Die Odyssee begann.

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Die Informationslage in Myanmar gestaltete sich schwierig. Daniel ergatterte für vergangenen Montag One-Way-Flüge mit Thai Airways für insgesamt 2.200 Euro. Dass man dafür ein Attest vorlegen muss, hatte die Airline der Familie nicht mitgeteilt. Das Auswärtige Amt teilte ihnen mit, es müsse ein Test sein, der bescheinige, dass man symptomfrei sei. Dieses Zertifikat dürfe maximal 72 Stunden alt sein. Dazu eine Bestätigung der Krankenversicherung. Daniel lies sich und seine Familie ärztlich checken und besorgte das Attest, 48 Dollar pro Person, auch für das Baby. Doch am Tag des Rückfluges teilte man ihnen mit, durch neue Vorgaben thailändischer Behörden müsse nun ein vollständiger Corona-Test vorgelegt werden. Die Familie durfte nicht mitfliegen. Das Problem: In Myanmar werden nur Menschen mit Symptomen getestet. Ein solcher Test war also nicht zu bekommen.

Daniel hat sich bei verschiedenen Rückholaktions-Portalen angemeldet, auch bei dem des Auswärtigen Amtes. Wie die deutsche Botschaft in Rangun auf ihrer Website mitteilt, sitzen derzeit (Stand: 26.3., 10 Uhr) rund 300 “ausreisebereite” Deutsche in Myanmar fest. Man solle sich allerdings nicht darauf verlassen, dass die Botschaft letztlich eine Rückreise organisieren könne. Die Menschen sollten sich stattdessen selbst um die Rückreise kümmern.

Die Bundesregierung hat bis zu 50 Millionen Euro bereitgestellt, die für Rückholungen aus Ländern bestimmt sind, in denen keine anderen Rückreisemöglichkeiten mehr bestehen. Daniel findet: zu wenig. Am Boden in Rangun seien genügend Flugzeuge und Piloten und die Menschen müssten das Geld ja ohnehin ans Auswärtige Amt zurückbezahlen. Informationen der Behörde, wie hoch die Kosten für eine Rückholaktion wären, gebe es nicht. Wenn das bekannt wäre, dann könnten die Menschen abschätzen, ob es sich lohne für Wucherpreise auf eigene Faust nach Hause zu fliegen.

Um den besten Informationsaustausch kümmern sich die Reisenden mittlerweile selbst: Daniel und andere Deutsche, die sich am Flughafen getroffen haben, helfen sich gegenseitig in einer Whatsapp-Gruppe.

Seit einer Woche sitzen Daniel und seine Familie nun in Rangun fest und versuchen Rückflüge zu bekommen. Für diesen Sonntag hat es endlich geklappt. Die Familie fliegt nach Bangkok und weiter mit Katar-Airways nach Doha. Von dort dann nach München. Das ganze kostet weitere 2.400 Euro. Auf Druck europäischer Länder muss nun kein Corona-Test mehr für die thailändischen Behörden vorgelegt werden, sondern nur noch ein gewöhnliches Fit-to-Fly-Zertifikat. Die Regelung gilt zunächst bis Ende des Monats. Klappt der Flug nicht, dann sind Daniels finanzielle Mittel aufgebraucht – und die Familie muss auf eine Rückholaktion des Auswärtigen Amtes hoffen.

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