So schwärmt Autor Jordi Puntí von Fußballstar Lionel Messi – Top News

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Zudem hat Messi alles gewonnen, was man im Fußball gewinnen kann – naja, zumindest im Vereinsfußball.

Mit der argentinischen Nationalelf dagegen fällt die Bilanz ernüchternd aus: Dreimal zog das Team bei Weltmeisterschaften den Kürzeren gegen Deutschland.

Zweimal im Viertelfinale, einmal, 2014, im Endspiel.

“Die Gesamtschau seiner Auftritte mit der Albiceleste hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

(…) Tatsache ist, dass in Argentinien die übertriebenen Erwartungen, die sich auf diesen Jungen vom FC Barcelona richteten, mit der Zeit in immer größere Enttäuschung umschlugen”, schreibt Jordi Puntí in seinem schlicht “Messi” betitelten Werk.

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Doch solche Anmerkungen zu Messis Fehlbarkeit bleiben in dem Buch eher Randnotiz.

“Messi wäre so oder so Messi geblieben.

Auch ohne den Rivalen in Madrid hätte er Tore geschossen, Rekorde gebrochen.

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) Ronaldo dagegen wurde dank Messi noch mehr zu Ronaldo”, heißt es.

Man muss kein ausgemachter Cristiano Ronaldo-Fan sein, um es ein bisschen peinlich zu finden, wie Jordi Puntí alles unternimmt, um Lionel Messi als den alle überstrahlenden Fußballgott zu verherrlichen.

Selbst Schwächen werden ins Gegenteil verkehrt.

Zu Messis eher durchwachsener Bilanz vom Elfmeterpunkt schreibt Puntí, Messi sei schlichtweg zu gut für so etwas Profanes wie einen Elfer.

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Manche vergleichen seine Kunst mit Mozart, andere mit Picasso.

Unbestritten ist: Lionel Messi gehört zur Spitze der Weltfußballer.

Der katalanische Autor Jordi Puntí hat ihm eine Stilkunde gewidmet – aber der hätte weniger Schwärmerei gutgetan.

Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: Noch ist Lionel Messi nur ein Jungspund aus dem argentinischen Rosario, den sie damals wegen seiner geringen Körpergröße “La Pulga”, also “den Floh”, nennen.

Noch ist er nur ein riesiges Versprechen für die Zukunft.

Knapp anderthalb Jahrzehnte später aber hat Messi dieses Versprechen eingelöst: Sechsmal wurde Messi zum Weltfußballer gekürt, so oft wie kein anderer, auch nicht der Portugiese Cristiano Ronaldo.

Im Grunde wirkt Puntí über weite Strecken ähnlich entrückt wie der spanische Fußballreporter, der damals das Getafe-Tor kommentierte – nur dass dessen Verzückung dem unmittelbaren Erleben geschuldet und damit nur allzu verständlich ist.

Von Puntí hätte man sich etwas mehr Distanz gewünscht, die einen schärferen, erhellenden Blick erlaubt hätte.

Stattdessen liest sich sein Buch wie die lange Predigt eines Missionars, der seine Leserinnen und Leser zum Messianismus bekehren will und dabei umstandslos eingemeindet in eine angenommene globale Glaubensgemeinschaft.

Wenn Messi nicht spielen kann, weil er verletzt ist, dann, schreibt Puntí, gehe es “uns mies”.

Wenn er sich bös gefoult auf dem Rasen wälzt, gehen die Bilder natürlich “um die Welt”.

Und natürlich mahnt uns Puntí, keine anderen Götter neben Messi zu haben.

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Sein Buch ist ein Glaubensbekenntnis, mehr Anbetung als Analyse, mehr Verklärung als Erklärung eines Fußballphänomens, das mit herkömmlichen Mitteln nicht zu fassen ist.

Das erklärt Puntí dem Leser so: “Je weiter man sich vom dürren Gerüst der Fakten, der Zahlen, Daten und Rekorde entfernt, desto dringlicher fordert Messi eine neue Art des Sprechens ein – einen anderen Diskurs, eine innovative Erzählweise, die seiner innovativen Spielweise gerecht wird.

Jordi Puntí, “Messi.

Eine Stilkunde” ist bei Kunstmann erschienen.

Der Fußballgott des Jordi Puntí

Das Glaubensbekenntnis des Jordi Puntí

Messi ist zu gut für so etwas Profanes wie einen Elfer

Puntí ist Katalane, und als solcher glühender Barça-Fan ebenso wie bekennender Anhänger des Messianismus, womit in diesem Fall eigentlich nicht die religiöse Hoffnung auf einen Heilsbringer gemeint ist, sondern die hingebungsvolle Verehrung eines Fußballgottes, Lionel Messis eben.

Aber hier läuft es am Ende doch aufs Selbe hinaus – und ein Erlöser, der nicht liefert, passt nicht ins Konzept.

Weshalb sich Puntí bevorzugt an Lionel Messi als Spieler des FC Barcelona hält.

Die literarischen Vergleiche, die Puntí zwischendurch anstellt, um Messis Einzigartigkeit beizukommen, muten da an wie unbeholfene Versuche, die knapp 200 Seiten ironiefreier Schwärmerei irgendwie intellektuell zu adeln.

Die Lektüre dieses Buches dürfte in etwa so lange dauern wie ein Fußballspiel: 90 Minuten plus womöglich ein paar Minuten Nachspielzeit.

Man kann sich in derselben Zeit aber auch getrost auf Youtube den Mitschnitt eines Messi-Spiels ansehen.

Etwa seine Tor-Gala 2012 beim 7:1 in der Champions League gegen Bayer Leverkusen.

Manche vergleichen seine Kunst mit Mozart, andere mit Picasso.

Unbestritten ist: Lionel Messi gehört zur Spitze der Weltfußballer.

Der katalanische Autor Jordi Puntí hat ihm eine Stilkunde gewidmet – aber der hätte weniger Schwärmerei gutgetan.

Diese neue Art des Erzählens, die Jordi Puntí einfordert, hätte man sich, wenigstens in Ansätzen, von seinem Buch erhofft, das sich dem Untertitel nach als “Stilkunde” versteht.

Puntí jedoch schwärmt zwar ausführlich von Messis Genie am Ball, findet aber kaum Worte, um diesen Stil wirklich zu erkunden.

Ein Beispiel: Messis Jahrhundert-Tor 2007 im Spiel gegen den FC Getafe, dem ein brillantes Solo vorausging.

Bei Puntí liest sich das so: “Schon bei der Ballannahme macht er die erste Finte, um einen Gegenspieler abzuschütteln.

Ein weiteres Dribbling, noch eins – und so fort.

Nur zwölf Sekunden vergehen, dann flippt das ganze Stadion aus.

So schwärmt Autor Jordi Puntí von Fußballstar Lionel Messi

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