Söder über Materialengpässe: “Kratzen zusammen, was wir haben” – Top Meldungen

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Die Beschaffung von Schutzmaterial hat für den Ministerpräsidenten in der Corona-Krise höchste Priorität, wie er im BR-Interview betont. Eine Diskussion über eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen hält Markus Söder derzeit für unangebracht.

In der Coronakrise hat Ministerpräsident Markus Söder davor gewarnt, die derzeitige Situation zu unterschätzen. Der Höhepunkt der Infektionswelle sei in Bayern noch nicht erreicht, sagte er in einem BR-extra-Interview. Wichtig sei es, sich weiter Zeit zu verschaffen – auch, um Engpässe zu überwinden, etwa bei hochwertigen Masken.

Diese würden dringend benötigt, in Praxen, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, so Söder. “Wir kämpfen jeden Tag um Lieferungen”. Das sei zu einer Hochsicherheitsaufgabe geworden. Der Ministerpräsident fordert deshalb eine Umstellung in Bayern auf eine Notfallproduktion.

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Er stehe bereits mit mehreren Firmen in Kontakt und einige – wie etwa Siemens – leisteten bereits Hilfe. “Wir stehen kurz vor der Zertifizierung auch hochwertiger Masken”, sagte Söder und forderte alle Firmen mit freien Kapazitäten auf, einzusteigen. Auch mit der Bundesregierung arbeite man an einer Lösung des Problems.

Söder appellierte erneut an die Bevölkerung, sich weiter an die Maßnahmen zur Reduzierung der sozialen Kontakte und die Ausgangsbeschränkungen zu halten. Es handle sich derzeit um ein “unkalkulierbares Geschehen”. Eine Debatte über eine Lockerung der Auflagen hält er für verfehlt: Man könne nicht über einen “Exit” reden, während noch “reihenweise Menschen sterben”. Wenn die derzeitige Steigerungsrate der Infektionen so bleibe, würde das medizinische System überfordert.

Zusätzliche Atemgeräte seien bestellt, es stünden Geräte aus Arztpraxen bereit, sogar geeignete Atemmasken aus der Tiermedizin. “Wir kratzen alles zusammen, was wir haben”, sagte Söder. “Aber wir brauchen Luft, um das von der Zeitachse her zu schaffen.”

Mit Blick auf die Wirtschaft erklärte Söder, “natürlich ist unser Wohlstand bedroht”. Es handle sich seiner Einschätzung nach um eine größere Herausforderung als während der Finanzkrise. “Hier geht es in jeden Betrieb hinein.” Deshalb legten Staats- und Bundesregierung Hilfspakete in Milliardenhöhe auf. Hilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro seien im Freistaat bereits bewilligt worden, rund 200.000 Anträge seien bislang eingegangen.

Söder kündigte zudem an, bei Soforthilfen für Klein- und Mittelständler doch darauf verzichten zu wollen, dass diese vorher ihr liquides Privatvermögen aufbrauchen müssen. Voraussetzung für die Auszahlung von Hilfen sollen nun Umsatzeinbußen sein.

Verärgert zeigte sich der Ministerpräsident über die Banken, die nun eine hundertprozentige Staatsgarantie für Kredite forderten, statt der zugesicherten 90 Prozent. “Die Banken stehen sehr in der Pflicht”, betonte Söder. Sie seien in der Finanzkrise gerettet worden, nun erwarte er von den Hausbanken, dass sie helfen – auch mit “Erleichterungen in der Regulation”.

Zum Abschluss bat der Ministerpräsident die Bevölkerung um Geduld. Dann könne man das alles “gemeinsam gut überstehen”.

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Söder fordert Notfallproduktion von Masken

Nicht über “Exit” reden, wenn “reihenweise Menschen sterben”

Soforthilfen doch ohne Einsatz von Privatvermögen

Söder sieht Banken in der Pflicht

Söder über Materialengpässe: “Kratzen zusammen, was wir haben”

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