Stichwahlen in Bayern: Die spannendsten Entscheidungen – Top Meldungen

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München und Nürnberg, Augsburg und Regensburg – besonders die bayerischen Oberbürgermeister-Stichwahlen versprechen Spannung. Aber auch bei den noch offenen Landrats-Posten gibt es interessante Duelle. Ein Überblick.

Keine Wahllokale, Abstimmen nur per Briefwahl und quasi nur Online-Wahlkampf in den vergangenen beiden Wochen – die Stichwahlen für die bayerischen Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte fanden heuer unter nie dagewesenen Umständen statt. Ab wann die Ergebnisse bekannt sein werden, ist angesichts der besonderen Auszählsituation durch die aktuellen Abstandsregelungen noch nicht sicher. Klar ist dagegen: In den fünf größten bayerischen Städten kommt es bei der OB-Stichwahl jeweils zu einem Duell zwischen SPD und CSU.

In der Landeshauptstadt München tritt Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) gegen CSU-Herausforderin Kristina Frank an. Reiter hatte vor zwei Wochen 47,9 Prozent der Stimmen geholt – und geht deshalb als klarer Favorit ins Rennen. Frank wiederum landete mit 21,3 Prozent etwas überraschend vor der Grünen-Kandidatin Katrin Habenschaden, die 20,6 Prozent der Stimmen erreichte. Die Grünen verzichteten im Anschluss auf eine Wahlempfehlung für die Stichwahl – die Wählerinnen und Wähler seien selbst mündig genug, hieß es zur Begründung.

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Auch in Nürnberg ringen Kandidaten von SPD und CSU um den Chefsessel im Rathaus – und damit um die Nachfolge des langjährigen SPD-Amtsinhabers Ulrich Maly. Marcus König, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Rathaus, holte im ersten Durchgang 36,5 Prozent. Der Nürnberger SPD-Chef Thorsten Brehm erreichte 34,9 Prozent. Für die Christsozialen wäre der Nürnberger OB-Posten ein Prestige-Erfolg, zumal sie dort erst einmal – von 1996 bis 2002 – den Oberbürgermeister stellten.

In Augsburg lag bei der OB-Wahl vor zwei Wochen ebenfalls eine CSU-Kandidatin vorne – und zwar die bisherige Bürgermeisterin Eva Weber mit 43,1 Prozent. Sie dürfte damit gute Chancen auf die Nachfolge von CSU-Politiker Kurt Gribl haben, denn SPD-Konkurrent Dirk Wurm landete im ersten Durchgang mit 18,8 Prozent deutlich hinter ihr.

In Regensburg wiederum erreichte die CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein vor zwei Wochen 29,5 Prozent. Sie tritt gegen Gertrud Maltz-Schwarzfischer von der SPD an, die zwar nur auf 22,2 Prozent der Stimmen kam. Allerdings sprachen sich sowohl die Grünen als auch der frühere SPD-Rathaus-Chef Joachim Wolbergs mit Blick auf die Stichwahl für Maltz-Schwarzfischer aus. In Regensburg erfolgt die Auszählung wegen der Corona-Krise erst am Montag.

In Ingolstadt muss CSU-Amtsinhaber Christian Lösel nach 33,8 Prozent im ersten Durchgang in die Stichwahl. Lösel tritt gegen den SPD-Kandidaten Christian Scharpf an, der mit 33,6 Prozent quasi gleichauf lag. Auch in Erlangen kommt es zu einer OB-Stichwahl zwischen einem Christsozialen (Jörg Volleth) und einem Sozialdemokraten (Florian Janik). Für die Grünen dagegen lief es bei den OB-Wahlen in den zehn größten Städten weitgehend enttäuschend: Lediglich in Bamberg und Bayreuth haben es selbst aufgestellte oder von der Partei unterstützte Kandidaten in die Stichwahl geschafft.

Für die FDP gab es bei den OB-Posten und Landräten kaum Grund für Jubel – mit einer Ausnahme. So hoffen die Liberalen darauf, in Landshut weiterhin den Rathaus-Chef zu stellen. Im ersten Durchgang erhielt FDP-Amtsinhaber Alexander Putz 45,5 Prozent. Seine Herausforderin, die langjährige Grünen-Landesvorsitzende Sigi Hagl, kam auf 22,6 Prozent der Stimmen.

In 18 bayerischen Landkreisen muss zudem der Landrat oder die Landrätin via Stichwahl bestimmt werden. Spannend dürfte es im Landkreis Miesbach werden, wo CSU-Herausforderer Olaf von Löwis im ersten Wahlgang vor dem Grünen-Amtsinhaber Wolfgang Rzehak landete. Ebenfalls interessant: In acht Landkreisen treten Kandidaten von CSU und Freien Wählern in Stichwahlen gegeneinander an, also Politiker der beiden aktuellen Koalitionspartner in der Staatsregierung.

Angesichts von insgesamt rund 4.000 Abstimmungen bei den Kommunalwahlen haben die Parteien jeweils ihre eigene Interpretation der bisherigen Wahlergebnisse vorgelegt. Während die CSU besonders ihre Resultate bei den OB-Wahlen und Landräten als Erfolg verkaufte, betonten beispielsweise die Grünen ihr deutliches Plus bei den Stadt- und Kreistagswahlen. Aber auch hunderte Bürgermeister-Posten werden bis Sonntag noch in Stichwahlen vergeben. Spätestens am Montag dürfte nach allen Auszählungen dann klar sein, wer bei seiner Sicht der Dinge die meisten Argumente auf seiner Seite hat.

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Enges Duell in Nürnberg, CSU-Vorteil in Augsburg

Regensburg: Vorteil SPD?

FDP setzt auf Landshut

Rund 4.000 Abstimmungen – und viele Deutungen

Stichwahlen in Bayern: Die spannendsten Entscheidungen

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