Stolperstein: Homeschooling für Kinder mit Handicap – Top News

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Normalerweise lernt Schulbegleiterin Doreen mit Katharina.

Seit Wochen geht das aber nur mühsam per Skype.

Die Schulbegleitung ist Julianes persönliche Assistenz.

Durch diese individuelle Betreuung kann das Mädchen statt einer Förderschule die Waldorf-Schule besuchen.

Auch das Homeschooling würde Doreen gerne übernehmen, aber sie darf nicht.

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Denn ihr Arbeitgeber, ein Wohlfahrtsverband, hat sie in Kurzarbeit geschickt und das, obwohl sie dringend gebraucht wird.

Für viele Schüler beginnt nach und nach wieder der Schulalltag.

Für Kinder mit Behinderung ist das nicht so, denn sie gehören häufig zur Corona-Risikogruppe.

Das Lernen zu Hause ist da eine ganz besondere Herausforderung.

Die zehnjährige Yvonne und ihre kleine Schwester Juliane haben im Garten gerne zusammen Spaß, wenn sie eine Unterrichtspause mit ihrer Mutter Agnieszka Dinnebier einlegen.

Seit die Schulen geschlossen sind, lernen die Mädchen aus Dachau zuhause.

Yvonne erledigt ihre Aufgaben selbstständig.

Bei ihrer Schwester Juliane ist das anders, denn die Achtjährige hat das Down-Syndrom.

“Juliane lernt nur, wenn ich jede Minute bei ihr sitze und sie dabei unterstütze”, erklärt ihre Mutter Agnieszka Dinnebier.

“Sobald ich weggehe, fällt die Motivation runter.

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Sabine Ludwig aus München ist allein erziehend.

Auch ihre Tochter Sophie hat das Downsyndrom.

Die Förderschule der 13-Jährigen hat gleich zu Beginn der Corona-Pandemie zugemacht, also vor über acht Wochen.

Seitdem denkt sich Sabine Ludwig alle möglichen Beschäftigungen für ihr Kind aus.

Bei keiner einzigen kann sie Sophie alleine lassen.

Schulbegleitung als wichtige Stütze fehlt

Unterricht zuhause und keine Therapie

Corona-Lockerungen können beängstigend sein

Arbeit und behindertes Kind unter einen Hut bringen

Spielerisch Hygieneregeln lernen

Noch ist die Mutter der beiden Mädchen selbst in Kurzarbeit.

Ab kommender Woche muss die Betriebswirtin aber wieder ins Büro.

Ab dann ist es ohne die Unterstützung von Julianes Schulbegleiterin nicht mehr möglich, Job und Kinderbetreuung gleichzeitig zu bewältigen.

So muss sich Agnieszka Dinnebier wohl ab Montag von der Arbeit freistellen lassen.

Für viele Schüler beginnt nach und nach wieder der Schulalltag.

Für Kinder mit Behinderung ist das nicht so, denn sie gehören häufig zur Corona-Risikogruppe.

Das Lernen zu Hause ist da eine ganz besondere Herausforderung.

Auch alle Therapien fallen derzeit aus.

“Man ist ja in der Situation prinzipiell allein gelassen, weil sich keiner für behinderte Menschen interessiert, sich keiner wirklich kümmert und das ist jetzt natürlich noch schwieriger”, sagt Sabine Ludwig.

Von der Förderschule bekommt Sabine Ludwig regelmäßig Arbeitsblätter für den Unterricht zuhause.

“Ich finde es wichtig, dass sie nicht komplett rauskommt”, sagt die Mutter.

“Die Kinder tun sich eh viel schwerer, überhaupt etwas zu lernen und es zu behalten.

Wenn wir gar nichts machen, dann fängt sie bei null an.

Vater Peter arbeitet tagsüber auf dem Hof, deshalb kümmert sich meistens Sonja Walser zusammen mit dem Pflegedienst um die vierjährige schwerbehinderte Tochter Katharina.

Wegen einer Mehrfachbehinderung ist Katharina Risikopatientin und die ganze Familie muss besondere Schutzvorkehrungen treffen, damit das Kind vor dem Virus geschützt bleibt.

Als kleines Homeschooling-Projekt darf Simon reiten lernen.

“Das ist schon super, wenn wir das zusammen machen können”, sagt Mutter Sonja Walser.

Simon ergänzt stolz: “Alleine kann ich auch schon im Schritt reiten.

Familie Walser aus Königsdorf bei Bad Tölz betreibt eine Landwirtschaft.

Sohn Simon hat Mutter Sonja endlich einmal für sich.

Bei seiner schwerbehinderten Schwester Katharina ist gerade der Pflegedienst.

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen machen Sonja Walser Angst.

“Von uns wird ja dann auch erwartet, dass wir uns mit öffnen in gewisser Weise”, sagt sie.

Sie wird wieder in die Arbeit gehen, ihr Sohn in die Schule und ihr Mann wird wieder mehr Kontakt haben in der Arbeit.

Sonja Walser befürchtet, dass manche “gar nicht verstehen, wieso man jetzt Abstand halten oder eine Maske tragen soll.

Stolperstein: Homeschooling für Kinder mit Handicap

Sie selbst arbeitet in Teilzeit als Sozialpädagogin und muss zusätzlich das Homeschooling übernehmen.

“Wenn man genau hinschaut und hin spürt, dann ist man eigentlich am laufenden Band am Limit”, beschreibt sie die Situation.

In München nutzt Sabine Ludwig jede freie Minute für ihre Arbeit als Buchhalterin.

Sie ist nicht in Kurzarbeit und muss Sophie und ihren Job ständig koordinieren.

Es sei eine wahnsinnige Belastung.

“Wenn man dann wirklich etwas machen muss, wo man sich sehr stark konzentrieren muss, dann ist das nahezu unmöglich”, erzählt die Alleinerziehende.

Dann mache sie die Arbeit, wenn ihre Tochter im Bett sei eben in Nachtschichten.

“Das geht dann nicht anders”, sagt Sabine Ludwig.

Bei den Dinnebiers in Dachau steht Maskennähen auf dem Homeschool-Stundenplan.

Schon seit Wochen werden die achtjährige Juliane und ihre Schwester Yvonne spielerisch mit dem Mund-Nasen-Schutz vertraut gemacht.

Das ist für die ganze Familie besonders wichtig.

Denn Juliane gehört aufgrund ihres Herzfehlers und ihrer Immunschwäche zur Risikogruppe.

“Sie ist sehr oft krank, hat oft Mittelohrentzündung, zweimal Lungenentzündung und daher sind wir besonders vorsichtig und haben viel Respekt vor dem Virus”, erklärt Mutter Agnieszka Dinnebier.

Vor Corona konnten Tochter und Mutter unter der Woche kaum Zeit miteinander verbringen.

Somit hat die Krise auch etwas Positives für Sabine Ludwig.

“Ich habe mein Kind komplett neu wieder kennen gelernt, neu lieben gelernt und eigentlich haben wir auch eine ganz tolle Zeit”, sagt sie.

Die Wochen des Homeschoolings sind nun aber vorbei.

Denn Sophie kann in eine Notbetreuung.

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