Tarifabschluss in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie – Top Meldungen

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Corona bestimmt die Tarifrunden in diesem Jahr, auch in der Metall- und Elektroindustrie. In NRW haben IG Metall und der Arbeitgeberverband letzte Woche einen Pilotabschluss vereinbart. Der wird jetzt in weiten Teilen auch in Bayern übernommen.

Beschäftigung sichern – Betriebe nicht überlasten: Der neue Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie soll angesichts der Corona-Notlage vieler Firmen beides erfüllen. So wird auch in Bayern in jedem tarifgebundenen Unternehmen ein Sondertopf eingerichtet: Für jeden der rund 870.000 Beschäftigten der Branche zahlen die Firmen 350 Euro ein. Die Mittel sind für Härtefälle vorgesehen. Zum Beispiel könnte damit das Kurzarbeitergeld aufgestockt werden.

Die acht zusätzlich freien Tage im Jahr, die Eltern jetzt schon zustehen, gibt es künftig für Kinder bis zwölf statt bisher acht Jahren. Und einmalig im Krisenjahr werden Eltern weitere fünf Tage zugestanden – bei voller Lohnfortzahlung. Allerdings müssen zuvor der Urlaub mit eingeplant und die Zeitkonten abgebaut werden. Wie viel, das regeln Betriebsrat und Firma vor Ort. Das gilt auch für ein Absenken der Arbeitszeit auf bis zu 25 Stunden – bei einem Teillohnausgleich.

Und das Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird auf zwölf Monate verteilt. Das erhöht das Kurzarbeitergeld der Bundesagentur für Arbeit – belastet deren Budget aber dann zusätzlich.

Eines werden die Beschäftigten in diesem Jahr nicht bekommen: ein Einkommensplus. Dieser Tarifvertrag im Notfall ist nicht der Zukunftspakt, den IG Metall und Arbeitgeberverband in Bayern eigentlich im digitalen Umbau der Branche aushandeln wollten. Der Plan wird verschoben – aber nur erst einmal.

“Insgesamt haben wir aus heutiger Sicht eine angemessene und krisengerechte Tarifeinigung erzielt“, so die Verhandlungsführerin des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie Angelique Renkhoff-Mücke. Ähnlich sieht es ihr Gegenüber am Verhandlungstisch, der Bezirksleiter der IG Metall in Bayern, Johann Horn: “Die Sozialpartner in Bayern haben Verantwortung übernommen und leisten ihren Beitrag, die Corona-Krise gemeinsam zu meistern.” Der Sozialtarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum Ende des Jahres. Die angefangenen Gespräche über ein Zukunftspaket im industriellen Wandel sollen nach Abklingen der Corona-Pandemie wiederaufgenommen werden.

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