Viel Verständnis bei Triathleten für Absage des Challenge Roth – Top Meldungen

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Die Reaktionen auf die Absage des weltweit größten Langstrecken-Triathlons sind durchweg verständnisvoll und positiv. Wegen der Coronakrise wurde – nach der Fußball EM und den Olympischen Spielen in Tokio – auch der Challenge Roth abgesagt.

Viele Teilnehmer, Helfer und Zuschauer des Challenge Roth stimmen der Entscheidung der Veranstalter zu, den Langstrecken-Triathlon 2020 wegen des Corona-Virus abzusagen. Das Rennen hätte am 5. Juli 2020 stattfinden sollen. 5.000 Triathleten wären am Start, rund 7.500 ehrenamtliche Helfer an der Strecke und an die 250.000 Zuschauer dabei gewesen.

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Die meisten sind jetzt froh, dass ihnen die Unsicherheit genommen ist, zeigen Respekt für die Entscheidung und begrüßen die Offenheit der Veranstalter. Einige sprechen sich sogar für eine finanzielle Unterstützung des Familienunternehmens Team Challenge aus. Denn die Veranstalter wollen die Anmeldegebühr von rund 500 Euro für einen Startplatz zurück erstatten, hatten die Athleten aber in ihrem emotionalen Brief darum gebeten, ihnen einen Teil zu erlassen, um das Überleben des weltweit bekanntesten Wettkampfes zu sichern.

Ironman-Sieger Jan Frodeno, der 2016 die Langdistanz in Roth auf 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen mit einem Weltrekord nach 7:35:39 bewältigt hat, wäre heuer gerne beim Challenge Roth am Start gewesen …

„… aber es gibt auch noch Jahre nach 2020. Ich würde alle bitten nun auf einer weiteren Ebene sich über Solidarität gegenüber Veranstaltern Gedanken zu machen. Denn in den kommenden Jahren wollen wir alle solche tollen Veranstaltungen wie Roth erleben und da muss man jetzt nicht wenn zwingend notwendig auf sein Recht pochen. Deshalb hoffe ich sehr, dass die Solidarität in der Triathlon-Szene so sein wird wie ich sie erwarte.

Der Wettkampf-Sport ist momentan völlig unwichtig im Weltgeschehen, aber hoffentlich wird er bald wieder zur schönsten Nebensache der Welt und wir treffen uns alle wieder in solch positiv-verrücken Regionen wie in Roth”, schreibt der Hawaii-Sieger.

Die Top-Triathletin aus Bayreuth, Anne Haug, wollte sich – nach ihrem Sieg in Hawaii – in diesem Jahr zum ersten Mal den Wunsch erfüllen, in Roth zu starten. “Das ist für mich super super traurig, da Roth ein Saison-Highlight gewesen wäre für mich. Aber Anbetracht der Umstände habe ich vollstes Verständnis für die Entscheidung und steh da voll dahinter. Weil die Sicherheit und die Gesundheit stehen jetzt einfach im Vordergrund und ich bin mir ganz sicher, dass die Familie Walchshöfer, die das Rennen seit Jahrzehnten ausrichtet, sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat und ja, auch für den ganzen Landkreis tut’s mir extrem leid. Weil da steht ja ganz Roth und der Landkreis auf den Beinen…. Für mich selber bedeutet es, dass ich ein Jahr mehr Zeit habe, um topfit an der Startlinie zu stehen. Der Challenge Roth bleibt ein großer Traum für mich, der auf keinen Fall aufgehoben, sondern hoffentlich nur aufgeschoben ist”, so Haug auf Anfrage des BR.

Der Sieger des Challenge Roth im letzten Jahr, der 31-jährige Andreas Dreitz aus Michelau in Oberfranken, begrüßt die Absage wohl oder übel.

“Natürlich ist es schade, dass diese einzigartige Veranstaltung wie der Challenge Roth dieses Jahr nicht stattfinden kann. Aber man muss auch sehen: Aufgrund der jetzigen Lage die einzige vernünftige Entscheidung zum Schutze der Athleten, der Zuschauer, der Helfer und auch der Organisatoren. Gerade der Challenge Roth lebt von der Gemeinschaft in der Region…Von daher freue ich mich umso mehr auf die Austragung 2021”, so Andreas Deitz.

Für Markus Mahl, den Bürgermeister von Hilpoltstein, ist die Entscheidung der Veranstalter absolut nachvollziehbar und vor allem besser als das Vorgehen des IOC, das die Olympischen Spiele nach seiner Meinung zu spät abgesagt habe. In der “nach dem Burgfest Top-Veranstaltung des gesamten Landkreises stecke “viel Herzblut”, sagt Bürgermeister Mahl und betont, dass die Absage “ein herber Verlust für die Gastronomie und die Geschäftswelt” sei.

Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer meint, die Absage sei “ein tiefer Schlag ins Kontor für alle Rother, für den gesamten Landkreis, der mit dieser Sportart groß geworden ist und sich identifiziert mit dem Challenge.” Bereits einen Tage nach dem Challenge frage er sich ja immer, wann das Jahr wieder rum sei, bis zum nächsten Challenge. Die Absage betrachtet er als “logische Konsequenz in der derzeitigen Weltlage”, in der ja auch die Trainingsbedingungen nicht einfach für die Athleten seien, allein weil die Schwimmbäder geschlossen sind. Jetzt müssten alle zusammen stehen. Deswegen fordert Ralph Edelhäßer auf: “Daumen hoch für 2021.” Gleichzeitig kündigt er fürs nächste Jahr “eine noch größere Party” in Roth an.

Solidarität mit und Hilfe für Familienunternehmen Team Challenge

Hawaii-Sieger Frodeno wünscht sich Solidarität

Hawaii-Siegerin Haug will 2021 topfit starten

Andreas Dreitz findet Entscheidung vernünftig

Schade für die ganze Region

Viel Verständnis bei Triathleten für Absage des Challenge Roth

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