Warum das Kunstforum Ostdeutsche Galerie einzigartig ist – Top News

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Eröffnet wurde das Museum 1970.

Die Basis bildeten Sammlungen des Adalbert Stifter Vereins und der Künstlergilde Esslingen.

Der Auftrag des Hauses war das „kulturelle Erbe der Deutschen im östlichen Europa“ zu bewahren.

Seit 2003 soll es auch die „aktuelle Kunst im östlichen Europa“ in den Blick nehmen, wie eben das Werk von Magdalena Jetelová.

2017 hat das Museum die Schausammlung neu gestaltet.

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Unter der Fragestellung: „Woher kommen wir, wohin gehen wir?“ präsentiert sich auch der erste Raum politisch.

Das Thema ist nichts weniger als Deutschland und der Zweite Weltkrieg.

Neben Anselm Kiefers „Noch ist Polen nicht verloren“ hängt ein Bild von Bernhard Heisig, mit dem Titel “Festung Breslau”.

Heisig, der in der DDR gelebt hat, stammte aus Breslau.

“Also ein Gemälde, das die Kriegssituation wiedergibt.

Bernhard Heisig war selbst im 2.

Weltkrieg in der SS Panzerdivision auf Seiten der Nationalsozialisten tätig und diesen Fanatismus arbeitet er jetzt in diesem Werkkomplex auf”, erklärt Agnes Tieze.

Bei Kindern wegen seiner leuchtenden Farben am beliebtesten und damit in der Museumspädagogik der Hit ist ein Bild von Conrad Felixmüller, das ihn mit seinem Sohn Luca zeigt.

Aber auch die Rückseite des Gemäldes ist bemalt, dort ist die Mutter des kleinen Luca zu sehen – als Akt.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

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Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie bewahrt, erforscht und vermittelt die Kunst der deutschen Bevölkerungsgruppen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa vor dem Zweiten Weltkrieg und deren künstlerisches Erbe.

Das ist deutschlandweit einzigartig.

Vier leuchtend rote Säulen begrüßen die Gäste im Kunstforum Ostdeutsche Galerie.

Die tschechische Künstlerin Magdalena Jetelová ließ 2006 die originalen Säulen am Portikus mit rotem Teppich einfassen.

Jetzt sind die Säulen dick und sie scheinen schief zu stehen.

Das Kunstforum hat die Arbeit von Magdalena Jetelová angekauft.

Das war noch in der Ära von Museumsdirektorin Ulrike Lorenz, heute Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar.

Die schiefen Säulen sind mittlerweile das Markenzeichen des Museums.

Direktorin Agnes Tieze hat dieses Erbe gern übernommen.

“Es sind Säulen, die drohen umzukippen.

Mit der Farbe Rot verweist die Künstlerin auf die Revolution, mit dem Kippen und mit dem Wegfallen der Säulen will sie auf die starren Systeme des Kommunismus hinweisen, die eben wegfallen sollen.

Das Regensburger Kunstforum kann mit bekannten Namen aufwarten: Max Beckmann, Lovis Corinth, Otto Dix, Oskar Kokoschka.

Für viele Kunstfreunde sind die Räume mit den deutschen Expressionisten der Höhepunkt eines Rundgangs mit Werken von Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein oder Lyonel Feininger.

Aber auch die farbenprächtigen Meisterwerke sind nicht einfach nur schön, sagt Agnes Tieze: “Das ist schon so zusammengestellt, dass man eben nicht zu dem normalen Kanon findet, wir haben ja keine chronologische Hängung, es ist auch was Thematisches, aber es dreht sich halt immer wieder auch um den Zweiten Weltkrieg und um die Zeit der Diffamierung, um die Entartete Kunst und die Künstler, die auf die politischen und geographische Veränderungen reagieren müssen.

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Eines der beliebtesten Bilder schlummerte jahrzehntelang im Depot des Kunstforums, bis es Agnes Tieze entdeckt und in die Schausammlung gehängt hat: “Ein besonders interessanter Raum ist finde ich der Raum der Prager Secession und zwar deswegen, weil er einzigartig ist in der deutschen Museumslandschaft.

Eines der Werke ist zum Publikumsliebling avanciert, das ist die rote Straßenbahn, die durch Prag fährt, von Rudolf Alois Watznauer”.

Neben den großflächigen Gemälden steht eine kleine Bronzeplastik von Käthe Kollwitz.

Es ist die berühmte “Pietà”, die eine Mutter mit ihrem toten Sohn zeigt.

Auch der Sohn von Käthe Kollwitz fiel im Ersten Weltkrieg.

Das Kunstforum besitzt Zeichnungen und Skulpturen aus dem Oeuvre der Künstlerin und eben diese “Pietà”.

“In Berlin wurde diese Figur unter Altkanzler Helmut Kohl in einer vergrößerten Fassung als Denkmal aufgestellt.

Hier in unserem Fall ist es ein posthumer Abguss, aber in der Originalfassung”, so die Museumsdirektorin.

Das kulturelle Erbe der Deutschen im östlichen Europa erhalten

Große Kunst in Regensburg

Hier trifft Kunst auf Politik und Geschichte

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie ist das größte und bedeutendste Kunstmuseum der Stadt und der Region.

Es hat aber auch turbulente Zeiten hinter sich.

Mit Lutz Tittel und Andrea Madesta wurden in den letzten Jahrzehnten auch zwei Museumsdirektoren gefeuert.

Agnes Tieze hat das Haus in ruhiges Gewässer manövriert.

Eine der neuesten Anschaffungen ist ein Stillleben von Alexander Kanoldt mit einer Grünpflanze.

“Das aber auf den zweiten Blick irritiert, weil die ganze Perspektive nicht stimmt.

Man hat dahinter zwei Vorhänge, die nicht zusammengehören, das heißt, man wartet immer darauf, dass sich der Vorhang öffnet.

Es ist ein unglaublicher Farbklang verwendet worden mit Rot, Gelb und Grün.

Das Ganze wirkt auf den ersten Blick unglaublich schlicht und reduziert, hat aber so viel Potenzial, wenn man sich genauer damit beschäftigt und länger hinschaut, dass es einem auch so ein bisschen unheimlich wird.

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie bewahrt, erforscht und vermittelt die Kunst der deutschen Bevölkerungsgruppen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa vor dem Zweiten Weltkrieg und deren künstlerisches Erbe.

Das ist deutschlandweit einzigartig.

Warum das Kunstforum Ostdeutsche Galerie einzigartig ist

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