Was kommt nach Corona? Französische Ideen für den Wandel – Top News

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Vor einigen Tagen appellierten mehr als 300 Bürgermeister aus dem Pariser Großraum, bis hin zur Oberbürgermeisterin der Seine-Kapitale, den Neustart im Grundschulbereich wegen Sicherheitsfragen zu vertagen.

Und die Regierung selbst bittet: Wer weiterhin vom Home-Office aus arbeiten kann, solle dies auch tun.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil der öffentliche Nahverkehr vorerst lediglich auf Schmalspur läuft.

Nun wird der Bevölkerung wieder mehr Bewegungsfreiheit zugestanden, allerdings mit strikten Sicherheitsregeln.

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Gleichwohl: Das öffentliche Leben wieder anzukurbeln, gestaltet sich als schwierig.

In Frankreich werben immer mehr Initiativen für eine “grüne” Exit-Strategie.

Die Pandemie-Krise soll Anstoß geben für einen grundsätzlichen Kurswechsel.

Wie die Welt von morgen aussehen könnte, will die Online-Plattform “Der Tag danach” eruieren.

Frankreich ist von der Corona-Epidemie weitaus schlimmer betroffen als Deutschland.

Dementsprechend rigide sind auch die Maßnahmen, die eine Ausbreitung des Virus eindämmen sollen.

Zwei Monate lang durften die Franzosen nur mit triftigem Grund und eidesstattlicher Erklärung in der Tasche das Haus verlassen: Für lebensnotwendige Einkäufe oder einen dringenden Arzttermin.

Zum Job, wenn der sich nicht im Home-Office erledigen lässt.

Selbst Spaziergänge waren beschränkt auf eine Stunde am Tag, in Wohnungsnähe.

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Was die wirtschaftlichen Auswirkungen anbelangt, vergleicht Finanzminister Le Maire die aktuelle Lage mit der von 1945.

Nach zwei Monaten Ausgangssperre sind derzeit 11,7 Millionen Personen auf Kurzarbeit – mehr als jeder 2.

Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft.

Laut Bruno Le Maire dürfte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um acht Prozent sinken.

Wirtschaftslage “wie 1945”

Krise als Chance begreifen

Lehren aus der Protestbewegung der “Gelbwesten”

“Der Tag danach”

In Frankreich werben immer mehr Initiativen für eine “grüne” Exit-Strategie.

Die Pandemie-Krise soll Anstoß geben für einen grundsätzlichen Kurswechsel.

Wie die Welt von morgen aussehen könnte, will die Online-Plattform “Der Tag danach” eruieren.

Um dem entgegenzuwirken, hat die französische Regierung inzwischen 110 Milliarden Euro als Rettungspaket versprochen.

Das treibt die Staatsverschuldung in die Höhe, auf mittlerweile 112 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Gemunkelt wird, das Budget müsse eventuell verdoppelt werden.

Ein Alptraum angesichts der notorisch leeren Kassen bei Staat und Privatwirtschaft.

Wohl auch deshalb hat Staatspräsident Emmanuel Macron die Bevölkerung bereits vorgewarnt: Am Tag, an dem Frankreich aus der Krise peu à peu herausfinde, werde das Leben ein anderes sein als vor Ausbruch der Pandemie.

Die Initiative fand viel Beachtung – denn dahinter stehen nicht nur die CGT, sondern insgesamt 18 Mitstreiter, vom Verband für traditionelle Landwirtschaft Confédération Paysanne über die Finanzkritik-NGO Attac, die Umweltorganisation Greenpeace bis hin zum Menschenrechtsverein Oxfam.

‘Plus jamais ça!’ – ‘Nie wieder!’, das fordert die Koalition und präsentiert Leitlinien für Frankreichs Neustart nach der Krise.

Dazu gehören: Ausbau des öffentlichen Diensts, gerechtere Steuerpolitik, Relokalisierung gewisser Industriezweige sowie eine andere Agrarpolitik.

Mittel aus dem staatlichen Covid-Hilfsfonds sollen zudem nur die Unternehmen erhalten, die sich zu einem grünen und sozialen Kurswechsel verpflichten.

Diesbezüglich habe die französische Zivilgesellschaft einen gewissen Vorsprung, meint Nathalie Verdeil.

Die 50-jährige Sozialaktivistin gehört zum Bundesvorstand der Confédération générale du travail, abgekürzt CGT – Frankreichs mitgliederstärkster Gewerkschaftsbund.

Ende März brachte die CGT einen Forderungskatalog für die Zeit nach der Covid-19-Gesundheitskrise in die Medien.

Der Ruf, in der Nach-Corona-Zeit das Leben neu zu erfinden, wird nicht nur in Frankreich immer lauter – sondern weltweit.

Immer mehr Bürger, Aktivisten, Unternehmer, Politiker bis hin zu internationalen Institutionen wie der OECD ziehen am selben Strang: Sie sehen die vom Covid-19-Virus ausgelöste Krise nunmehr als Gelegenheit für einen radikalen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft – hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Was kommt nach Corona? Französische Ideen für den Wandel

Außerdem, konstatiert Gewerkschaftssekretärin Verdeil, zeige die aktuelle Krise, dass Berufe, die derzeit an vorderster Front stehen, überwiegend von Frauen ausgeübt werden.

Es wäre also angebracht, dass nach Ende der Krise endlich alles getan werde für die reale Gleichstellung von Frauen und Männern.

Denn: Auslöser der Gelbwesten-Bewegung war die Erhöhung der CO2-Steuer, im Rahmen der Klimaschutzpolitik – die sich auf den Benzinpreis niederschlug.

Als Zündfunke für die Gilets-Jaunes-Proteste gilt die vor eineinhalb Jahren gestartete Petition, mit der die Mitbegründerin der Gelbwestenbewegung, Priscillia Ludosky die Senkung der Benzinpreise verlangte.

Eine Forderung, die innerhalb kurzer Zeit von 1,2 Millionen Franzosen unterzeichnet wurde.

Kürzlich lancierte die Aktivistin Ludosky eine neue Petition: ‘Nach-Covid-19 – Stopp jeglicher Ungleichheit!’.

Bislang fand sie dafür schon knapp 30.

000 Unterstützer.

Mit der neuen Strategie zieht die CGT gewissermaßen auch Lehren aus der Gilets-Jaunes-Bewegung.

Die Protestbewegung der ‘Gelbwesten’, die im Herbst 2018 aufkam und monatelang für Aufruhr sorgte, hatte niemand in Frankreich vorhergesehen.

Auch die Gewerkschaften nicht.

Das dürfte ein Grund sein, warum die CGT nunmehr ihren Einsatz für soziale Rechte mit dem Klima-Thema verknüpft.

Appelle für eine neue Zukunft schießen derzeit in Frankreich wie Pilze aus dem Boden.

Ihr Credo: Beim Nach-Covid-Konjunktur-Programm solle Paris die Weichen stellen für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbau, hin zur Nachhaltigkeit.

Darum geht es auch bei der Initiative von 65 Abgeordneten, die eine Webplattform gegründet haben mit der Überschrift: ‘Der Tag danach’.

Über 8.

000 Ideen und Projekte wurden bereits eingebracht.

Die 20 besten sollen in die Arbeit des Parlaments einfließen.

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