Wegen Corona: Kunst-Anschlag an Nürnbergs Straßen – Top News

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Jan Gemeinhardt ist ein “Anschlagskünstler”.

Die Stadt Nürnberg stellt ihm und 19 weiteren bildenden Künstlerinnen und Künstler der freien Szene in der Stadt öffentliche Flächen zur Verfügung.

Seit dem Morgen steht er in der Schwabacher Straße vor einer weißen Plakatwand und malt.

Eine so große Leinwand, das ist für Jan Gemeinhardt ungewohnt.

“Das ist eine Herausforderung für mich, weil ich lieber kleinformatig arbeite als großformatig”, sagt er.

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Deshalb nutzt er auch nicht das ganze Plakat.

Weil sie ihre Kunst in der Corona-Krise nicht zeigen können, sind Maler, Bildhauer, Grafiker und andere Kunstschaffende derzeit in Existenznot.

Die Stadt Nürnberg will Betroffenen helfen – mit einem “Kunst-Anschlag”.

Museen dicht, Ausstellungsräume geschlossen – weil sie ihre Kunst nicht an gewohnten Orten präsentieren können, finden Künstlerinnen und Künstler in Zeiten von Corona wenige bis gar keine Käufer.

Auch wenn viele nicht allein von ihrer Kunst leben: Je länger die Krise dauert, desto mehr geht es für Kunstschaffende um ihre Existenz.

Die Stadt Nürnberg will sie in der schwierigen Zeit unterstützen, so wie sie das auch schon durch ihren YouTube-Channel für die regionale Kulturszene tut.

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In der Mitte der weißen Fläche entsteht eine schwarze Gerölllandschaft.

Ein aufgewühlter Himmel wölbt sich darüber.

Gewitterwolken dräuen.

Das weiße Plakat umgibt das Bild wie ein heller, breiter Rahmen.

Mit einem schmalen Pinsel trägt Jan Gemeinhardt Farbe auf.

„Es macht ganz schön Spaß“, findet der Künstler.

Mal schauen – wenn die Zeit reicht, wird das Bild vielleicht noch größer.

Herausforderung: Künstler muss plötzlich “große Kunst” schaffen

Jan Gemeinhardts Plakatkunst zeigt Geröll und wilden Himmel

Kunst-Anschlag: Lichtblick in dunkler Corona-Zeit

Künstler-Schicksal wegen Corona: Geisterausstellungen ohne Besucher

Karina Küffner: Rot-weiße Variation des Frankenrechens

Auch Einnahmen aus Nebenjobs fielen weg

Kunst-Anschlag: Die Straße wird zum Atelier

Visitenkarte für Bewerbung um Kulturhauptstadt

Weil sie ihre Kunst in der Corona-Krise nicht zeigen können, sind Maler, Bildhauer, Grafiker und andere Kunstschaffende derzeit in Existenznot.

Die Stadt Nürnberg will Betroffenen helfen – mit einem “Kunst-Anschlag”.

Für Jan Gemeinhardt, geboren 1988 in Hof und schon zweimal beim Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten ausgezeichnet, ist der Auftrag der Stadt Nürnberg ein Lichtblick in der für ihn dunklen Corona-Zeit.

Auch Karina Küffner verkauft derzeit wenig.

Sie steht vor einer Plakatwand in der vielbefahrenen Von-der-Tann-Straße in Nürnberg.

Während hinter ihr der Verkehr braust, trägt sie rote Farbe auf.

An den Pfeiler der Wand hat sie ihren Entwurf gepinnt, den sie in der Ruhe ihres Ateliers am Computer erstellt hat.

Das Plakat hat sie mit herunterhängenden Fäden in Bereiche unterteilt, beschwert durch kleine Holzstücke.

Eine rot-weiße Wand entsteht hier mit geometrischen Formen, Geraden und Rundungen.

Wie Fragmente des Frankenrechens.

So wie viele andere Künstlerinnen und Künstler hatte auch Jan Gemeinhardt eine Geisterausstellung.

In Ulm konnte er seine Werke nur eine Woche lang zeigen, dann musste er sie wieder abbauen.

Nicht genug Zeit, um Käufer für seine Kunst zu finden.

Wegen Corona: Kunst-Anschlag an Nürnbergs Straßen

Von ihrer Kunst allein konnte Karina Küffner auch bislang nicht leben.

Aber auch die Einnahmen aus ihren Nebenjobs fielen in der Corona-Zeit weg.

Nebenher gibt sie Kunst-Workshops und arbeitet in einem Museum – alles Tätigkeiten also, die wegen Corona ausfallen.

Umso mehr freut sich Karina Küffner, dass sie einer der 20 Anschlagskünstler in Nürnberg sein darf.

Auch wenn der Arbeitsplatz für diese Aktion, der Nürnberger Ring, mehr als gewöhnungsbedürftig ist.

Die Stadt Nürnberg hilft mit der Kunst auf Plakatwänden nicht nur den Künstlern – auch die Bürger haben etwas davon.

Der öffentliche Raum wird dadurch zur riesigen Ausstellung.

Ein kleiner Trost für die beliebte “Blaue Nacht”, die wegen Corona ausfallen muss.

Und nicht zuletzt ist die Aktion „Kunst-Anschlag“ auch eine Visitenkarte für die Bewerbung Nürnbergs um den Titel der Kulturhauptstadt 2025.

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