Wegen der Corona-Pandemie: Fällt Ostern dieses Jahr aus? – Top Meldungen

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Für Christen ist Ostern das wichtigste Fest im Kirchenjahr. Doch wegen der Corona-Krise sind alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt worden. Was bedeutet das für das Osterfest?

Für Christen ist an Ostern dieses Jahr vieles anders. Die Karfreitags-Prozessionen, die öffentlichen Gottesdienste und das gemeinsame Osterfrühstück in der Kirche fallen aus. Ostern einfach absagen gehe aber nicht, sagt Harald Buchinger, der an der Universität in Regensburg Liturgiewissenschaft lehrt. Der Ostertermin sei von drei Faktoren abhängig, die nicht einfach verändert werden könnten: vom Mondzyklus, dem Jahreszyklus und dem Wochenrhythmus.

Ostern, so sieht es die westliche Tradition vor, wird immer am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond gefeiert. Daran lässt sich nicht rütteln. Auch wenn keine öffentlichen Gottesdienste und Messen gefeiert werden, fällt Ostern nicht aus, sagt Harald Buchinger. Anders als in den Jahren ohne Krise geht es seiner Meinung nach darum, Ostern anders zu erfahren: “Ostererfahrungen im Alltag, die beginnen beim Frühlingsspaziergang, bei dem man die Erfahrung macht, dass Gott vielleicht nicht nur das Coronavirus geschaffen hat, sondern auch den Frühling, der sich auch in der gegenwärtigen Krise Bahn bricht und zeigt, dass es eine Kraft des Lebens gibt, die über den Stillstand des gesellschaftlichen Lebens hinausgeht.”

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Ganz praktisch geht es für Christen aber auch darum, Möglichkeiten zu finden, die Karwoche zu begehen und das Osterfest zu feiern. Die evangelische St. Matthäuskirche in München etwa überträgt alle ihre Passionsandachten und Gottesdienste per Livestream, die sonst mit der Gemeinde gefeiert würden. Die Idee, Videoandachten ins Netz zu stellen, greifen inzwischen viele evangelische und katholische Gemeinden auf.

Auch die evangelische Gemeinde in Reichenschwand in Mittelfranken feiert Andachten digital. Für Pfarrerin Lisa Weniger ist das aber längst nicht alles, denn Ostern ist auch ein Fest, das man sinnlich wahrnehmen und erfahren muss, sagt sie: “Eine Idee ist, für die Gemeindemitglieder kleine Ostertüten zu packen mit einer Andacht drin, mit einer Osterkerze und eventuell noch anderen Symbolen. Die Idee ist, dass wir uns verabreden zu einer bestimmten Zeit, wenn die Glocken am Kirchturm den Ostermorgen einläuten und dass dann die Menschen zu Hause ein Osterlicht anzünden.”

Vielerorts sind die Kirchen in der Karwoche trotz Corona offen – für ein persönliches Gebet oder, um eine Kerze anzünden zu können. Ein Angebot, das angenommen wird, beobachtet Pfarrerin Lisa Weniger. Aber auch zu Hause werden viele Menschen aktiv, dekorieren ihr Haus, machen ein Osterfeuer im Garten oder färben Ostereier mit ihren Kindern. Ostern in Zeiten der Corona-Krise zu feiern bedeutet also vor allem eines: Kreativität.

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Am Ostertermin lässt sich nicht rütteln

Ostergottesdienste per Livestream

Zu Hause kreativ werden

Wegen der Corona-Pandemie: Fällt Ostern dieses Jahr aus?

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