Wer wird neuer Oberbürgermeister von Donauwörth? – Top Meldungen

0

Eines ist klar: Der nächste Donauwörther OB wird erstmals seit vielen Jahren kein CSU-Politiker sein. In der Stichwahl treten der parteilose Jürgen Sorré und Michael Bosse von den Freien Wählern an. Beide haben eine Menge Ideen für ihre Stadt.

Nach der ersten Runde der Kommunalwahl am 15. März hatte OB-Kandidat Jürgen Sorré mit mehr als 41 Prozent die Nase vorn. Die SPD hatte den Parteilosen ins Rennen um die Donauwörther Rathausspitze geschickt. Platz zwei ging an Michael Bosse von den Freien Wählern: Er kam auf knapp 31 Prozent der Stimmen.

Wahlkampf in Corona-Zeiten: Das bedeutet größtmögliche räumliche Distanz. Um Ihnen die beiden OB-Kandidaten und ihre Positionen vor der Stichwahl am Sonntag näherzubringen, haben wir die Politiker befragt. Die Antworten veröffentlichen wir leicht gekürzt.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Wenn Sie die Stichwahl für sich entscheiden: Welches Projekt würden Sie als erstes anpacken?

Sorré: Das erste Großprojekt wird die Revitalisierung des Tanzhauses sein. Hier wurden vom alten Stadtrat noch die Weichen für die zukünftige Nutzung und die Sanierung gestellt. Hierauf gilt es, schnellstmöglich aufzusetzen und die Planungen voranzutreiben. Wir müssen hier zügig vorankommen, damit dieses bedeutende Gebäude in der Reichsstraße wieder seinen Beitrag zur Innenstadtbelebung leisten wird.

Bosse: Wenn mir die Bürgerinnen und Bürger in der anstehenden Stichwahl das Vertrauen schenken, werde ich als erste Maßnahme die Handlungsfähigkeit unserer Stadt wiederherstellen, was nach Stand der Krise Anfang Mai ja hoffentlich wieder möglich sein sollte. Dies bedingt die wieder vollständige Herstellung der Verwaltung und die schnellstmögliche Aufnahme der Tätigkeit unseres neuen 30-köpfigen Stadtrates. Hierzu werde ich mein bisher erworbenes Wissen einsetzen können.

Die wichtigsten Themen auf kommunaler Ebene sind wohl Mobilität, Klimaschutz, Wohnen: Wie sehen Ihre Ideen dazu aus?

Sorré: Beim Thema Wohnen haben wir mit der Entwicklung des ehemaligen Kasernenareals in der Parkstadt ein Mega-Projekt für die Zukunft vor der Brust. Hier haben wir die einmalige Chance, ein Wohnquartier für jeden Geldbeutel zu schaffen, in dem viele Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenssituationen eine Heimat finden können: vom exklusiven Einfamilienhaus über Reihenhäuser bis hin zu staatlich geförderten Wohnbau. Die Mobilitätswende weg von zunehmendem motorisiertem Individualverkehr muss auch bei uns in Donauwörth ankommen. Und das aus zwei Gründen: zum einen aufgrund der Umweltbelastung, zum anderen aufgrund der Verkehrssituation in Donauwörth. Ich baue dabei sowohl auf die Stärkung des ÖPNV, also unseres Stadtbusses, als auch darauf, das Radfahren attraktiver und sicherer zu machen.

[Beim Klimaschutz] können wir als Stadt an vielen Stellen ansetzen. Wir werden bei der Entwicklung neuer Baugebiete darauf achten, dass energetische und ökologische Standards berücksichtigt werden. […] Des weiteren gilt es, die städtischen Liegenschaften Stück für Stück energetisch zu modernisieren und das Energiemanagement auf den Prüfstand zu stellen. […] Die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität rückt ebenso in den Fokus wie eine nachhaltige Energieproduktion.

Bosse: Die Verbesserung unseres ÖPNV und die Schaffung von ausreichend Parkmöglichkeiten – auch verbunden mit Park-and-Ride-Plätzen – sind ein Thema, welches uns nach Ende der Corona-Krise als erstes beschäftigen wird, um vor allem hier auch die Ökobilanz deutlich zu verbessern. Der “European Energy Award” ist ebenfalls hierfür ein Focusthema. Die schnelle Umsetzung des Alfred-Delp-Areals mit der damit verbundenen Schaffung von Wohnraum für 3.000 neue Einwohner ist das Thema der nächsten Jahre.

Was können Sie tun, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu bewältigen?

Sorré: Ich werde den Unternehmen unserer Stadt meine volle Unterstützung zukommen lassen. Das beginnt mit einer unbürokratischen und flexiblen Umsetzung von Hilfsprogrammen, die von der Bundesregierung aufgelegt werden, und geht weiter mit der Nutzung des gesamten Netzwerkes, das man als Oberbürgermeister hat, beispielsweise zu anderen Behörden oder Banken.

Vor allem gilt es aber, schnellstmöglich die heimische Wirtschaft wieder anzukurbeln. Hier sehe ich Möglichkeiten darin, öffentliche Aufträge, soweit vergaberechtlich möglich, an die heimischen Betriebe zu vergeben. Auch die Veranstaltung von Aktionstagen oder Märkten sind Ideen, um den lokalen Handel zu unterstützen.

Bosse: Aufgrund unserer momentan sehr guten finanziellen Situation sind wir in der Lage, vor Ort Projekte auf den Weg zu bringen, welche zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Krise helfen werden – auch wenn dies bedeutet, dass manch andere geplante Großprojekte dann etwas auf Ihre Realisierung warten müssen.

Wie wollen Sie die Menschen für Kommunalpolitik ganz allgemein begeistern?

Sorré: Ich werde ein Oberbürgermeister sein, der die Sprache der Bürgerinnen und Bürger spricht. Ich werde durch eine offenere Informations- und Kommunikationspolitik für deutlich mehr Transparenz sorgen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, was in Ihrer Stadt passiert und warum welche Entscheidungen wie getroffen wurden. Sie sollen aber auch viel stärker als in der Vergangenheit die Möglichkeit bekommen, sich aktiv an der Gestaltung der Stadt zu beteiligen.

Oft sind es die kleinen Dinge, die Begeisterung auslösen. Menschen möchten zum Beispiel das Gefühl haben, dass sich um Ihre Angelegenheiten und Anträge gekümmert wird. Dieses Gefühl werde ich durch eine dienstleistungsorientierte und effizient arbeitende Stadtverwaltung vermitteln.

Bosse: Ich bin über die tolle Beteiligung der Bürger im Rahmen des Kommunalwahlkampfes begeistert. Dies zu konservieren ist mit meine Aufgabe als Oberbürgermeister. Durch regelmäßige Ortsteilversammlungen und mehr öffentliche Sitzungen werde ich versuchen, das Interesse an der kommunalpolitischen Arbeit hochzuhalten. Weiterhin plane ich die Installation eines Jugendrates, welcher die jungen Bürger für die Politik begeistern soll.

!

Wer wird neuer Oberbürgermeister von Donauwörth?

Share.

Leave A Reply