Wer zahlt die Kosten, wenn Senioren in Quarantäne müssen? – Top News

0

Viele Alten- oder Pflegeheime können für Senioren, die in einem Krankenhaus ganz normal behandelt wurden und wieder zurückverlegt werden müssen, eine 14-tägige Quarantäne nicht gewährleisten.

Das ist jedoch Vorschrift, denn das bayerische Gesundheitsministerium hat Anfang April erlassen, dass Rückverlegungen von Bewohnerinnen und Bewohnern in ihre Einrichtungen aus dem Krankenhaus nur erlaubt sind, wenn diese für 14 Tage isoliert werden können und dort auch die notwendige Schutzausrüstung vorhanden ist.

Andernfalls müssen die Betroffenen für den Zeitraum von zwei Wochen in anderen Einrichtungen, zum Beispiel in der Kurzzeitpflege, untergebracht werden.

Theoretisch möglich, praktisch aber eben nicht so einfach.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Seit April müssen Senioren nach einem Klinikaufenthalt erst in eine 14-tägige Quarantäne, bevor sie wieder in ihr Heim zurückverlegt werden dürfen.

In den dafür vorgesehenen Kurzzeitpflegeeinrichtungen ist das aber oft nicht möglich.

Der Aufnahmestopp in Pflegeeinrichtungen stellt Krankenhäuser vor enorme Probleme.

Sie müssen oft Patienten während deren zweiwöchiger Quarantäne behalten, weil sie Senioren ohne diesen Nachweis nicht rückverlegen dürfen und Kurzzeitpflegeplätze kaum zu bekommen sind.

Doch wer die Kosten der Kliniken dafür übernimmt, ist noch immer unklar.

!

Gabi Dürbeck vom Sozialdienst im Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz verbringt viele Stunden des Tages am Telefon.

Sie sucht freie Plätze in Kurzzeit- oder Pflegeeinrichtungen.

Das war schon immer ein Problem, jetzt in Zeiten von Corona, ist es noch schwieriger geworden.

“Ich habe letzte Woche an einem Vormittag 40 bis 50 Pflegeheime durchtelefoniert und habe einen Pflegeplatz ergattert und die hatten aber eine ganz schwierige Auflage, die wir nicht erledigen konnten”, erzählt Dürbeck.

Die Konsequenz: Der Patient musste im Krankenhaus bleiben, da kein Heim gefunden wurde, dass ihn vor der endgültigen Aufnahme erst zwei Wochen in Quarantäne unterbringen kann.

14 Tage Quarantäne sind Pflicht

Alltag einer Sozialdienstmitarbeiterin

Das Problem der Abrechnung – Wer zahlt?

“Ministerin muss in die Gänge kommen”

Seit April müssen Senioren nach einem Klinikaufenthalt erst in eine 14-tägige Quarantäne, bevor sie wieder in ihr Heim zurückverlegt werden dürfen.

In den dafür vorgesehenen Kurzzeitpflegeeinrichtungen ist das aber oft nicht möglich.

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft hat bereits vorgeschlagen, jedes Bett mit 560 Euro je Behandlungstag zu verrechnen.

Dieser Satz gilt auch für Klinikbetten, die freigehalten werden für Corona-Patienten.

Krankenkassen, Kliniken und das bayerische Gesundheitsministerium seien im Gespräch, wie diese Leistungen verrechnet werden könnten, erklärt die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände.

Eine Nachfrage des BR beim bayerischen Gesundheitsministerium, wann weitere Gespräche oder eine Entscheidung über die Finanzierung stattfinden, bleibt unbeantwortet.

Doch die Krankenhäuser sind für solche Fälle eigentlich nicht da und deshalb gibt es für einen solchen Quarantäne-Aufenthalt auch keinen Abrechnungsschlüssel.

Die Konsequenz: Die Krankenhäuser bleiben im Moment auf ihren Kosten dafür sitzen.

Das sind alleine für zwei Patienten mehrere Tausend Euro.

Doch die Zeit drängt, denn vielen Kliniken geht es finanziell nicht gut.

Zudem sind nicht nur für die Quarantänezeit die Kosten immer noch nicht geklärt.

Wenn eine Pflegeeinrichtung signalisiert, dass ein Pflegeplatz frei sei oder die Patienten wieder zurück in ihr ursprüngliches Heim könnten, dann werden davor oft zahlreiche Corona-Tests verlangt.

Auch hier ist für die Tests eine entsprechende Abrechnungsmodalität für die Krankenhäuser unklar.

Es muss gehandelt werden, fordert auch der Geschäftsführer des Klinikum Fichtelgebirge mit deutlichen Worten:

Wer zahlt die Kosten, wenn Senioren in Quarantäne müssen?

Share.

Leave A Reply