Wieder Bär im Alpenvorland: Kommt jetzt ein neuer “Bruno”? – Top Meldungen

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Aufregung macht sich breit: Wieder ist ein Bär in Bayern unterwegs. Seine Spuren wurden in der Nähe von Schloss Linderhof gesichtet. Kommt jetzt ein neuer “Problembär”, wie damals Bruno, der 32 Schafe gerissen hatte?

Unterwegs in der Region Garmisch – auf der Suche nach dem Braunbären, der seit gut einem halben Jahr dort unterwegs ist. Am 23. Oktober 2019 tappte er erstmals in eine bayerische Fotofalle. Der Braunbär ist ein Männchen, vermutlich aus dem italienischen Trentino, das hier wahrscheinlich ein Weibchen sucht. Ab und an hinterlässt er seine Spuren. Wo genau, will das Landesamt für Umwelt nicht verraten, um den Bären zu schützen und um Aufregung zu vermeiden.

Auch wenn ein solches Wildtier sich derzeit in Bayern aufhält, stellt der Bär keine Gefahr für die Menschen dar. Spaziergänger müssen sich in der Gegend in keinster Weise anders verhalten als zuvor. Allenfalls Hundebesitzer sollten ihre Hunde erst einmal an der Leine führen, empfiehlt Anna Rodekirchen, Expertin für Wildtiermanagement am Bayerischen Landesamt für Umwelt.

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Um die Bewegungen und Populationen der “Großen Beutegreifer” wie Bären, Wölfe und Luchse genau zu kennen, ist Monitoring nötig. Ein Mittel dabei sind Wildkameras. Die Chance, den Bären damit zu sichten, ist allerdings gering. In den Nachbarländern sieht das anders aus: Rund 60 Bären leben derzeit im italienischen Trentino. In Slowenien sollen es sogar 450 sein. Auch in Schweden leben Bären.

Mit diesem “Recht” sah es vor 14 Jahren düster aus, als “Bruno” nach Bayern kam. 32 gerissene Schafe und Ziegen, etliche geplünderte Bienenstöcke und Hühnerställe: Der sogenannte “Problembär” Bruno – ebenfalls ein Männchen aus dem Trentino – hinterließ 2006 eine Spur der Verwüstung. Vergebliche Fangversuche, sensationsgierige Medien und Kosten weit über 100.000 Euro – das war die Bilanz. Am 26. Juni 2006 wurde Bruno an der Rotwand nahe des Spitzingsees erschossen. Heute steht er ausgestopft im Münchner “Museum Mensch und Natur”.

Der Biolandwirt im Nebenerwerb Joseph Grasegger aus Garmisch-Partenkirchen züchtet das seltene Murnau-Werdenfelser Rind und die vom Aussterben bedrohten “Bergschafe”. 100 Tiere leben insgesamt im Sommer auf der Alm. Grasegger geht davon aus, dass sich der “Fall Bruno” wiederholen wird. Vor dem Bären selbst hat der Landwirt keine Angst, er fürchtet aber die Folgen:

Der Braunbär ist bislang ein Einzelfall – anders als die Wölfe, von denen es in Bayern wieder zwei Rudel, ein Paar und ein standorttreues Einzeltier gibt. Oder die Luchse: 49 Tiere leben derzeit bei uns – mit leicht steigender Tendenz, wie das Landesamt für Umwelt aktuell herausgefunden hat.

Wenn der richtige Umgang mit diesen Tieren gelingt, dann sind seien sie eine Bereicherung für unser Ökosystem, sagt Anna Rodekirchen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. “Die Bejagung und das Ökosystem gesund zu halten ist eine Aufgabe, die normalerweise großen Beutegreifern zukommt. Diese werden sie, wenn sie wieder hier sind, auch übernehmen”, sagt Anna Rodekirchen. Der Mensch müsse dann unter Umständen ein Stück zur Seite rücken und wieder ein bisschen Platz machen.

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