Zwei Wochen Ausgangsbeschränkungen: Was hat sich verändert? – Top Meldungen

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Seit zwei Wochen gelten in Bayern die Ausgangsbeschränkungen. Bis zum Ende der Osterferien soll das erst einmal so bleiben. Denn das Coronavirus trifft Bayern hart. Die Zahl der Infizierten und Toten steigt täglich immer weiter.

Das Leben ist seit zwei Wochen anders als normal: Keine Freunde mehr treffen, keinen Hobbys in Vereinen nachgehen, nicht Essen gehen, kein Drink in der Bar und auch fast alle Geschäfte sind zu. Das öffentliche Leben steht de facto still.

Alle in der Bevölkerung bekommen die Ausgangseinschränkungen ganz direkt zu spüren. Ob Homeoffice, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit. Aber, um dem Ganzen auch etwas Positives abzugewinnen: Man hat mehr Zeit für Dinge, für die man bisher keine Zeit hatte, wie Aufräumen, Bücher lesen, Spiele spielen, Putzen. Die Zeit der Ausgangseinschränkungen entschleunigt.

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Aber viele Menschen leiden, vor allem die, die alleine sind, in einer kleinen Wohnung leben und schon vor Corona mit Problemen zu kämpfen hatten, stellt Tilmann Haberer fest, evangelischer Leiter der Krisenberatungsstelle Münchner Insel. Die kirchliche Einrichtung bietet kostenlos und anonym eine Krisen- und Lebensberatung – seit zwei Wochen aber nur noch telefonisch. “Vielen macht es zu schaffen, dass die sozialen Kontakte wegfallen”, sagt Haberer. “Die Menschen sind verzweifelt und ratlos. Zum Beispiel wenn jemand kein Geld hat, keinen Computer, die Prepaid-Karte am Handy ist aufgebraucht und jetzt kann er sich nicht mehr mit Behörden in Verbindung setzen, weil die zur Zeit nur telefonisch oder online erreichbar sind”. Tilmann Haberer geht davon aus, dass die Zahl der Anrufe in den kommenden Tagen und Wochen zunehmen wird.

Auch für die Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, ist es aktuell eine harte Zeit. In der Lebensmittelbranche brummt es, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Bayern Wolfgang Puff. Nach den ersten Tagen mit Hamsterkäufen habe sich die Lage jetzt wesentlich beruhigt. “Die Kunden sind sehr vernünftig geworden, sie verhalten sich in den Geschäften außerordentlich zurückhaltend. Es gibt natürlich Ausnahmen.” Der bayerische Handelsverbandschef versichert, die Versorgung mit Lebensmitteln – auch mit Toilettenpapier – sei gesichert.

Dagegen ist die Lage der bayerischen Geschäfte, die nicht systemrelevant sind, wie es offiziell heißt, nach zwei Wochen Ausgangsbeschränkungen dramatisch. Die Geschäfte sind geschlossen, der Umsatz fällt aus. “Wir sind von dem abgeschnitten, was wir am allernötigsten brauchen. Das ist der Kunde”, sagt Handelsverbandschef Wolfgang Puff. Auch wenn es entsprechende Hilfen gibt, bleiben Verbindlichkeiten wie beispielsweise Miete. Außerdem kommt jetzt die Frühjahrsware, die verkauft und bezahlt werden muss, aber nicht verkauft werden kann. Die Folge: ein riesiges Loch in den Kassen. Die Läden sind in Gefahr und brauchen mehr finanzielle Unterstützung. Dennoch versteht der Handelsverbandschef die Maßnahmen der politisch Verantwortlichen. “Wir müssen da miteinander durch”, sagt Wolfgang Puff. “Allerdings: Je länger es dauert, umso schwieriger wird es.”

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