Der Titelkampf der Premier League hat an diesem Wochenende eine neue Wendung genommen – nicht wegen eines engen Spitzenspiels, sondern durch eine Machtdemonstration unter widrigen Umständen. Arsenal gewann am Samstag, dem 31. Januar 2026, mit 4:0 bei Leeds United und baute seine Tabellenführung vorübergehend deutlich aus, obwohl kurz vor dem Anpfiff eine zentrale Figur ausfiel. Entscheidend war dabei weniger das Ergebnis an sich als das Signal: Diese Mannschaft ist selbst bei Rückschlägen in der Lage, dominant zu reagieren.
Mit dem Erfolg liegt Arsenal nun sieben Punkte vor Manchester City und Aston Villa, die allerdings erst am Sonntag ihre Ligaspiele bestreiten. Angesichts einer zuvor angespannten Phase – drei Ligaspiele ohne Sieg, darunter Unentschieden gegen Liverpool und Nottingham Forest sowie eine 3:2-Niederlage gegen Manchester United – kommt der Auftritt in Yorkshire zur rechten Zeit.
Früher Ausfall, klare Antwort
Die Partie in Elland Road stand bereits vor dem Anpfiff unter einem schlechten Vorzeichen für die Gäste. Bukayo Saka, 24 Jahre alt, designierter Kapitän und Schlüsselfigur für Klub und Nationalmannschaft, musste nach dem Aufwärmen kurzfristig passen, nachdem er laut Verein „etwas gespürt“ hatte. Genauere Angaben zur Verletzung machte Arsenal nicht. Der Zeitpunkt war heikel: In drei Tagen steht das Carabao-Cup-Halbfinale gegen Chelsea an.
Trainer Mikel Arteta reagierte mit einer Umstellung und brachte Noni Madueke in die Startelf. Der Flügelspieler prägte das Spiel entscheidend und verlieh der rechten Seite Tempo und Direktheit. Arsenal, das wegen schlechter Wetterbedingungen per Bus und Bahn nach Leeds gereist war, wirkte ungeachtet dessen konzentriert und physisch präsent.
Defensiv profitierte die Mannschaft von der Rückkehr von William Saliba und Jurrien Timber, die den Champions-League-Auftritt unter der Woche verpasst hatten. Gemeinsam mit Gabriel stabilisierten sie eine Abwehr, die in einer Druckphase der Gastgeber zwar zeitweise gefordert war, aber standhielt. David Raya im Tor blieb ohne Gegentreffer.
Den ersten Treffer leitete Madueke selbst ein: Nach einem abgewehrten Eckball brachte Declan Rice den Ball zurück in den Strafraum, Madueke flankte, und Martín Zubimendi köpfte zur Führung ein. Kurz darauf führte ein weiterer Ball von Madueke zu einem Eigentor von Torhüter Karl Darlow, der den Ball an den eigenen Pfosten lenkte.
Leeds, als Tabellen-16. mit einer Bilanz von 6 Siegen, 8 Unentschieden und 9 Niederlagen, hatte sich zuletzt stabil gezeigt und nur eines der vergangenen elf Pflichtspiele seit Dezember verloren, zuletzt 1:1 gegen Everton. Auch gegen Arsenal stemmte sich das Team phasenweise gegen die Niederlage, doch die Effizienz fehlte.
Nach der Pause erhöhte Arsenal das Tempo. Eine Umschaltsituation über Leandro Trossard und Viktor Gyökeres blieb zunächst ohne Erfolg, ehe Artetas Wechsel griffen. Riccardo Calafiori kam für Piero Hincapie, Gabriel Jesus für Gyökeres. Kurz darauf bereitete Martin Ødegaard über rechts vor, Gabriel Martinelli flankte flach, und Gyökeres traf zum 3:0. Den Schlusspunkt setzte Gabriel Jesus, der nach zuvor vergebener Großchance mit einem platzierten Abschluss auf 4:0 stellte.
Im Mittelfeld kontrollierten Zubimendi, Rice und Kai Havertz das Geschehen, während Madueke mit Spielnote 8 laut Halbzeitbewertungen herausragte. Die übrigen Bewertungen: Raya (6), Timber (7), Saliba (6), Gabriel (6), Hincapie (6), Zubimendi (7), Rice (7), Havertz (6), Gyökeres (5), Trossard (5).
Ein kurzes Gerangel zwischen Riccardo Calafiori und Ethan Ampadu sorgte spät für Aufregung, blieb aber ohne größere Folgen.
Für Arsenal ist der Nachmittag mehr als ein hoher Auswärtssieg. Nach einem unbezwungenen Champions-League-Gruppenabschluss inklusive eines 3:2-Sieges gegen Kairat Almaty zeigt der Klub auch national wieder Stabilität. Die offene Frage bleibt die um Sakas Fitness – sie wird über die kommenden Wochen mitentscheiden, wie belastbar dieses Titelrennen wirklich ist.
