Corona-Krise bringt den Sport zum Erliegen

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Die neuartige Viruskrankheit legt nicht nur die Wirtschaft und Gastronomie lahm: Statt in der heißen Saisonphase befinden sich Fußballer, Handballer und Basketballer in der Warteschleife. Nur ganz wenige Wettkämpfe finden noch statt.

Fußball-Bundesligisten schicken ihre Profis in den Kurzurlaub, Basketballer zocken auf der Playstation statt in der Arena, Biathleten und Radsportler sind dagegen noch im Wettkampfmodus. Die Verschärfung der Coronavirus-Krise hat die Sportwelt nahezu angehalten. Statt um Titel und Punkte zu kämpfen, vertreiben sich die meisten Sportler die Zeit daheim.
„Es ist eine ungewöhnliche Lage“, sagte RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche am Samstag. „Das ist die erste Aussetzung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Spieler haben es professionell aufgenommen und verstehen, dass es zurzeit die richtige Entscheidung ist.“ Der Bundesliga-Dritte hat seine Spieler nach Hause geschickt, erst am Freitag wird wieder trainiert. Der Club selbst fahre alles auf ein Mindestmaß herunter. Andere Clubs handelten ähnlich.
Zudem zogen die ersten festgestellten Coronafälle bei Fußball-Profis drastische Maßnahmen nach sich. Der SC Paderborn sowie die Zweitligisten 1.FC Nürnberg und Hannover 96 mussten Teile der Mannschaft oder das ganze Team für 14 Tage in häusliche Quarantäne schicken.
Dagegen zogen die Biathleten durch und beendeten ihre Saison am Samstag mit den Jagdrennen im finnischen Kontiolahti. Der französische Superstar Martin Fourcade feierte im letzten Rennen seiner Karriere den Tagessieg. Den Gesamtweltcupsieg sicherte sich hingegen der Norweger Johannes Thingnes Bö.
In Frankreich feierte Maximilian Schachmann den Gesamtsieg bei der Fernfahrt Paris-Nizza und damit den größten Erfolg seiner Karriere. Der deutsche Meister wehrte auf der Schlussetappe von Nizza nach Valdeblore La Colmiane den Angriff des zweitplatzierten Belgiers Tiesj Benoot (Sunweb) ab und entschied das unter Ausschluss von Zuschauern ausgetragene Etappenrennen mit einem Vorsprung von 18 Sekunden für sich.
Reitturnier findet ohne Zuschauer statt

Auch in Deutschland stand nicht die gesamte Sportwelt still. In Dortmund lief das internationale Reitturnier weiter. Der Veranstalter kann das Turnier nach eigener Aussage durchführen, weil er den Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW berücksichtigt. Demnach sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern untersagt. Beim Turnier in der Westfalenhalle sind Reiter, Funktionäre und Mitarbeiter, aber keine Zuschauer anwesend, so dass die Zahl nicht erreicht wird. Eine Absage hätte nach Angaben des Veranstalters 600.000 Euro gekostet. So sei der Verlust kleiner.
Sogar vor Zuschauern startete am Samstag in London die europäische Olympia-Qualifikation der Boxer. „Hier ist im Gegensatz zu Deutschland eigentlich alles entspannt“, sagte Nadine Apetz der Deutschen Presse-Agentur. Die Weltergewichtlerin aus Köln boxt am Sonntag um den Einzug in das Achtelfinale. Erreicht Apetz das Halbfinale, hat sie das Tokio-Ticket sicher.
Dagegen hat der Triathlon-Weltverband sämtliche Rennen bis Ende April ausgesetzt, darunter auch Wettkämpfe zur Qualifikation für die Sommerspiele. Wie die ITU am Samstag mitteilte, werden die Ranglisten – auch im Paratriathlon und für die Paralympics – mit Stand vom 16. März eingefroren. Auch Ironman-Rennen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.
Marco Baldi, Manager des gerade zwangspausierenden Alba Berlin rief innerhalb der Basketball-Bundesliga zu Solidarität und kreativen Lösungen auf. Damit dürfte er sicherlich nicht gemeint haben, was die NBA-Stars Luka Doncic und Trae Young taten. Beide verkündeten über die sozialen Netzwerke, sich auf die Verbesserung ihrer Fähigkeiten an der Playstation zu konzentrieren. Ex-Meister Golden State Warriors spendete an die Mitarbeiter der Halle wegen der Unterbrechung eine Million Dollar.

DPA
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