Der Kampf um den Aufstieg in der 2. Bundesliga hat zum Start des 19. Spieltags eine neue Dynamik bekommen. SV Darmstadt 98 nutzte am Freitagabend seine Chance, gewann zuhause 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg und rückte damit bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Schalke 04 heran. Parallel dazu sammelte Arminia Bielefeld im Tabellenkeller Moral, während Nürnberg im Mittelfeld stagniert.
Die Ergebnisse wirken über den Abend hinaus: Darmstadt ist nach zwei sieglosen Spielen wieder voll im Rennen um die direkten Aufstiegsplätze, Schalke spürt den Druck – und der Abstiegskampf bleibt eng.
Darmstadt Nutzt Qualität Und Moment
Lange Zeit deutete am Böllenfalltor wenig auf einen klaren Heimsieg hin. Erst nach der Pause brachte Darmstadt seine individuelle Klasse auf den Platz. Hiroki Akiyama traf in der 60. Minute, als er nach einer Ecke aus dem Rückraum den Ball überlegt ins linke Eck schlenzte. Der Treffer gab den Lilien sichtbar Sicherheit.
Der entscheidende Moment folgte nach einer Nürnberger Standardsituation: Ein eigener Eckball des FCN lief ins Leere, Darmstadt konterte – und Luca Marseiler sorgte in der 75. Minute mit einem frechen Lupfer über Torhüter Jan Reichert für die Vorentscheidung.
Für Darmstadt war es der zehnte Saisonsieg und der erste Erfolg im Jahr 2026, nachdem der Jahresauftakt mit einem 3:3 in Bochum den Sprung auf Platz zwei noch verhindert hatte. Trainer Florian Kohfeldt musste seine Startelf nur einmal verändern: Holland fehlte krank, Papela rückte ins Team, während die Neuzugänge Schmidt und Petretta zunächst auf der Bank saßen.
Nürnberg erlebte dagegen einen Abend mit zwei Gesichtern. Ohne den gesperrten Cheftrainer Miroslav Klose, der nach einem Platzverweis fehlte, startete der Club mutig. Unter der Leitung von Co-Trainer Javier Pinola, früher selbst langjähriger FCN-Profi, erspielten sich die Gäste vor der Pause mehrere Möglichkeiten. Eric Porstner vergab in der 22. Minute, Julian Justvan scheiterte kurz vor dem Seitenwechsel gleich zweimal (42./44.) an Darmstadts Torhüter Schuhen. Nach dem Rückstand brach Nürnbergs Spiel jedoch ein – der FCN bleibt damit im Tabellenmittelfeld.
Darmstadt kann nun zumindest bis Sonntag auf Rang zwei blicken. SV Elversberg hat allerdings die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen den VfL Bochum (13.30 Uhr/Sky) wieder vorbeizuziehen. Für die Lilien geht es am kommenden Wochenende erst am Sonntag auswärts zu Hertha BSC (13.30 Uhr), Nürnberg empfängt bereits am Freitag den SC Preußen Münster (18.30 Uhr).
Bielefeld Zeigt Moral Im Abstiegskampf
Einen ganz anderen Charakter hatte die Partie auf der Alm. Arminia Bielefeld, Pokalfinalist und zuletzt formschwach, rettete nach einem 0:2-Rückstand ein 2:2 gegen Holstein Kiel und verhinderte die fünfte Niederlage aus sieben Spielen. Der letzte Sieg der Arminia datiert vom 8. November, seither hatte das Team nur drei Punkte geholt.
Dabei begann alles gegen Bielefeld: Leon Schneider traf in der 33. Minute unglücklich ins eigene Tor, Ivan Nekic erhöhte für Kiel kurz vor der Pause (45.+2). Erst ein Platzverweis brachte die Wende. Nekic sah in der 69. Minute die Gelb-Rote Karte, den fälligen Elfmeter verwandelte Joel Grodowski eine Minute später zum Anschlusstreffer. Der Ausgleich fiel spät: Noah-Joel Sarenren-Bazee köpfte in der 87. Minute zum 2:2 ein, nachdem kurz zuvor ein Distanzschuss von Marius Wörl an die Latte geflogen war (73.).
Das Remis verschafft der Arminia etwas Luft, ohne die Sorgen zu beseitigen. Für Kiel bedeutet der Punktverlust, dass ein mögliches Ausrufezeichen im Aufstiegsrennen ausblieb.
Während Darmstadt nun oben wieder angreift und Schalke unter Zugzwang setzt, zeigt der Abend vor allem eines: In der 2. Bundesliga bleibt kaum Raum für Durchatmen – weder im Aufstiegs- noch im Abstiegskampf.
