Eine Eishockey-Posse in Linz

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Der neue “Eishockey Verein Linz“ (EV Linz) schrieb in einer Aussendung am Montag: “Wir wollen einen demokratischen, erfolgreichen Eishockey-Verein in Linz. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen gibt es nur mehr eine Lösung: ein Neustart! Ein neuer Eishockey-Verein Linz mit einer gültigen Lizenz für die Erste Bank Eishockey Liga. Wir haben einen neuen Verein angemeldet und konnten viele Unterstützer für dieses Projekt begeistern.”

Im Linzer Eishockey hatten in den vergangenen Wochen interne Streitigkeiten bei den Black Wings Linz die Schlagzeilen geprägt. Präsident Peter Freunschlag hatte zuletzt Gregor Baumgartner als neuen Manager der Linzer präsentiert. Dessen Vorgänger Christian Perthaler steht nun auf der Unterstützer-Liste des neuen Eishockey-Vereins. Ebenso wie Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch, die in einer Vorstandssitzung im März als Vizepräsidenten bei den Black Wings ihren Rücktritt erklärt hatten – wobei unklar ist, ob dies rechtlich auch hält.

Die Hauptsponsoren Liwest (Stefan Gintenreiter) und Linz AG (Erich Haider) wechselten laut Papier ebenfalls die Fronten, dazu zumindest drei Fanclubs. Und tatsächlich wird es eng für die Black Wings. Diese stehen seit Dienstag ohne Spielstätte da. Hallen-Eigentümer Linz AG gab in einer Pressemitteilung bekannt, dass der per 30. April auslaufende Pachtvertrag nicht mehr verlängert wird und das Unternehmen das Sponsoring beendet.

Linz AG: „Kein Vertrauen mehr in aktuelle Führung“

“Die Ereignisse der letzten Wochen haben uns an einen Punkt gebracht, an dem wir kein Vertrauen mehr in die aktuelle Führung haben. Ein Verein beruht auf einem Team und auf einer breiten Basis. Die Voraussetzungen dafür sehen wir nicht mehr als gegeben an”, erklärte Linz-AG-Generaldirektor Erich Haider.

Die Linz AG war bisher einer der zwei Hauptsponsoren der Black Wings neben Liwest. Haider schlug sich im Streit zwischen Freunschlag und seinen drei Vize-Präsidenten sowie Manager Christian Perthaler auf die Seite von Karl Egger, Peter Zauner und Peter Matausch. Diese hatten am Ostermontag die Gründung eines “Eishockey-Verein Linz” bekanntgegeben, der auf breite Unterstützung von Sponsoren, Politik und Fans bauen kann.

Verwunderung bei den Black Wings

Black Wings-Präsident Freunschlag sieht der Neugründung verwundert, aber ruhig entgegen: “Der ganze Verein steht hinter mir, bis auf die Vizepräsidenten und der Manager, die sich abgesondert haben. Und es heißt ja nicht, dass die Sponsoren nicht auch noch bei uns Sponsortätigkeit machen werden, das werden wir in den nächsten Wochen klären.” Aufgrund der Corona-Pandemie müsse man sowieso mit einem verminderten Budget rechnen.

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Die Vorgehensweise kann Freunschlag aber nicht nachvollziehen. “Es ist für mich unverständlich, warum die Leute so einen Weg bestreiten wollen, einen neuen Verein gründen und mich unter Druck setzen.” Für die Black Wings sei es aber noch nicht vorbei. “Das ist nicht das Ende, aber es wird schwieriger, weil die Herren einige Sponsoren abziehen.”

Vergangene Woche hatte Präsident Freunschlag noch erklärt, dass er einige Forderungen seiner Kritiker umsetzen sowie den Verein “demokratisieren und finanzielle Transparenz” schaffen wolle. Bezüglich der Hauptsponsoren hatte er sich zuversichtlich gezeigt, dass diese erhalten bleiben. Dem scheint nun nicht so.

Laut Freunschlag sei gemäß den Statuten die Anmeldefrist für die kommenden Saison aber bereits abgelaufen, er rechnet also nicht mit einer Meisterschafts-Teilnahme des neuen Vereins in der Saison 2020/21.

Eishockey-Liga überrumpelt

Die Eishockey-Liga wurde von der Vereinsgründung in Linz am Ostermontag überrascht. Geschäftsführer Christian Feichtinger stellte klar, dass derzeit nur die Black Wings der Liga angehören.

“Wir haben einen Verein, die Black Wings, durch Präsident Peter Freunschlag vertreten, der ordnungsgemäß gemeldet hat und der damit bestätigt, dass das Gamebook (Anm.: Ligaregularien) erfüllt wird”, sagte Feichtinger. “Wir haben einen Verein, der sich an alle Vorgaben hält”, betonte er.

In Gesprächen will Feichtinger in den nächsten Tagen aber Klarheit, wie es in Linz weitergeht. Denn auch er weiß, dass das Personenkomitee des neuen Vereins “ein sehr potentes” ist. “Ich hoffe, dass die Vernunft siegt. In Zeiten wie diesen ist es sowieso nicht so einfach”, schloss Feichtinger.

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