Gastgeber Japan und das IOC im Olympia-Dilemma – Top Meldungen

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Olympia 2020 wird immer unwahrscheinlicher. Das Drängen auf eine Verlegung und der Druck auf das IOC werden immer stärker. Dessen Präsident Thomas Bach wird zur Persona non Grata. Im Gastgeberland versuchen sie die gute Miene zum traurigen Spiel.

“Wenn man sich das anschaut, dann klingt’s nicht wie ‘Völker aller Länder, vereinigt euch’, sondern nach ‘Viren aller Länder, vereinigt euch'”, meint BR-Sportreporter Thomas Klinger. Allerdings müsse man sagen: “Das IOC ist wie jeder Organismus, der will sich selbst schützen”.

Das Dilemma scheint auch einen tieferen Hintergrund zu haben. Klinger verweist darauf, was wir in München und Bayern gesehen haben, bei zwei Olympischen Spielen, die wir versucht haben, zu bekommen: “Sie bekommen keine Städte mehr”. Deswegen müsse das IOC für die Zukunft Tokio schützen und sagen: ‘Wir sind ein verlässlicher Partner’. Damit es in Zukunft noch weitere Städte gibt, die Olympia irgendwann mal wieder austragen wollen”, sagt der Sportreporter.

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Thomas Bach hinterlässt dabei keinen guten Eindruck, meint Klinger: “Das ist die Art und Weise. Das ist schon sehr von der Kanzel herunter, wie er das so macht. Das ist auf alle Fälle arrogant oder ignorant, da ist man sich noch nicht so sicher, wie man das denkt”.

In Japan sieht dagegen noch alles noch nach einer vermeintlichen Olympia-Idylle aus. Die olympische Flamme ist mittlerweile entzündet. Der Fackellauf findet auf japanischem Boden statt, fast als wäre nichts geschehen. Distanz zwischen den Menschen, um die Verbreitung des Coronavirus’ einzudämmen: Fehlanzeige.

Dabei ist in den Organisationskreisen das Thema allgegenwärtig. “Es sind viele Stakeholder, viele Interessengruppen – und die Zeit von vier Wochen brauchen wir, um allen zuzuhören und ihren Blickwinkel in Betracht zu ziehen”, erklärt Yuriko Kioke, die Gouverneurin von Tokio. Und sie betont: “Ich kann über Tokio, den wichtigsten Stakeholder, nur sagen, dass wir klar Stellung beziehen werden”.

Japans Premierminister Shinzo Abe sieht sich genötigt, zu verkünden: “Ich möchte die Olympischen und Paralympischen Spiele als Ganzes über die Bühne bringen, als Beweis, dass die internationale Gemeinschaft das Virus überwunden hat”. Immerhin schränkt er zugleich ein: “Wenn das zu schwierig erscheint, müssen wir an die Athleten denken und darüber nachdenken, die Spiele zu verschieben”.

Der internationale Druck wird immer größer auf Olympia 2020. 5,7 Milliarden soll eine Verschiebung kosten. “Allerdings kann kein Preis hoch genug sein, um Sommerspiele in diesem Jahr durchführen zu wollen”, meint BR-Sportreporter Klinger.

Schutz auch für Tokio – als Signal für zukünftige Bewerber

Bach wie “von der Kanzel herunter”

Olympischer Fackellauf – fast, als ob nichts wäre

Tokio als “wichtigster Stakeholder”

“Über die Bühne bringen” – oder vielleicht doch verschieben?

Verschiebung kostet 5,7 Milliarden

Gastgeber Japan und das IOC im Olympia-Dilemma

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