Alibabas Geschäftszahlen dürften Amazon aufhorchen lassen – Technik

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Alibaba will den stationären Einzelhandel digitalisieren. (Foto: dpa)

Der chinesische Digitalkonzern hat Geschäftszahlen vorgelegt, die in der Branche für Aufmerksamkeit sorgen. Dabei hat Alibaba sein eigentliches weltweites Wachstum noch gar nicht richtig begonnen.

Der chinesische Digitalkonzern Alibaba hat aktuelle Geschäftszahlen für das erste Quartal veröffentlicht – und die haben es in sich und dürften insbesondere bei Amazon, aber nicht minder auch bei Google und anderen Unternehmen, die mit Cloud-Services ihr Geld verdienen, für Unruhe sorgen. So erwirtschaftete Alibaba im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis März) insgesamt 56 Milliarden US-Dollar Umsatz und schaffte eine Steigerung von 51 Prozent, alleine in Q1 waren es umgerechnet 12,1 Milliarden Euro, die Alibaba erwirtschaftete.

Selbst wenn man die diversen Zukäufe des Unternehmens herausrechnet, landet man bei gut 39 Prozent Zuwachs. Besonders stark nahm mit 76 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahresquartal die Cloud-Sparte zu. Es sieht so aus, als entwickle sich Alibaba hier zu einer weiteren festen Größe neben Amazon AWS, Google, IBM und Microsoft. Nach Microsoft und Amazon ist Alibaba bereits heute der drittgrößte Cloud-Anbieter weltweit – und der größte Infrastrukturanbieter aus China.

Alibaba expandiert in Europa

Dem Wachstum, das laut dem Unternehmen weiterhin anhalten könne, dürfte in der Tat wenig im Wege stehen. Denn Ali Express, der Handelsplattform, die Onlinehändlern als Grundlage für den E-Commerce dient, will sich in nächster Zeit vermehrt für westliche Händler öffnen, die (nicht nur) der chinesischen Kundschaft immer mehr Warengruppen ins Haus liefern wollen. Gefragt sind hier vor allem Konsumgüter, die man regelmäßig kauft – neben der bekannten Babynahrung und den Nahrungsergänzungsmitteln vor allem offenbar auch Schweinefleisch, das in großem Stil aus Europa importiert werde.

A propos Europa: Hier will Alibaba in Zukunft mehr Präsenz zeigen: Ein riesiges Logistikzentrum in der Nähe eines belgischen Flughafens, mögliche Zukäufe auch deutscher Unternehmen – und der Wunsch, auch in Europa eine feste Größe im E-Commerce zu werden, zeigen, dass wir in den kommenden Jahren noch Veränderungen bei den Marktanteilen und Umsätzen sehen werden.

t3n meint: Wenn man bedenkt, dass das eigentliche Wachstum in den westlichen Märkten erst noch bevorsteht, zeigt das, welche Wucht hinter dem chinesischen Online-Riesen steckt. Alibaba wird in den kommenden Jahren noch einmal zu einer Umverteilung in der Digitalwirtschaft beitragen – einerseits im Onlinehandel, was ja ihr Kernmarkt ist, aber auch bei den Infrastrukturthemen wie Cloud Services oder IT-Infrastruktur generell. Dass gerade das Cloud-Geschäft zumindest für die größten Player ein sehr lukratives ist, stellt insbesondere Amazon immer wieder unter Beweis. Wer hier über die Jahre die richtigen Entscheidungen trifft und entsprechende Standards setzen kann, dürfte nicht nur kurzfristig ein ertragreiches Erlösmodell haben. Tobias Weidemann

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