Chaos Computer Club kritisiert Corona-App, technische Basis vielleicht doch noch offen

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Es sei auch Gesundheitsminister Spahn laut dem CCC klar, dass selbst Laien der zentralen Speicherung von Daten skeptisch gegenüberstünden.

Deswegen habe er ja auch schon subtil mit einer App-Pflicht geliebäugelt.

Das sei laut dem CCC aber eine technisch hanebüchende Posse, da es auch Millionen Bürger ohne ein Smartphone gebe.

Neben dem Chaos Computer Club haben sich auch andere Digitalvereine aus Deutschland, wie die SPD-nahe Denkfabrik D64, die Interessenvertretung Load e.

V.

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, das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF), die Gesellschaft für Informatik (GI) und die Stiftung Datenschutz gegen PEPP-PT positioniert.

Der offene Brief ist an das Bundeskanzleramt und den Gesundheitsminister gerichtet Darin geht man mit dem PEPP-PT-Konzept der Regierung hart ins Gericht und verweist darauf, dass es ironisch sei, dass selbst Apple und Google, welche nicht gerade scheu seien Nutzerdaten zu sammeln, sich gegen den bevorzugten Ansatz der Bundesregierung gestemmt hätten: „Blickt man realistisch auf das Ziel, dass nämlich die App massenhaft genutzt werden soll, dann ist der zentrale Ansatz schon deswegen hinfällig, weil sich die beiden großen Anbieter mobiler Betriebssysteme bereits dagegen entschieden haben Da kann sich die Bundesregierung noch so verrenken, damit ist der zentrale Ansatz weit entfernt von jeder Möglichkeit zur Realisierung Gesundheitsminister Jens Spahn kann einen nationalen Alleingang gar nicht durchsetzen, wenn er nun auf den zentralen Ansatz pocht“

Gestern hatte ich darüber gebloggt, dass für die deutsche Corona-Warn-App PEPP-PT (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing) als Basis dienen solle.

Nicht nur in den Kommentaren bei uns, allgemein war die Kritik nicht fern.

Denn bei jener technischen Basis werden einige Daten zentral verwaltet, was die Missbrauchsgefahr erhöht.

Der angesehene Chaos Computer Club (CCC) hat dazu nun Stellung bezogen und warnt in einem offenen Brief vor diesem Weg.

Meine Meinung? Ich denke man hatte seitens des Ministeriums nicht mit dem öffentlichen Backlash in diesem Ausmaß gerechnet und versucht deswegen zwar weiter PEPP-PT durchzudrücken, aber die Kritik abzuschwächen.

Tatsächlich bin ich persönlich gerne bereit eine Corona-App zu verwenden – bei Verwendung der PEPP-PT-Technik könnte ich das aber nicht mit meinem Demokratie-Verständnis vereinbaren und würde es unterlassen.

Wie sieht es bei euch aus?

Apple und Google haben sich da bereits entschieden, sie werden Unterstützung für den dezentralen Ansatz in ihre Betriebssysteme bzw.

APIs implementieren.

Das Bundesgesundheitsministerium versucht nun etwas zu entkräften: Ja, man habe eine Machbarkeitsstudie zur PEPP-PT-Technologie beauftragt.

Gleichzeitig behalte man aber weiterhin andere Ansätze im Blick.

Der Fokus liege zwar aktuell auf PEPP-PT, eine finale Entscheidung stehe aber noch aus.

Gemeinsam erklärten die Organisation, dass der gewählte Weg für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft „hochproblematisch“ sei.

Es gebe bessere Alternativen und die sollten genutzt werden.

Zu hoch sei die Missbrauchsgefahr und zu intransparent, wer auf Dauer möglicherweise noch Zugriff auf die erfassten Gesundheitsdaten erhalte – etwa möglicherweise Geheimdienste.

Seitens PEPP-PT, die nur eine Basis für die App bereitstellen würden, betont man, die Daten würden nach spätestens 21 Tagen gelöscht – dem muss man aber blind vertrauen, denn es wäre nicht überprüfbar.

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tekk.tv TechnologieNachrichten

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