Ein paar Gedanken aus dem Home Office

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Ich kann nur von mir sprechen, meinen Fehlern, die ich vielleicht gemacht habe.

Wie gesagt, ich kann hier nichts Allgemeines sagen Was für mich tägliches Geschäft ist, ist für andere eine absolute Ausnahmesituation Da liegen die Nerven mal eher blank Außerdem weiß man ja auch nicht, wie ihr generell als Menschen tickt, wie und was ihr arbeitet

Oft wurde ich in den letzten Tagen gefragt, ob ich was zu „Home Office“ oder „Work at home“ sagen kann.

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Das mache ich ja schon seit fast 12 Jahren (das Blog ist 15) und kann behaupten, dass es mir in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Ich glaube einfach, dass man so ein Thema nicht allgemein angehen darf, im Sinne von „Die besten Tipps fürs Home Office“.

Dieses Blog ist keines dieser Medien, die irgendeinen Schrott von Theoretikern als die reine und einzige Wahrheit für Macher verkauft.

Besser machen ist nämlich eine andere Sache als besser wissen.

Ich brauche unseren Lesern nicht erzählen, dass sie in der Corona-Krise große Menschenansammlungen vermeiden sollten.

Wer in dieser Zeit meint, sich im Pulk irgendwo zu treffen, um Party zu machen, der sollte mit dem Wasserwerfer vertrieben werden, zudem ein Ordnungsgeld aufgebrummt bekommen.

Die ganze Shitshow ist erst am Anfang und es wird noch um einiges härter werden, für jeden Einzelnen.

Ich würde drauf wetten: Es wird noch lange dauern, bis das Virus abgehakt ist.

Feste Arbeitszeiten? Wenn man die nicht einhalten muss, würde ich hier auch ein „Warum“ schreiben.

Menschen sind unterschiedlich, es gibt Nachteulen.

Und manchmal habe ich einen zerballerten Rhythmus und bin schon um 4 oder so auf den Beinen – dann bin ich aber froh, dass ich die bis dahin noch entschleunigte Zeit total prima für Arbeiten nutzen kann, die ich vielleicht sonst nicht schaffe.

Regelmäßiges Essen? Warum? Kann man doch machen, wenn man Hunger hat.

Las ich ebenfalls: Man solle nicht am Arbeitsplatz essen.

Wunderte mich auch.

Finde ich für mich falsch.

Richtig wäre: Esst bewusst.

Wenn ich, wie früher, einfach nebenher in Hektik gegessen habe, dann hat sich nur schwer ein Sättigungsgefühl eingestellt.

Ich esse immer noch zu 99 % am Schreibtisch.

Aber bewusst.

Und natürlich anders als früher.

Ebenfalls hat es bei mir Jahre gedauert, bis ich mich zu einem Stehschreibtisch entschlossen habe.

Die Sache ist: Wer auf der Arbeit gesessen hat, der wird auch daheim sitzen.

Was will man euch jetzt also erzählen? Dass ihr regelmäßig aufstehen sollt? Wie zum Teufel ist das dann am Arbeitsplatz abgelaufen? Aber ja, schaut auf jeden Fall, dass ihr gut sitzt, dann dürfte die Arbeit besser erledigt werden können.

Mir hat der Stehschreibtisch geholfen, alternativ stellt man sich vielleicht ein Getränk in die Küche, damit man sich ab und an dorthin begibt.

Ich habe in den letzten Tagen immer gelesen: „Zieht euch an, als würdet ihr zur Arbeit gehen, zieht keine Jogginghose an“.

Warum? Ehrlich, die meisten müssen nur temporär für ein paar Wochen ins Home Office.

Ich habe für mich Jahre gebraucht, bis ich die Jogge nicht mehr wollte.

Dennoch habe ich mit ihr temporär keinen Stress.

Ich glaube nämlich nicht, dass man einen Dresscode benötigt, um produktiv zu arbeiten.

Man kleidet sich an einem Tag so, wie man sich wohlfühlt.

Wer sich wohlfühlt, ist vermutlich besser drauf und geht die Arbeit produktiver an.

Und wenn das in der Jogginghose ist, dann ist das eben so.

Wie ich arbeite? Den ganzen Tag.

Ich habe hier Hobby und Beruf in einem.

Von morgens bis ca.

17 / 18 Uhr bin ich in meinem Arbeitszimmer, danach immer im Standby im Wohnzimmer, meistens also auch „auf der Arbeit“.

Selbst und ständig blabla.

Ebenfalls habe ich Jahre gebraucht, um abzuschalten.

Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Fett geworden.

Selbst Schuld.

Also Zeit genommen und Sport gemacht.

Müsst ihr da im Home Office für ein paar Wochen drauf achten? Eure Sache.

Mit Hinblick auf die Lage würde ich aber sagen, dass man sich die Zeit nehmen sollte, sich mal zu bewegen, auch draußen.

Gerade, wenn man nicht die große Bude hat.

Muss ja immer schon lachen, wenn Stars in diesen Tagen zeigen, wie ihnen in ihren 1000-Quadratmeter-Buden mit Pools und Fitnessstudio die Decke auf den Kopf fällt und sie sich ja beschäftigen müssen.

Klar ist denen langweilig, die haben vermutlich keinen Job mit ins Home Office nehmen müssen.

Von daher: Ich bin momentan gerne draußen, das Wetter ist besser – und ich kann ja noch raus, die Frage ist, wie lange.

„Gehirn ist Lava“ für einige Vollidioten, wie ich oben schon schrieb.

Meine frühere Nichtbewegung war ein Fehler.

Und die Tatsache, dass ich mir nicht die Zeit für mich und meinen Kopf gegönnt habe.

Ruhe ist auch so ein Thema.

Da ist auch jeder anders.

Manchmal stört mich Musik, manchmal nicht.

Da brauche ich was, was mich nicht ablenkt.

Ich hab den ganzen Tag Mixcloud an.

Stundenlange Mixe diverser Genres, die im Hintergrund rieseln und rauschen.

Das neue Album meiner Lieblingsband aktiv hören? Geht nicht.

Nicht für mich.

Ich kann auch nicht aktiv arbeiten (in meinem Fall also lesen und schreiben), wenn auf einem Monitor noch eine Serie geschaut werden muss – oder eine Sprachnachricht abgehört werden soll.

Funktioniert für euch? Toll! Wirklich, freut mich, beneidenswert.

Was mir von Anfang an wichtig war, das war das Respektieren meiner Arbeit.

Menschen haben bei mir total lange gebraucht, um zu raffen, dass ich da echt arbeite in meinem Zimmer.

Wie sich das damals gezeigt hat? Unangekündigter Besuch, viele Unterbrechungen, generelles Generve, auch vom Partner.

Ich habe dann das Ganze erklärt und darum gebeten, dass man mich so behandelt, als würde ich in einem Büro sitzen.

Unwichtige Themen für mich vielleicht aufsparen, bis ich mal in Richtung Kaffeemaschine latsche.

Viele haben ein Problem, welches ich nicht habe: gleichzeitige Kinderbespaßung und Arbeit.

Ich würde behaupten, dass man nicht konzentriert am Rechner arbeiten kann und gleichzeitig dafür sorgen kann, dass ein Kind versorgt und auch gefordert ist.

Das Coronavirus ist eine andere Situation, eine hoffentlich nur kurzfristige – aber langfristig Arbeit und Kind? Ein Part wird da sicherlich auf der Strecke bleiben.

Ich hab da dankenswerterweise meine Frau.

Es würde definitiv nicht anders gehen.

Ausrasten würde ich wahrscheinlich.

Siehe oben: Ruhe.

Und da ich hier nicht alleine wohne, weiß ich, dass ich nicht alle Rechte für mich in Anspruch nehmen möchte.

Wenn mein Sohn Max (6) Besuch hatte früher (momentan ist ja eher kein Kontakt angesagt), dann wird es hier auch mal lauter.

Dann setze ich mir halt einen Kopfhörer auf.

Gleiches Recht für alle.

Da frag ich mich immer, seit wann Ordnung etwas Schlechtes ist.

Oder was Menschen dazu treibt, so über andere zu urteilen.

Wenn ihr euch also unwohl fühlt an eurem Platz, an dem ihr derzeit arbeiten müsst, dann ändert bestenfalls was.

Ob das nun Ordnung, Platz oder eine Blume ist.

Es ist wie mit der Kleidung.

Fühlt man sich wohler, läuft die Arbeit auch besser ab.

Ihr macht das nicht für andere, sondern für euch.

Während der Arbeit brauche ich Ordnung.

Nichts hasse ich mehr als Geraffel auf dem Tisch.

Witzig zu beobachten: Der „ordentliche Deutsche“ muss mir immer erzählen, dass er sich wundere, wie aufgeräumt mein Arbeitszimmer sei, wie ordentlich mein Schreibtisch aussehe.

Ob bei Twitter, Facebook oder in den Kommentaren: Dieser Umstand wird nach dem Posten eines Bildes so kommentiert, als sei er was Schlechtes.

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