Apple steht möglicherweise vor der größten Umstellung seiner iPhone-Produktstrategie seit Jahren. Nach neuen Berichten aus Lieferketten- und Branchenkreisen könnte das nächste Flaggschiff, das iPhone 18 Pro, bereits in rund acht Monaten vorgestellt werden – während ein günstigeres iPhone 17e sogar schon etwa einen Monat früher auf den Markt kommen soll. Interne Informationen, über die unter anderem Forbes berichtet, deuten zudem auf tiefgreifende Änderungen bei Design, Zeitplan und Produktaufstellung hin.
Im Kern geht es um mehr als ein einzelnes Gerät. Die jüngsten Leaks zeichnen das Bild eines Apple-Konzerns, der seine iPhone-Veröffentlichungen künftig auf zwei Termine pro Jahr aufteilen und das Premium-Segment stärker von den Basismodellen absetzen will. Das iPhone 18 Pro und das größere 18 Pro Max sollen dabei die technologische Speerspitze bilden – flankiert von einem neuen, faltbaren Modell, dem iPhone Fold.
Ein erstes visuelles Signal lieferte die bekannte Leaker-Plattform FrontPageTech, die kürzlich ein Render-Video zum iPhone 18 Pro veröffentlichte. Darin ist zu sehen, dass Apple angeblich erstmals Face ID unter das Display verlagern will. Anstelle der bisherigen Dynamic Island soll nur noch ein kleines Kameraloch übrig bleiben, das in die linke obere Ecke des Bildschirms rückt. In sozialen Netzwerken stieß diese Idee auf geteilte Reaktionen: Kritiker sprechen von einem Bruch mit der bisherigen Symmetrie und fühlen sich an Android-Geräte von vor fünf Jahren erinnert, während Befürworter darin einen notwendigen Zwischenschritt in Richtung eines echten Vollbild-Designs sehen.
Trotz dieses Eingriffs soll der Rest des Designs eher evolutionär bleiben. Nach Angaben aus der Lieferkette werden das iPhone 18 Pro und das 18 Pro Max Bildschirmgrößen von 6,3 beziehungsweise 6,9 Zoll behalten und damit dem aktuellen iPhone-17-Pro-Lineup entsprechen. Das Gehäuse soll weiterhin aus Aluminium bestehen. Auch bei den Kameras sind keine radikalen Umbrüche geplant: Hinten sollen erneut drei Sensoren mit jeweils 48 Megapixeln sitzen, vorne eine 18-Megapixel-Kamera. Beide Pro-Modelle sollen zudem mit 12 GB Arbeitsspeicher ausgestattet werden.
Zwei Launch-Zyklen statt eines
Der eigentliche strategische Bruch betrifft jedoch den Zeitplan. Ab der iPhone-18-Generation will Apple offenbar von der jahrelang gepflegten Tradition abrücken, alle neuen Modelle gemeinsam im Herbst vorzustellen. Stattdessen soll es zwei iPhone-Saisons pro Jahr geben.
Nach den derzeit kursierenden Informationen plant Apple für den Herbst 2026 den Start von drei Spitzenmodellen: dem iPhone 18 Pro, dem iPhone 18 Pro Max und dem neuen iPhone Fold. Die günstigeren Varianten – das iPhone 18 und ein iPhone 18e – sollen erst im Frühjahr 2027 folgen. Damit würde Apple das Premium-Segment mehrere Monate lang exklusiv im Markt platzieren und die Verkaufsdynamik deutlich verändern.
Analystenberichte, die Anfang Januar kursierten, nennen bereits erste technische Eckdaten für die drei Herbst-Modelle. Das iPhone Fold soll demnach im aufgeklappten Zustand über ein 7,8-Zoll-Display verfügen und zusammengeklappt auf unter 5,3 Zoll kommen. Auch dieses Gerät soll zu den leistungsstärkeren iPhones gehören und sich klar oberhalb der Basismodelle positionieren.
Parallel zu diesen langfristigen Produktplänen hat Apple in China zuletzt auch mit kleineren Aktionen Aufmerksamkeit erzeugt. Am 6. Januar veröffentlichte das Unternehmen zum Jahr des Pferdes spezielle digitale Designs: Zum einen verteilte Apple über seinen offiziellen WeChat-Account ein limitiertes Neujahrs-Rotumschlag-Cover, das ein stilisiertes Pferdemotiv im Apple-Logo zeigt, in Goldtönen gehalten und mit Wolkenornamenten verziert. Das Cover war drei Monate gültig, wurde aber wegen der hohen Nachfrage schnell vergriffen. Zudem stellte Apple passende Hintergrundbilder für iPhone, iPad, Mac und Apple Watch bereit.
Auch ein physisches Sonderprodukt kam auf den Markt: Die AirPods Pro 3 in einer Neujahrs-Edition mit einer lasergravierten Pferde-Emoji-Grafik auf dem Ladecase, die nicht über den normalen Gravurservice erhältlich ist. Der Preis liegt bei 1.899 Yuan.
All das ändert nichts daran, dass die Aufmerksamkeit der Branche inzwischen klar auf das Jahr 2026 gerichtet ist. Wenn sich die aktuellen Berichte bewahrheiten, steht Apple nicht nur vor einem neuen iPhone-Design, sondern vor einer grundlegenden Neuordnung seines wichtigsten Produktzyklus. Das iPhone 18 Pro wäre dann weniger ein weiteres jährliches Update – und mehr der Auftakt zu einer neuen Taktik, mit der Apple seine Flaggschiffe deutlicher von der Masse abheben will.
