Deutscher Mann verhaftet, nachdem er Auto in Menschenmenge gefahren war, 5 Tote

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Ein Mann fuhr am Dienstag mit einem Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit im Zickzack durch eine Fußgängerzone in der südwestdeutschen Stadt Trier, wobei fünf Menschen, darunter ein neun Monate altes Kind, getötet und mehr als ein Dutzend schwer verletzt wurden, sagten Beamte. Der Fahrer, der als ein 51-jaehriger deutscher Mann, geboren in Trier, identifiziert wurde, sei am Tatort festgenommen und das Fahrzeug beschlagnahmt worden, teilte die Trierer Polizei mit.

Der Verdaechtige, dessen Name nach deutschem Datenschutzrecht nicht bekannt gegeben wurde, hatte keinen festen Wohnsitz und lebte in den vergangenen Tagen in dem Land Rover, den ihm ein Freund geliehen hatte und der bei dem Anschlag benutzt wurde, sagte Staatsanwalt Peter Fritzen, der die Ermittlungen leitete.

Er werde von der Polizei verhört und müsse sich einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen, sagte Fritzen und fügte hinzu, ein Arzt sei vor kurzem zu dem vorläufigen Schluss gekommen, dass der Mann psychisch krank sein könnte.

“Wir haben keinen Hinweis darauf, dass irgendein terroristisches, politisches oder religiöses Motiv eine Rolle gespielt haben könnte”, sagte er gegenüber Reportern.

Der Verdächtige habe vor dem Vorfall auch eine “nicht unbedeutende” Menge Alkohol konsumiert und liege weit über dem gesetzlichen Grenzwert, fügte er hinzu.

Bürgermeister Wolfram Leibe, der während des Tages zu Tränen gerührt war, als er über die schreckliche Szene sprach, sagte, es sei schwierig, mit dem Geschehenen fertig zu werden. “Ich kann nicht verstehen, wie jemand auf die Idee kommt, mit einem Geländewagen durch das Stadtzentrum zu fahren, um Menschen zu töten”, sagte er. “Menschen töten – ein Baby, 9 Monate alt, bis zu einer Frau von 72 Jahren; was haben diese Menschen getan? Sie wollten nur in die Stadt fahren, einkaufen, und jetzt sind sie tot.”

Vier Menschen befanden sich noch immer in lebensbedrohlicher Gefahr im Krankenhaus und fünf weitere erlitten schwere Verletzungen, während weitere sechs weniger schwere Verletzungen auftraten, sagte Innenminister Roger Lewentz. Die Polizei teilte später mit, einer der Verletzten sei erlegen, gab aber keine weiteren Einzelheiten an.

Bei den anderen Getöteten handelte es sich um eine 25-jaehrige Frau und einen 45-jaehrigen Mann aus Trier, unter denen sich auch die Mutter des Kindes im Krankenhaus befand. Nach Angaben der Polizei war das aelteste Opfer 73 Jahre alt. “Dieser Vorfall hat ganz Deutschland erschüttert”, sagte Lewentz.

Die Polizei wurde kurz vor 14 Uhr mit Berichten ueber den Anschlag gerufen. Lewentz lobte die Sicherheitskräfte für ihre Reaktion und sagte, sie hätten den Wagen, der am Straßenrand angehalten hatte, ausfindig gemacht und den Verdächtigen innerhalb von vier Minuten nach dem ersten Anruf in Gewahrsam genommen.

Der Fahrer, der sich allein im Auto befand, widersetzte sich der Festnahme, wurde aber von der Polizei überwältigt, so die Behörden.

In einem Video, das von einem lokalen Medienunternehmen veröffentlicht wurde und angeblich die Verhaftung zeigt, konnte die Polizei einen Mann auf dem Bürgersteig neben einem Auto mit Trierer Nummernschildern festnehmen. Die Authentizität des Videos konnte nicht sofort überprüft werden, und es wurde kurz nachdem die Polizei per Twitter darum gebeten hatte, Fotos und Videos des Tatorts nicht weiterzugeben, abgenommen.

Das Filmmaterial vom Tatort zeigte Menschen vor einem Laden, die offenbar jemandem auf dem Boden halfen, der zwischen verstreuten Trümmern lag.

Die rheinland-pfaelzische Landeshauptfrau Malu Dreyer, die aus Trier stammt, verurteilte den Anschlag als “brutale Tat”.

“Es war ein wirklich, wirklich schrecklicher Tag fuer meine Heimatstadt”, sagte Dreyer nach einem Besuch vor Ort vor Reportern.

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Steffen Seibert, twitterte, der Vorfall sei “schockierend”.

“Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten und bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die derzeit im Dienst sind und sich um sie kümmern”, sagte er.

Trier liegt etwa 120 Meilen westlich von Frankfurt, nahe der Grenze zu Luxemburg. Die Stadt mit etwa 110.000 Einwohnern ist bekannt für ihr römisches Tor, die Porta Nigra, die sich in der Nähe des Ortes des Geschehens befindet, und als Geburtsort von Karl Marx.

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