Appell an Söder: Musiker, Kabarettisten und Clubs schlagen Alarm – Top News

0

Die Kulturschaffenden fordern von Söder einen “langfristigen Kultur-Rettungsschirm für die bayerische Kulturszene”, bis wieder “Publikum gefahrlos Veranstaltungen besuchen kann”.

Mit ihrem Appell reihen sie sich ein in eine Vielzahl von Hilferufen aus der bayerischen Kulturszene.

Von Willy Astor bis Stefan Zinner, von der Spider Murphy Gang bis zu den Sportfreunden Stiller: 350 bayerische Künstler und Veranstalter fordern von Ministerpräsident Söder einen Kultur-Rettungsschirm.

Einer von vielen Hilferufen aus der Kulturszene.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Es ist ein düsteres Bild, das Kulturschaffende aus ganz Bayern angesichts der Corona-Krise zeichnen: “Bayern ist ein Kulturstaat, dem die Stille droht.

Nach Corona – ohne Bühnen”, warnen Musiker, Kabarettisten, Schauspieler, Veranstalter und Clubs aus dem gesamten Freistaat in einem eindringlichen Appell an Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Sie sehen Tausende Arbeitsplätze in Gefahr und viele Clubs, Konzertsäle, Musikbars und Kleinkunstbühnen vor dem Aus.

“Der Kulturstaat Bayern und ein Großteil seiner Kulturinfrastruktur sind in Not.

!

“Freie Veranstalter von Musik, Theater & Kabarett stehen momentan vor der Insolvenz!”, warnen sie in ihrem Schreiben.

Auch für Bühnen und Clubs sehen sie schwarz.

“Sie werden zu den letzten gehören, die wieder für Publikum öffnen dürfen.

Diese Kulturplattformen werden die Pandemie nicht überstehen”, warnen die Unterzeichner.

“Tausende Plattformen sind in Gefahr.

” Kein Veranstalter wolle sein Publikum und seine Mitarbeiter einer Infektionsgefahr aussetzen.

So lange es eine Distanzvorgabe geben müsse, seien Konzert und Auftritte vor Publikum nicht kostendeckend zu realisieren.

“Der Kulturstaat Bayern braucht Hilfe und Perspektive!”

Prominente Unterzeichner

“Wir werden bald hungern”

Söder: “Künstler nicht allein lassen”

Schleich beklagt fehlende Perspektive für Theater und Kultur

Initiiert wurde das aktuelle Schreiben an Söder vom Verband für Popkultur in Bayern, die Liste der Mitunterzeichner liest sich wie das Who’s Who der bayerischen Pop- und Kabarettszene.

Mit dabei sind Willy Astor, Frank-Markus Barwasser, Eisi Gulp, Luise Kinseher, Wolfgang Krebs, Urban Priol, Konstantin Wecker, die Well-Brüder und Stephan Zinner sowie Bands wie die Bananafishbones, dicht & ergreifend, Haindling, die Killerpilze, Münchner Freiheit, Spider Murphy Gang und die Sportfreunde Stiller.

Zu den mehr als 350 Unterzeichnern gehören darüber hinaus Konzertveranstalter, Festivals, Privattheater, Clubs, Ticketverkäufer, Plattenläden und Dienstleister.

Von Willy Astor bis Stefan Zinner, von der Spider Murphy Gang bis zu den Sportfreunden Stiller: 350 bayerische Künstler und Veranstalter fordern von Ministerpräsident Söder einen Kultur-Rettungsschirm.

Einer von vielen Hilferufen aus der Kulturszene.

Sibler versicherte auf BR-Anfrage, man habe sich den Brief “sehr zu Herzen” genommen.

“Wir haben jetzt ein spezielles Programm aufgelegt, 90 Millionen für die die sogenannten Solo-Selbständigen ohne eigene Betriebsstätte.

Voraussetzung ist die Teilnahme an der Künstlersozialkasse”, erläuterte der Minister.

“Damit haben wir eine große Lücke noch mal schließen können.

” Laut Sibler soll die Antragsstellung bald schon möglich sein, “und dann hoffen wir, dass es sehr sehr schnell geht, was die Bearbeitung und Auszahlung anbelangt”.

Dringend Hilfe braucht beispielsweise auch die freischaffende Dramaturgin und Filmemacherin Sabine Schreiber aus Holzkirchen.

“Auch wenn ich sehr genügsam lebe, geht mir schlicht und ergreifend das Geld aus”, sagte sie dem BR.

“Und Das Heizöl geht aus in meinem alten Häuschen.

” Aus der Not heraus schrieb sie Mitte April einen offenen Brief an Kunstminister Bernd Sibler (CSU): Viele Künstler und Kulturschaffende würden in der Corona-Krise vergessen und fielen durchs Raster.

“Diese Krise jetzt – die zwingt sogar uns als Überlebenskünstler in die Knie”, warnte sie.

Und wir werden bald hungern, wenn Sie uns nicht helfen.

Damit ist aber längst nicht allen geholfen: Der Bayerische Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft (BLVKK) kritisierte Söders Versprechen als “Mogelpackung”.

Denn Söder habe die Soforthilfe für Künstler an eine Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) geknüpft.

“Damit bleibt ein Großteil der Solo-Selbstständigen immer noch unverschuldet auf der Strecke.

Denn in der Kultur- und Kreativwirtschaft sind viele aufgrund der Beitritts-Bedingungen nicht über die KSK versichert”.

Angekündigt hatte das Programm Ministerpräsident Söder in seiner Regierungserklärung vergangene Woche.

“Bayern ist ein Kulturstaat.

Wir wollen die Kunstszene und die Künstler nicht allein lassen”, versprach er.

Die Einnahmeausfälle kultureller Einrichtungen würden mit Soforthilfen, Notprogrammen und Kreditprogrammen ausgeglichen.

Zudem kündigte er an, Künstler, Musiker, Schauspieler und Kabarettisten würden drei Monate lang 1.

000 Euro monatlich als Unterstützung bekommen.

Laut BLVKK greifen die angekündigten Maßnahmen greifen für die Kultur- und Kreativbranche definitiv nicht weit genug.

“Der Ärger bei den Betroffenen ist entsprechend groß.

Beim Verband gehen seit Tagen viele Anfragen und Brandbriefe ein, die den Frust der Branche anschaulich dokumentieren.

” BLVKK-Präsidiumsmitglied Sigrid Diewald sprach von einem “Pulverfass” und forderte von der Staatsregierung, ganz schnell nachzubessern.

“Denn wenn Bayern ein Kulturstaat sein soll, wie von Söder verkündet, muss die gesamte Branche betrachtet werden, nicht einzelne Künstler.

Appell an Söder: Musiker, Kabarettisten und Clubs schlagen Alarm

Ähnliche Appell und Hilferufe bekam die Staatsregierung in den vergangenen Tagen und Wochen auch von weiteren Verbände und Vereinen der aus der Kulturbranche – auch in der Kinobranche, im Tanz- und Theaterbereich sind die Existenznöte groß.

Sorgen und Ängste, aber auch Wut ruft dabei die Tatsache hervor, dass nach wie vor völlig unklar ist, wann und in welchem Umfang Künstler wieder vor Publikum auftreten können, wann Theater, Konzertsäle und Kinos wieder öffnen können.

Dass darüber noch überhaupt nicht gesprochen wird, während der Abschluss der Bundesliga-Saison im Fußball intensiv diskutiert wird, ärgert beispielsweise den Kabarettisten Helmut Schleich, der zu ebenfalls den Unterzeichnern des Künstler-Appells an Söder zählt.

Auf Facebook beklagte er: “Sauber.

Für die Theater und die Kultur insgesamt gibt’s noch nicht einmal eine Perspektive, aber die Bundesliga ist ‘lebensnotwendig’.

Share.

Leave A Reply