Bayerns Künstleragenturen stehen wegen Corona am Abgrund – Top News

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Im Gegensatz zu vielen anderen freien Künstlern ist es Johannes Schachtner noch einigermaßen gut gegangen.

Er kann weiterarbeiten, zumindest als Komponist: “Ich hab mich bisher mit Komponieren seelisch und musikalisch über Wasser gehalten, so dass ich da immer eine Aufgabe für mich fand, jetzt ist nach ein paar Monaten schon die Zeit, wo man wissen will, wo kann‘s denn hingehen, und da wartet man mal wieder.

Zum Beispiel Johannes Schachtner: Der 34-jährige Komponist und Dirigent hat weit mehr Zeit als sonst, denn das Musikleben steht immer noch weitgehend still.

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“Der erste Schock, die erste Starre ist überwunden, man versucht in die Zukunft zu schauen und stellt dann fest, dass es gar nicht so einfach ist, in die nähere oder sogar weitere Zukunft zu blicken, weil alles sehr unsicher ist.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

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Tausende Konzerte abgesagt, tausende Künstler ohne Engagement: Seit Monaten kämpft die Kreativszene im Freistaat ums Überleben.

Wie es weitergeht, scheint niemand so recht zu wissen, einige Künstleragenturen rechnen nun mit dem Schlimmsten.

In Corona-Zeiten sind Künstleragenturen und Konzertveranstalter fast in Vergessenheit geraten, dabei steht hinter ihnen eine ganze Branche von kleineren und größeren Unternehmen, die normalerweise den Kulturbetrieb organisieren.

Seit Monaten kämpfen die Kreativen ums Überleben.

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Krisenstimmung auch im Münchner Künstlersekretariat am Gasteig.

Weltstars wie Pianist Lang Lang, Dirigent Herbert Blomstedt oder Sänger Christian Gerhaher sind hier unter Vertrag, die Agentur vermittelt ihnen Auftritte im In- und Ausland.

Auftritte finden seit zehn Wochen nicht statt, und damit fallen auch die Provisionen für die Agentur aus.

Wie es weitergeht, scheint niemand so recht zu wissen.

Einer rechnet mit dem Schlimmsten: Andreas Schessl, Chef von Deutschlands größtem Klassikveranstalter münchenmusík.

170 Konzerte musste Schessl schon absagen, ein Viertel seiner jährlichen Veranstaltungen – der Schaden geht in die Millionen.

Große Hoffnung, dass es bald wieder weitergeht, macht sich der Konzertveranstalter nicht.

Schessl erwartet die Unterbrechung seiner Veranstaltungen bis ins nächste Jahr: “Das heißt für uns, dass wir uns eingestellt haben auf eine Zeit, tatsächlich bis eine Heilung, ein Impfstoff da ist oder möglicherweise Corona irgendwie verschwunden ist auf wundersame Art und Weise.

Und das kann bedeuten zwölf oder achtzehn Monate, oder vielleicht auch darüber hinaus.

Krisenstimmung bei Künstleragenturen

Planungssicherheit und Perspektiven für Kreativszene gefordert

Tausende Konzerte abgesagt, tausende Künstler ohne Engagement: Seit Monaten kämpft die Kreativszene im Freistaat ums Überleben.

Wie es weitergeht, scheint niemand so recht zu wissen, einige Künstleragenturen rechnen nun mit dem Schlimmsten.

Diese bisher übliche Geschäftspraxis könnte durch neue Bezahlmodelle abgelöst werden.

Damit wollen sich die Künstleragenturen finanziell besser schützen.

So gibt es Überlegungen, wenigstens einen Teil der Provisionen eher einzufordern.

“Wir haben unsere komplette Arbeit geleistet, wir dürften auch rein rechtlich Provisionsrechnungen schicken”, sagt die Agentin Verena Vetter.

“Aber das ist einfach common sense, dass in der Agenturbranche die Rechnung erst gestellt wird, wenn das Ereignis stattgefunden hat.

Schessl versichert, die Flinte ins Korn werfen wolle er nicht.

Und er sei auch in der Lage, innerhalb von zwei Wochen die geplanten Konzerte doch auf die Bühne zu bringen.

Voraussetzung: das Publikum macht mit.

Für den Münchner Konzertveranstalter Andreas Schessl steht gerade die Frage im Vordergrund, unter welchen Bedingungen das Publikum wieder ins Konzert gehen würde.

Schessl glaubt, dass sich die Zuschauer vor allem sicher fühlen müssen.

Und so sind für ihn Konzerte mit Abstandsregeln und Maskenpflicht nicht vorstellbar: “Das kann eigentlich nicht das sein, was wir produzieren wollen: nämlich eine schöne Atmosphäre, ein emotionales Erlebnis und für die Künstler auch einen Widerhall sozusagen, der aus einem fast leeren Saal kommt, das ist eine grausame Atmosphäre.

Dirigent und Komponist Johannes Schachtner will planen und wünscht sich von der Politik, dass sie dem Kulturbetrieb endlich Perspektiven aufzeigt: “Uns wäre wahnsinnig geholfen, wenn einfach so Rahmenbedingungen abgesteckt werden.

Wir würden alle akzeptieren, wenn es zwei Wochen davor heißt: nein, das ist jetzt nicht möglich, es gibt eine zweite und eine dritte Welle.

Aber wir brauchen diese Möglichkeit, jetzt zu planen, auch schon für nächstes Jahr.

Keiner hat was dagegen, einen Plan B oder C zu entwickeln, nur ohne Plan B und C, wenn dann auch Plan A nicht geht, wird’s schwierig.

Bayerns Künstleragenturen stehen wegen Corona am Abgrund

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