Darum bekommt Kabarettistin Sarah Bosetti den Salzburger Stier – Top News

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Sarah Bosetti lässt sich nicht einschüchtern.

Sie erzählt uns ihre Sicht der Dinge – in Geschichten, Gedichten und politischen Kommentaren, auf der Bühne, bei Fernsehauftritten, in Büchern, Radiokolumnen und Videopodcasts.

Sie sei ein Genre für sich, attestierte ihr die First Lady des deutschen Kabaretts Gerburg Jahnke.

Diese Vielseitigkeit kommt Sarah Bosetti jetzt in der Corona-Krise zugute.

Satire ist für sie ein Mittel der politischen Meinungsbildung.

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Immer wieder bezieht sie Stellung zu kontroversen Themen: Abtreibung, Klimapolitik, Flüchtlingskrise.

Das provoziert nicht nur Widerspruch, sondern auch massive Anfeindungen im Netz.

Den Titel ihres aktuellen Buchs hat sie einer an sie gerichteten Hassbotschaft entlehnt: “Ich hab nichts gegen Frauen, du Schlampe!”.

Sie habe festgestellt, “dass ich zu 90 Prozent sexualisierten Hass bekomme.

Es ist egal, worüber ich spreche.

Ich kann über Flüchtlinge reden und die Leute werden mir wünschen, dass ich von Flüchtlingen vergewaltigt werde.

Das legt die Vermutung nahe, dass der Hass, den ich abbekomme, damit zu tun hat, dass ich mich als Frau relativ präsent öffentlich äußere.

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Feminismus, Sexismus und das Scheitern – das sind ihre Themen.

Sie ist halb Mensch und halb Frau, und wurde 2013 Vizemeisterin im Poetry Slam.

Sie kommt maximal unaufgeregt daher, wirbelt trotzdem viel Staub auf und erhält jetzt den Salzburger Stier.

“Feminismus macht mich wahnsinnig! Er quält mich, er geht mir so sehr auf die Nerven, dass ich wünschte, ich hätte einen Sack, auf den er mir gehen könnte!”, sagt Sarah Bosetti, die sich eine “Feministin wider Willen” nennt: Es fühle sich seltsam an, einem Ismus anzugehören, von dem man sich wünscht, es gäbe ihn nicht.

Täglich aber muss sich die 1984 in Aachen geborene junge Mutter mit sexistischen Vorurteilen herumschlagen – etwa dem, es gebe kaum lustige Frauen und schon gar keine, die politisch Relevantes zu sagen hätten.

Bosetti meint, “es gibt im Kabarett und allgemein auf Bühnen das Problem, das wir gesamtgesellschaftlich auch haben: Dass Frauen einfach weniger sichtbar sind, weniger Fernsehauftritte haben.

Es gibt doch auch die Sache, dass Leute sagen: Mein Navi darf keine weibliche Stimme haben, weil ich habe keine Lust, dass eine Frau mir sagt, wo es langgehen soll.

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Der Salzburger Stier geht in diesem Jahr auch an Renato Kaiser aus der Schweiz und Florian Scheuba aus Österreich.

Die Preis-Verleihung wird am heutigen Donnerstag als Geister-Gala aufgezeichnet.

Die Bayern2 radioSpitzen (immer freitags um 14 Uhr 5 und Samstags um 20 Uhr 5) bringen ab nächster Woche immer wieder Ausschnitte der Gala, um die drei Preisträger nach und nach vorzustellen.

Am morgigen Freitag (15.

5.

) und am Samstag (16.

5.

) gibt‘ es bayerische Highlights aus früheren Stier-Jahrgängen.

Mittlerweile hat Sarah Bosetti einen Weg gefunden, mit sexistischen Anfeindungen umzugehen, sie sogar künstlerisch fruchtbar zu machen.

Sie verwandelt Hasskommentare in Liebeslyrik.

Schöner und entlarvender nimmt derzeit wohl niemand populistischen Stimmen den Wind aus den Segeln.

Sarah Bosetti trage zu einem regen, gesellschaftspolitischen Diskurs bei und habe Maßstäbe gesetzt für nachfolgende Generationen junger Künstlerinnen, urteilt die Jury des Salzburger Stiers.

Dass der internationale Radio-Kabarettpreis in diesem Jahr in Form eines virtuellen “Geistertiers” verliehen wird, ist ein kleiner Wermutstropfen.

“Ich hab nichts gegen Frauen, du Schlampe!”

Hasskommentare werden zu Liebeslyrik

Feminismus, Sexismus und das Scheitern – das sind ihre Themen.

Sie ist halb Mensch und halb Frau, und wurde 2013 Vizemeisterin im Poetry Slam.

Sie kommt maximal unaufgeregt daher, wirbelt trotzdem viel Staub auf und erhält jetzt den Salzburger Stier.

Darum bekommt Kabarettistin Sarah Bosetti den Salzburger Stier

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