Ernst Grube: Lebenslanger Mahner gegen das Vergessen – Top News

0

Die Familie verlor 1938 ihre Mietwohnung in einem der Häuser in der Herzog-Ernst-Straße, die der Gemeinde gehörten.

In ihrer Ausweglosigkeit brachten die Grubes ihre Kinder im Antonienheim unter, einer Einrichtung der Israelitischen Jugendfürsorge.

Vorübergehend, wie es hieß.

Daraus wurden viereinhalb Jahre.

Im Heim erlebte Ernst Grube erstmals jüdisches Leben mit all seinen Festen.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Er genoss freundliche Erzieherinnen und hatte viele Kinder zum Spielen um sich.

Der Münchner Holocaust-Überlebende Ernst Grube war längst ein hoch angesehener Zeitzeuge, als er namentlich im bayerischen Verfassungsschutzbericht als Linksextremer erwähnt wurde.

Er hat sich davon nie einschüchtern lassen.

Ernst Grube wurde am 13.

Dezember 1932 in München geboren.

Sein Vater Franz war evangelisch, seine Mutter Clementine jüdischen Glaubens.

Das sollte nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten das Leben von Ernst Grube folgenschwer belasten.

Zusammen mit seinem älteren Bruder Werner und der kleinen Schwester Ruth gehörte er wie seine Mutter der jüdischen Gemeinde an.

Nach den 1935 erlassenen Rassengesetzen des NS-Staates waren die Kinder sogenannte “Geltungsjuden”.

Die Familie war nicht religiös, aber Mutter Clementine arbeitete im jüdischen Krankenhaus in der Hermann-Schmid-Straße und war mit Belangen der jüdischen Gemeinde durchaus befasst.

Nach dem Transport der letzten Münchner Juden 1943 holte Franz Grube im März 1943 seine Kinder nach Hause.

Zu Hause bedeutete winzige Unterkünfte für fünf Menschen.

Die Kinder, die nicht zur Schule gehen durften, erfuhren in München Ausgrenzung und Missachtung.

Dennoch glaubte sich die Familie in Sicherheit, ihre Befreiung schien ihr durch das Kriegsgeschehen näher zu rücken.

Doch im Februar 1945 erhielt Clementine Grube den Gestellungsbefehl zur Deportation.

Bisher konnten sie und ihre Kinder überleben, weil ihr “arischer” Mann zu ihnen gehalten hatte.

Am 21.

Februar wurde sie zusammen mit ihren Kindern in das KZ Theresienstadt deportiert, dort als Krankenschwester eingesetzt, ihre Kinder wurden auf verschiedene Häuser des Konzentrationslagers verteilt.

Ausgeschlossen vom öffentlichen Leben

Ausgrenzung und Missachtung

Erwähnung im Verfassungsschutzbericht

Doch die Lage der Kinder im Heim wurde zunehmend bedrückender.

Ab 1941 mussten jüdische Menschen ab dem sechsten Lebensjahr einen gelben Stern tragen, sie wurden vom öffentlichen Leben nahezu ausgeschlossen, durften kein Radio besitzen, nicht auf Parkbänken sitzen, keine Schule besuchen, nur in ausgewiesenen Geschäften einkaufen.

Die Liste der Verbote war sehr, sehr lang.

Juden wurden ihres Eigentums beraubt, zu Zwangsarbeit verpflichtet und schließlich deportiert.

Die Deportationen trafen auch Kinder aus dem Antonienheim.

Sie wurden ermordet.

Schließlich wurde das Heim aufgelöst und Ernst musste mit seinen Geschwistern in das Ghetto Milbertshofen und später nach Berg am Laim.

Als er schon längst als hoch angesehener Zeitzeuge Schulklassen besuchte, wurde er namentlich im Bayerischen Verfassungsschutzbericht als Linksextremer aufgeführt.

Er hat sich davon nie einschüchtern lassen, aber sich darüber sehr geärgert.

Bis heute, mit 87 Jahren, wird er nicht müde, dem Vergessen von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft entgegenzutreten und sich für Menschen einzusetzen, die in Deutschland gerade antisemitische, rassistische und rechte Gewalt erleben.

Der Münchner Holocaust-Überlebende Ernst Grube war längst ein hoch angesehener Zeitzeuge, als er namentlich im bayerischen Verfassungsschutzbericht als Linksextremer erwähnt wurde.

Er hat sich davon nie einschüchtern lassen.

Nach der Befreiung durch die Rote Armee begann das gerettete Leben in München mit Trauer – alle nahen Verwandten der Mutter waren dem Holocaust zum Opfer gefallen – und in Armut.

Ernst fing an, sich politisch zu engagieren, er arbeitete aktiv in der Gewerkschaftsjugend mit und wurde Kommunist.

Er trat der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) bei.

Zuhause lernte er das Malerhandwerk, wie sein Vater wurde er Malermeister, später Fachlehrer in der Berufsschule.

Wegen seiner Mitgliedschaft in der DKP erhielt er Berufsverbot.

Mehr zum Thema in STATIONEN, am Mittwoch, 6.

Mai 2020 um 19 Uhr, im BR-Fernsehen und im Anschluss in der Mediathek.

Ernst Grube: Lebenslanger Mahner gegen das Vergessen

Share.

Leave A Reply