Fern von Afrika-Klischees: “Sing It Loud” erscheint auf DVD – Top News

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Ein weiter Himmel.

Viel Staub in der Luft.

Eine Rinderherde zieht vorbei.

In einer Bananenplantage eine Frau und ein Mann, die die Erde aufhacken.

Ein kleiner Junge, der durch das Tor eines Hofes hüpft.

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Ein altes Paar auf Stühlen vor seinem Haus.

Ein aufgeregtes Huhn läuft durchs Bild.

Dazu auf der Tonspur ein singender Chor.

So beginnt Julia Peters Film.

Die Regisseurin aus Deutschland begleitet drei unterschiedliche Chöre.

Dazu kommt in diesem Film ein offen neugieriger Blick auf das afrikanische Land, wie man ihn selten erlebt.

Es geht auch um die gemeinsame Geschichte, um Kolonialismus und Postkolonialismus.

Nur werden diese Themen nicht didaktisch offensiv verhandelt, sie schwingen einfach mit, öffnen Assoziationsräume.

Tansania war von 1885 bis 1916 Deutsch-Ostafrika.

“Sing It Loud” ist vor allem eine Musikdokumentation.

Gefilmt in ruhigen, langen Einstellungen.

Der Alltag spielt eine wichtige Rolle – die Armut in Tansania ist spürbar, wird aber nicht ausgestellt.

Regisseurin Julia Peters konzentriert sich auf jeweils zwei Protagonisten von drei Chören.

Martha und Simon arbeiten als Kleinbauern.

Maria und Evarest betreiben eine Autowerkstatt.

Dazu kommen noch die beiden Jugendlichen Kelvin und Nuru.

Die Dramaturgie ist einfach und läuft unwiderstehlich auf das große Chorfinale am Ende des Films zu.

Fern von Afrika-Klischees geht es um Menschen, die singen, um zu sein.

Die sind, um Mitmenschlichkeit in der Musik zu erfahren.

Die sich emanzipieren, indem sie die Choräle der alten Kolonialherren auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretieren.

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Luther-Lieder in Tansania: Seit vielen Jahrzehnten lädt die Evangelische Kirche im ehemaligen “Deutsch-Ostafrika” zu einem Chorfestival ein.

Die Dokumentar-Filmerinnen Julia Peters und Jutta Feit zeigen Singen als Selbst- und Gemeinschafts-Erfahrung.

Vor drei Jahren, zum lutherischen Reformations-Jubiläum 2017, kam der Dokumentarfilm “Sing It Loud – Luthers Erben in Tansania” in die Kinos.

Es geht um den Chorwettbewerb, den die evangelisch-lutherische Kirche in Tansania seit den fünfziger Jahren veranstaltet und an dem inzwischen landesweit über 1500 Chöre teilnehmen.

Einer der Chöre war 2017 parallel zum Kinostart auf einer Konzertreise durch Deutschland unterwegs und begeisterte Menschen in Kaufbeuren, Erlangen, Schweinfurt, Marktredwitz oder München.

Erst jetzt – drei Jahre später – erscheint endlich eine DVD des Films und er ist online zu sehen, mit einer speziellen Tonspur für den 3D-Soundtrack.

Chormusik ist in Tansania Popmusik.

Wer kürzlich im Kino das legendäre Gospelkonzert von der Queen of Soul, Aretha Franklin, gesehen hat, “Amazing Grace”, der mag ahnen, was den Zuschauer bzw.

Zuhörer in “Sing it loud” erwartet.

Das Wunder der Stimme.

Elektrisierende Musik.

Eine Form der Selbst- und Gemeinschaftserfahrung, wie sie beim Singen möglich ist.

Anlässlich des Wettbewerbes müssen alle tansanischen Chöre eine Eigenkomposition aufführen, aber auch einen alten deutschen Choral singen, in diesem Fall “Eine feste Burg ist unser Gott”, ein Kirchenlied, das Martin Luther selbst geschrieben hat.

Es kommt zu akustischen “Culture Clashs” – denn die getragene Melodik eines deutschen Chorals hat nichts gemein mit der Rhythmik afrikanischer Musik.

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Aufgeregtes Huhn im Bild

Raum für Assoziationen

Akustische “Culture Clashs”

“Sing It Loud” – Dokumentarfilm von Julia Peters und Jutta Feit, Deutschland 2017, 99 Minuten, Studio EZEF Nairobi, Sonderedition mit Bonusmaterial und 3D-Sound, ca.

24,58 Euro

Luther-Lieder in Tansania: Seit vielen Jahrzehnten lädt die Evangelische Kirche im ehemaligen “Deutsch-Ostafrika” zu einem Chorfestival ein.

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Fern von Afrika-Klischees: “Sing It Loud” erscheint auf DVD

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