Keine Schockstarre: Die katholische Kirche in Corona-Zeiten – Top News

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“Ich glaube, dass die Kirche gerade für junge Menschen durch die Krise ein Feld erobert hat, wo sie vorher unterrepräsentiert war.

Und das spiegeln junge Leute sehr klar zurück: Super cool, dass ihr jetzt den Sprung da hinein gewagt habt, dass ihr uns so nahe seid und unsere Lebenswelt teilt.

” Pfarrer Alois Emslander hat gelernt: Damit digitale Angebote ankommen, müssen sie sich an eine klar umrissene Zielgruppe wenden.

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Von einem Tag auf den anderen hat die Corona-Pandemie das kirchliche Leben auf den Kopf gestellt.

Aus der Not heraus sind viele neue Angebote entstanden, vor allem online.

Aber sind diese Veränderungen auch ein Modell für die Zukunft?

Nachdem wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus öffentliche Gottesdienste untersagt worden waren, überlegte Landjugendpfarrer Alois Emslander: “Wie komme ich jetzt an meine Leute ran? Wie merken sie, dass ich da bin?” Er fing mit einem kurzen Video auf Facebook für die Mitglieder der katholischen Landjugend an.

Sein Ziel: Mut machen.

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Pfarrer Stephan Rauscher, der Leiter des Pfarrverbands Attenkirchen und Nandlstadt im Erzbistum München und Freising, streamt zwar auch gerade jeden Sonntag einen Gottesdienst, aber er hat sich noch etwas anderes einfallen lassen: Jeden Tag bricht er von Attenkirchen im Landkreis Freising aus zu einer anderen Kirche seiner Gemeinde auf – zu Fuß.

Vor allem macht er seine Wallfahrten für die Alten und die Einsamen, die sonst schwer zu erreichen sind: “Zum Teil geht man an deren Häusern vorbei, natürlich nur jede Woche mal, aber da merkt man: Die sehen das.

Viele stehen auch am Fenster und winken.

” Auch der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel weist darauf hin, wie wichtig die direkte Ansprache ist:

Nach der Krise: hochwertige Digitalangebote

Fußwallfahrten zu den Einsamen

Einschränkungen in der karitativen Arbeit

Keine Schockstarre, aber auch noch nicht am Ziel

Von einem Tag auf den anderen hat die Corona-Pandemie das kirchliche Leben auf den Kopf gestellt.

Aus der Not heraus sind viele neue Angebote entstanden, vor allem online.

Aber sind diese Veränderungen auch ein Modell für die Zukunft?

Auch bei der Versorgung von Bedürftigen sind neue Angebote gefragt, wie das Beispiel der Caritas München zeigt: Sie hatte Mitte März zwei Food Trucks für Wohnungslose und andere Hilfsbedürftige auf die Straße gebracht.

Diese ambulante Versorgung mit Lebensmitteln ist notwendig, weil viele andere Anlaufstellen wegen der Ansteckungsgefahr mittlerweile geschlossen sind.

Pro Tag kamen etwa 300 Leute, um sich eine heiße Suppe mit Semmel zu holen, sagt Projektleiterin Alexandra Myhsok.

Inzwischen sind die Food Trucks wieder abgebaut, weil die Miete des Trucks auf Dauer zu teuer wäre.

Ganz aufgeben möchte sie das Projekt Food Truck aber noch nicht: “Das wäre eigentlich optimal, wenn wir einen gebrauchten Food Truck hätten, mit dem wir unterwegs sein könnten in den verschiedenen Wohngebieten, ohne teure Mietgebühren zahlen zu müssen.

Die Corona-Krise fordert die katholische Kirche, ihre Einrichtungen und die Menschen, die ihr nahestehen.

Sie ist nicht in Schockstarre verfallen, als große Teile des bislang gekannten kirchlichen Lebens zum Erliegen kamen.

Im Gegenteil: Aus der Not heraus sind viele neue Ideen und Angebote entstanden.

Der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel findet: Die katholische Kirche sollte überlegen, welche Schwerpunkte sie jetzt und vor allem auch in Zukunft setzen will:

Auch wenn – unter Auflagen – bald wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden dürfen: Corona und der derzeitige Ausnahmezustand werden Spuren hinterlassen – von einer Rückkehr zur Normalität kann nicht die Rede sein.

Keine Schockstarre: Die katholische Kirche in Corona-Zeiten

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