Kiekma einer schau: Die wunderbare rbb-Sitcom “Warten auf’n Bus” – Top News

0

Zehrfeld hofft, dass die minimalistische Milieustudie auch im echten Leben zu Gesprächen und einem Blick über den Tellerrand führt.

Denn das Unverständnis zwischen Ost und West ist standhafter als jede Mauer.

Zeit wird’s, dass auch hier endlich die Spitzhacke angesetzt wird.

Aber der Untertitel-Gedanke verfliegt so schnell wie er gekommen ist, denn selbst diesseits des Weißwurst-Äquators gewöhnt man sich fix an den fremden Slang.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

Mehr noch: Man kann ihn im Zuge der acht Serienfolgen geradezu lieben lernen.

Schönes kurzes Szenen-Beispiel: Der Langzeitarbeitslose Ralle steht auf dem Dach einer Bushaltestestelle und schreit: “Ick bins König vonne Weeelt!!!” Woraufhin sein Kumpel Hannes erwidert: “Der König.

Wenn schon.

Dit andere isn Bier.

Das war’s dann auch schon mit der Handlung.

Acht Folgen lang passiert so gut wie nichts.

Hannes und Ralle sitzen und reden im Wartehäuschen, das ähnlich runtergekommen ist wie seine Dauergäste.

Auch wenn die Serie als Sitcom beworben wird und der Wortwitz wie frisches Popcorn durch die Pampa fliegt: Es geht um mehr als Entertainment.

Hannes und Ralle sind Beispiele für den abgehängten Ostdeutschen irgendwo im Nirgendwo: kein Job, keine Perspektive, die Ehe gescheitert.

Klingt nach Klischee, ist aber nun mal in vielen Ecken Realität, sagt Ronald Zehrfeld, der den Frühinvaliden Hannes spielt und wie sein Serienpartner Felix Kramer im Osten geboren und aufgewachsen ist.

Er kenne Leute, die so seien wie in der Serie – ob Hannes, Ralle, Kathrin oder die hier und da mal auftauchenden Nebenfiguren.

Als Zehrfeld die Rolle angeboten wurde, war er sofort von der ungeschönten Realitätsnähe der Charaktere angetan.

In den Gesprächen von Hannes und Ralle geht es um Ost und West, um früher und heute, um rechts und links.

Gegenpole, die Reibung erzeugen, die scheinbar unvereinbar sind.

Die aber auch die Zerrissenheit und Widersprüchlichkeit spiegeln, die Außenstehende oft vor den Kopf stößt.

“Was Angie nicht geschafft hat in 16 Jahren, schaffen vielleicht wir mit diesen acht Teilen”, sagt Zehrfeld: “Dem Wessi zu erklären, warum der Ossi in einem Halbsatz sagt ‘Unter Adolf hätt’s dit nicht gejeben’ und im letzten Halbsatz steht drin: ‘Na ja, im Sozialismus war eh alles besser.

‘”

Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen.

Hier geht’s zur Anmeldung!

Keine Perspektive, kein Job, Ehe kaputt.

Zwei Wendeverlierer sitzen in einer Bushaltestelle in der brandenburgischen Provinz und reden.

Klingt deprimierend, ist aber sehr lustig: Die rbb-Produktion “Warten auf’n Bus” ist ein echtes Serien-Kleinod.

Donnerlittchen.

Untertitel wären nett.

Dieser Gedanke dürfte bei so einigen aufblitzen nach den ersten Minuten der rbb-Miniserie “Warten auf’n Bus”.

Angesiedelt in der tiefsten brandenburgischen Provinz, wird hier astreiner ostdeutscher Dialekt gesprochen, inklusive unvollständiger Sätze und verschluckter Wörter.

Man hat ja nix und sparen muss man eh an allen Ecken und Enden.

Alle acht Folgen von “Warten auf’n Bus” können in der ARD-Mediathek gestreamt werden.

Der rbb zeigt immer mittwochs um 22 Uhr eine der jeweils 30-minütigen Folgen.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

.

.

In unserem kulturWelt-Podcast sprechen wir täglich über das, was die Welt der Kultur bewegt.

Hier abonnieren!

Warten und reden

Abgehängte Ostdeutsche irgendwo im Nirgendwo

Minimalistische Milieustudie

Hannes und Ralle sind die Hauptfiguren in “Warten auf’n Bus”.

Sie tun, was der Serientitel besagt: Sie warten auf den Bus.

Einsteigen wollen sie nicht, nur kucken.

Fahrerin Kathrin, die patente Blonde mit dem flächendeckenden Rosentattoo auf dem rechten Handrücken, ist das tägliche Highlight der beiden Endvierziger.

In Zeiten von #MeToo eigentlich ein Unding, in dieser Serie aber nur herzig.

Denn Hannes und Ralle sind verliebt.

Wenn Kathrin im Wendehammer der Endhaltstelle ihre Zigarettenpause einlegt, werden die Dosenbiertrinker zu glücklich lächelnden Lämmchen, die ausnahmsweise mal schweigen, statt sich anzublöken.

Keine Perspektive, kein Job, Ehe kaputt.

Zwei Wendeverlierer sitzen in einer Bushaltestelle in der brandenburgischen Provinz und reden.

Klingt deprimierend, ist aber sehr lustig: Die rbb-Produktion “Warten auf’n Bus” ist ein echtes Serien-Kleinod.

Kiekma einer schau: Die wunderbare rbb-Sitcom “Warten auf’n Bus”

Share.

Leave A Reply