Kirchenvandalismus wird immer hemmungsloser – Top News

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Die Deutsche Bischofskonferenz beobachtet seit Jahren eine Zunahme von Kirchenvandalismus – nicht nur in Zahlen, sondern auch qualitativ.

Die Täter werden immer dreister, immer hemmungsloser.

Was die Schwere dieser Delikte betrifft, trifft dies auch auf Bayern zu, auch wenn hier die Statistik eher rückläufig ist.

Beschmierte Wände, zerstörte Innenräume, geschändete Heiligenfiguren: Die Deutsche Bischofskonferenz beobachtet seit Jahren eine Zunahme von Kirchenvandalismus und geht dabei von extremistischen und ideologisch bedingten Straftaten aus.

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Die Fälle sind oft unspektakulär, aber sie hinterlassen Spuren: mutwillige Zerstörungen in und an Kirchen.

Schmierereien an Mauern oder eingeworfene Fenster gehören noch zu den harmlosen Delikten.

Auch verwüstete Innenräume und geschändete Heiligenfiguren sind keine Seltenheit.

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“Wir gehen davon aus, dass häufig Geltungsdrang eine große Rolle spielt”, so Bauer.

“Bei Sachbeschädigung durch Graffiti ist es eigentlich typisch, dass Bilder angefertigt werden, die danach im Internet landen.

” Nur in Einzelfällen gehe man davon aus, dass ein Täter einen ganz persönlichen Hass gegen Kirche und Glauben habe und aus dieser Motivation heraus agiere.

Serientäter in Mittelfranken unterwegs

Prahlen im Netz mit Graffiti-Bildern

Jugendliche drücken Zigarette auf Beichtstuhl-Kissen aus

Kommunionkinder starten Aufruf an Dieb

Am Wochenende schlug ein mutmaßlicher Serientäter in Aurach in Mittelfranken wieder zu.

Er zerstörte ein Flurkreuz und trennte die Beine der Christusfigur ab.

Vermutlich ein Kirchenhasser, sagt Stefan Bauer, Sprecher der Polizei Mittelfranken.

Beschmierte Wände, zerstörte Innenräume, geschändete Heiligenfiguren: Die Deutsche Bischofskonferenz beobachtet seit Jahren eine Zunahme von Kirchenvandalismus und geht dabei von extremistischen und ideologisch bedingten Straftaten aus.

Pfarrer Heinrich Weber von der Straubinger Pfarrei St.

Stephan musste bereits ähnliche Erfahrungen machen.

Sein schlimmster Fall liegt etwa zwei Jahre zurück, da wüteten zwei Jugendliche in seiner Kirche, brachen eine Heiligenfigur vom Altar in der Lourdes-Grotte, rissen das Mikrofon heraus.

Sie rauchten im Beichtstuhl und drückten die Zigaretten am Polster aus.

Jakob Johannes Koch, Kulturreferent der Deutschen Bischofskonferenz, hatte in den vergangenen zehn Jahren mit vielen besonders krassen Fällen von Kirchenvandalismus zu tun.

Für ihn zeichnet sich eine klare Tendenz ab: “Wir haben seit etlichen Jahren vermehrt Hinweise, dass es sich um extremistische, ideologisch bedingte Straftaten handelt.

” Es würden gezielt Bildwerke beschädigt, Heiligenstatuen und Christusfiguren am Kruzifix würden Köpfe abgeschlagen und die Gliedmaßen entfernt.

In den Kirchen werde uriniert und exkrementiert.

“Es ist so schrecklich, dass man es kaum wagt auszusprechen”, sagt Koch.

Manchmal, meint Weber, seien sich Täter gar nicht bewusst, was sie damit anrichten und bei Gläubigen auslösen.

Kulturreferent Koch weiß auch hier von Geschichten, die besonders zu Herzen gehen: “Das verletzt und traumatisiert Menschen.

Es gibt an Weihnachten Fälle, dass Jesuskinder aus Krippen gestohlen werden.

In einer Gemeinde waren die Kommunionkinder selbst so betroffen, dass sie geweint haben.

” Die Kommunionkinder hätten dann einen rührenden Aufruf gepostet, mit der Bitte an den Dieb, das Jesuskind wieder zurückzubringen.

Bleibt die Frage, was dagegen getan werden kann.

Zusperren will gerade in Corona-Zeiten niemand seine Kirche.

Manche setzen auf Videoüberwachung.

Im Bistum Augsburg zum Beispiel müssen Gemeinden aber erstmal einen Fragenkatalog des Datenschutzbeauftragten beantworten, bevor ihnen dies genehmigt wird.

Meist setzen Pfarreien Ehrenamtliche ein, die ein Auge auf das Gotteshaus werfen.

Kirchenvandalismus wird immer hemmungsloser

Ab und zu haben Täter sogar ein Einsehen, wie im Falle des gestohlenen Jesuskindes, erzählt Jakob Johannes Koch von der Deutschen Bischofskonferenz: “Es kam tatsächlich zurück, allerdings war Weihnachten schon längst vorbei.

Manchmal aber gibt es offensichtlich doch noch einen kleinen Rest Ehrgefühl.

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