Kraftwerk gegen Pelham: Noch immer kein Ende im Sampling-Streit – Top News

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Heute nun sollte der Bundesgerichtshof den Fall klären.

Doch die Karlsruher Richter verweisen ihn erneut ans zuständige Oberlandesgericht Hamburg zurück.

Die Begründung hat auch mit der langen Dauer des Verfahrens zu tun: Seit 2002 ist das Urheberrecht in der Europäischen Union vereinheitlicht.

Für die Zeit danach hatte der EuGH auf Anfrage des BGH entschieden, dass eine fremde Tonsequenz nur dann ohne Erlaubnis verwendet werden darf, wenn sie für den Hörer in dem neuen Werk nicht mehr wiedererkennbar ist.

Ob das auf den Fall Kraftwerk gegen Pelham zutrifft, hätte der BGH entscheiden sollen.

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Jahrzehntelanger Rechtsstreit um zwei Sekunden Musik: Durfte Produzent Moses Pelham eine Sequenz aus einem Kraftwerk-Stück unter einen Song von Sabrina Setlur legen? Heute sollte der BGH urteilen, verwies die Sache aber wieder an ein anderes Gericht.

Es klingt wie eine Lappalie, ist aber für die Musikbranche eine sehr grundsätzliche Frage: Liegt es in der künstlerischen Freiheit, für eigene Songs Anleihen bei den Werken anderer Musiker zu machen – oder wäre das eine Urheberrechtsverletzung? Eine Frage, um die seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Rechtsstreit zwischen den Elektro-Pionieren von Kraftwerk und dem Produzenten Moses Pelham geführt wurde.

Und der bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) ging.

Der Fall ist deshalb so wichtig, weil das sogenannte “Sampling”, die Verwendung kurzer Tonfolgen oder Motive aus fremden Songs, eine verbreitete Praxis ist, vor allem in Rap und Hip-Hop.

Eine Praxis mit künstlerischem Anspruch und nicht in jedem Fall Piraterie, denn es kann schließlich auch um kreativen Austausch oder die Neuinterpretation von Musik gehen.

Prozess in Endlosschleife

Kreative Anleihe oder Ideenklau?

In der Erklärung des Gerichts heißt es nun: “Eine abschließende Beurteilung ist dem Bundesgerichtshof allerdings verwehrt, weil das Oberlandesgericht keine Feststellungen dazu getroffen hat, ob die Beklagten ab dem 22.

Dezember 2002 Handlungen der Vervielfältigung oder Verbreitung vorgenommen haben oder ob solche Handlungen ernsthaft und konkret zu erwarten waren.

” Auch andere offene Fragen müssten noch geklärt werden.

Der Sampling-Prozess geht also in die nächste Runde.

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Jahrzehntelanger Rechtsstreit um zwei Sekunden Musik: Durfte Produzent Moses Pelham eine Sequenz aus einem Kraftwerk-Stück unter einen Song von Sabrina Setlur legen? Heute sollte der BGH urteilen, verwies die Sache aber wieder an ein anderes Gericht.

Mit Material der dpa.

Die Original-Sequenz, um die nun schon so lange gestritten wird, stammt aus einem Titel der Elektropop-Pioniere Kraftwerk, “Metall auf Metall” von 1977.

Pelham hatte den Beat 1997 leicht verlangsamt in Endlosschleife unter den Song “Nur mir” mit der Rapperin Sabrina Setlur gelegt.

Kraftwerk-Mitbegründer Ralf Hütter wirft Pelham Diebstahl geistigen Eigentums vor und hat ihn verklagt.

Das Verfahren wird in der Musikbranche seit langem mit Spannung verfolgt, weil es sehr grundsätzliche Fragen zum Verhältnis von Kunstfreiheit und Urheberschutz aufwirft.

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Kraftwerk gegen Pelham: Noch immer kein Ende im Sampling-Streit

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