Online-Verleihung: So öde war der Deutsche Filmpreis 2020 – Top News

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Dass eine solche Preisverleihung ohne applaudierendes und emotional mitgehendes, lachendes und überraschtes Saalpublikum nicht funktionieren würde, war bereits nach ein paar Minuten klar, derweil der Moderator mit ungelenk wirren thematischen Sprüngen anfangs noch versuchte, der einsamen Show wenigstens eine politische Note einzuhauchen.

Der berührendste Moment folgte immerhin noch, als der 87-jährige Edgar Reitz für sein Lebenswerk geehrt wurde.

“Ich denke das Private ist immer auch etwas Allgemeines, wenn man es ernsthaft versteht“, sagte der aus München zugeschaltete Regisseur.

Er feierte zusammen mit seiner Frau – und betonte so das Politische im Privaten, wovon ja auch seine große filmische Trilogie “Heimat“ über eine Familie in einem kleinen Hunsrückdorf erzählt.

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Kein Live-Publikum, Laudationen und Dankesreden per Videokonferenz: Die Verleihung des Deutschen Filmpreises sah gestern wegen der Corona-Epidemie ganz anders als sonst – (k)ein Modell für die Zukunft?

Zum 70.

Mal wurde der Deutsche Filmpreis gestern Abend vergeben.

Und das unter besonderen Umständen: Live, aber ohne Publikum.

Mit Preisträgerinnen und Preisträgern, die per Videokonferenzen zugeschaltet wurden.

Moderiert von Schauspieler Edin Hasanović, der die über zweieinhalb Stunden nicht enden wollende Lola-Verleihung als mitunter verzweifelte One-Man-Show hinter sich brachte – bisweilen unterstützt von Laudatoren, die sich irgendwie in die riesige und eher dunkel gehaltene Halle des TV-Studios in Adlershof bei Berlin verirrten.

Die Zuschaltungen per Videokonferenz waren eher eine Zumutung als ein Gewinn, die Tonqualität erwies sich oft als mies, die Leitungsverzögerungen verstärkten noch den bizarren Charakter des Abends.

Diesem fehlten Tempo & Rhythmus, die sterile Atmosphäre verstärkte das Floskelhafte so mancher Dankesrede – und ab Mitternacht begann man sich zu fragen, wie viele Zuschauer vor den Fernsehgeräten dieser peinlich blutleeren Lola-Verabreichung wohl noch folgen würden.

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters war am Ende – die Uhr zeigte schon eins – sichtlich ermüdet und wirkte alles andere als frisch, als sie den Umschlag für den besten Film öffnete: Das Drama “Systemsprenger“ über eine schwer erziehbare Neunjährige war mit acht Auszeichnungen der große Gewinner des Abends.

Das im Kino höchst erfolgreiche Spielfilmdebüt der Regisseurin Nora Fingscheidt gewann acht Lolas, darunter für die beste Hauptdarstellerin und den besten Hauptdarsteller, für das beste Drehbuch, für den besten Schnitt und eben auch für die beste Regie.

Die Filmpreisverleihungen der Zukunft werden hoffentlich wieder anders aussehen.

Schlimmer kann auch ein Geisterspiel im Fußball nicht sein.

Als Ulrich Matthes, der Präsident der Deutschen Filmakademie, am Ende noch versuchte, Stimmung zu verbreiten, war man nicht mehr weit entfernt davon, Mitleid zu empfinden.

Der Versuch einer politischen Note

Klarer Gewinner: “Systemsprenger”

“Das Private ist immer auch etwas Allgemeines”

Kein Konzept für die Zukunft

Kein Live-Publikum, Laudationen und Dankesreden per Videokonferenz: Die Verleihung des Deutschen Filmpreises sah gestern wegen der Corona-Epidemie ganz anders als sonst – (k)ein Modell für die Zukunft?

Online-Verleihung: So öde war der Deutsche Filmpreis 2020

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