Schönheit ist das schärfste Werkzeug: Neues Album von “The 1975” – Top News

0

Für Matthew Healy äußert sich Schönheit in Originalität und Vielfalt.

In einer stilistischen Bandbreite, die von Ambient über R&B, Orchester-Pop und Indie-Rock bis zu Folk reicht.

Ein kunterbunter Torso, der bisweilen abenteuerlich anmutet und 22 Stücke in epischen achtzig Minuten umfasst.

Damit erinnert “Notes On A Conditional Form” an das “White Album” der Beatles oder “Quadrophenia” von “The Who”.

Ein ambitioniertes Werk, das die unterschiedlichen Interessen der Band aufzeigt, die Gegenwart reflektiert und – so Healy – mehr sein will als einfach nur Musik: “Mich erinnert es an den Film ‘Die Reifeprüfung’, wo man sich am Ende fragt, wohin will dieses Pärchen? Hat es genug Geld? Hat es Klamotten dabei? Da findet eine cineastische Dekonstruktion statt und man denkt: ‘Das ist unmöglich das wahre Leben.

Tun Sie mir einen Gefallen: Bitte TEILEN Sie diesen Beitrag.

‘ Es ist einer der wenigen Filme, bei denen der Zuschauer das cineastische Erlebnis überwindet und sich an die Realität erinnert.

Unser Album ist ähnlich: Da wird nichts mit Schleifchen verpackt, sondern es geht um das Echte und Wahre.

“Notes On A Conditional Form”, Polydor, als Download ca.

elf Euro, Audio-CD 16,70 Euro, Vinyl ca.

30 Euro.

“The 1975” haben Mut – sie servieren einen eigenwilligen musikalischen Hybrid und sagen, was vielleicht viele ihrer Kollegen denken, aber aktuell nur wenige auf den Punkt bringen.

Schließlich sehen sich Healy & Co.

als politische Musiker, als Protest-Künstler.

Damit scheinen ältere Hörer und gerade Kritiker durchaus Probleme zu haben – während sich Brian Eno und U2 als Fans outen, so Matthew Healey: “Es ist schon ziemlich seltsam.

Unsere Band steht tatsächlich für einen gewaltigen Generationskonflikt.

Allerdings scheint sich das langsam zu ändern, denn wir sind ja auch schon Anfang dreißig und was wir sagen, stößt bei älteren Leuten durchaus auf Gehör.

Wir stehen zwar für das Neue, befassen uns aber auch mit der Geschichte – was zur Folge hat, dass sich mittlerweile Menschen aus allen Altersgruppen für uns interessieren.

Und das ist cool.

Früher hatten wir da ein riesiges Problem.

Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen.

Hier geht’s lang!

Die Band steht nach eigener Auffassung für den Generationenkonflikt, will sich an die Jungen wenden und trotzdem mit Geschichte auseinandersetzen.

Frontmann Matthew Healey arbeitet sich an den USA ab und ließ sich von der “Reifeprüfung” inspirieren.

Von wegen, die Rockmusik ist tot: “The 1975” aus Manchester zeigen, dass sie immer noch sehr lebendig ist.

Dass man mit Anspruch und Meinung extrem erfolgreich sein kann.

Und dass es wichtig ist, in seiner Musik aktuelle sozio-politische Themen aufzugreifen.

So auch auf ihrem vierten Album “Notes On A Conditional Form”, das gerade erschienen ist.

Sänger Matthew Healy sagte gegenüber dem BR: “Ich würde mich schuldig fühlen, wenn ich Musik machen würde, die zu einfach wäre.

Und ich komme mir missverstanden vor, wenn Leute behaupten, unsere Songs wären oberflächlicher Pop.

Das Gegenteil ist der Fall.

Wir bemühen uns um richtig schöne Musik.

Denn Schönheit ist das schärfste Werkzeug, das es gibt.

Sie sorgt dafür, dass sich die Leute öffnen.

Hast du also Ideen, die du vermitteln willst, musst du sie nur nett verpacken – dann hört man dir zu.

Ein Gastauftritt von Greta Thunberg, die zu zivilem Ungehorsam aufruft: Das passt zu einem Album, das einem Ruf zu den Waffen gleicht – einem glühenden Manifest gegen den Brexit, gegen die Gier und Skrupellosigkeit der Mächtigen und Reichen, und nicht zuletzt gegen die Homophobie, den Rassismus und den offenen Sexismus der Trump-Regierung.

Matthew Healy: “Viele meiner Songs befassen sich mit den USA.

Ich halte dem Land den Spiegel vors Gesicht – weil ich dort in den letzten zehn Jahren viel Zeit verbracht habe.

‘Jesus Christ 2005 God Bless America’ handelt zum Beispiel von der religiösen Unterdrückung junger Menschen – und dem mentalen Gefängnis, in dem sie dort leben.

Trotzdem ist der Song keine Dokumentation, sondern er schildert meine subjektiven Eindrücke.

Er verdeutlicht, was ich fühle – aber er ist keine Dissertation zu diesem Thema.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

.

.

In unserem kulturWelt-Podcast sprechen wir täglich über das, was die Welt der Kultur bewegt.

Hier abonnieren!

Nichts mit Schleifchen verpackt

Früher hatten wir ein “riesiges Problem”

Die Band steht nach eigener Auffassung für den Generationenkonflikt, will sich an die Jungen wenden und trotzdem mit Geschichte auseinandersetzen.

Frontmann Matthew Healey arbeitet sich an den USA ab und ließ sich von der “Reifeprüfung” inspirieren.

Schönheit ist das schärfste Werkzeug: Neues Album von “The 1975”

Share.

Leave A Reply