So wurde vor 75 Jahren Dachau befreit – Top News

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Zum 75.

Jahrestag der Befreiung hatte die KZ- Gedenkstätte eine große Befreiungsfeier geplant, die am Sonntag stattfinden hätte sollen, und eine Woche mit vielen Begegnungen.

Umso bitterer war die Absage wegen der Corona-Krise, bedauert Gedenkstätten-Leiterin Gabriele Hammermann: “Insgesamt mehr als 70 Überlebende und 19 US-Soldaten, die das KZ Dachau und seine Außenlager 1945 befreit haben – die wollten alle zu dieser Veranstaltung kommen.

Manche von ihnen erstmals seit 75 Jahren!”

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Ein Ersatz für die Treffen und Begegnungen vor Ort werden diese Angebote aber nicht sein.

Da ist man sich in der KZ-Gedenkstätte sicher.

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Es waren keine “Wachspuppen”, die da überall verstreut auf dem Boden lagen, wie US-Soldaten zunächst dachten: Berge von Leichen erwarteten sie, als ihr Vormarsch das Konzentrationslager erreicht hatte.

Das Gedenken findet in diesem Jahr online statt.

Es ist Sonntag, der 29.

April 1945, später Nachmittag, gegen 17 Uhr.

Die US-Army erreicht das Konzentrationslager Dachau und befreit hier über 30.

000 Häftlinge.

Einer von ihnen ist Wladyslaw Feierabend, ein politischer Häftling aus Prag.

Er erinnert sich noch heute an den Moment, als die Lagerhäftlinge den ersten Jeep der Amerikaner ankommen sehen: “Na ja, das war Jubel! Da sprangen alle auf!” Isaak Ackermann, ein jüdischer Häftling, der aus Polen stammt, ist allerdings so schwach, dass er nicht mehr auf den Appellplatz laufen und die Amerikaner begrüßen kann: “Ich weiß nur eine Sache: Auf dem Appell, in Dachau, ein Tag vor der Befreiung, und ich stehe neben einem Jugoslawen, der nimmt mich unter den Arm: ‚Junge, halt durch!‘, sagt er: ‚Halt durch, morgen kommen die Amerikaner!‘ Woher er das gewusst hat, weiß ich nicht.

Und der hat mich solange gehalten, bis der Appell vorbei war.

Dann bin ich zurück in die Baracke.

Am nächsten Tag kamen wirklich die Amerikaner.

Ich hab nur den Jubel gehört, ich hab mich nicht rühren können.

Wenn er bei den Appellen kurz vor der Befreiung umgefallen wäre, hätte das seinen Tod bedeutet, betont Isaak Ackermann: “Der hat mir das Leben gerettet, der hat mir das Leben gerettet!” Bevor die US-Army das eigentliche KZ erreicht, stoßen die GIs auf einen Zug voller Leichen.

Es ist ein Transport aus dem KZ Buchenwald.

Als amerikanischer Soldat kommt Georg Stefan Troller, ein Jude aus Wien, am 1.

Mai nach Dachau und da steht der Zug noch immer da.

Troller, später ein bekannter Journalist, macht Fotos, die heute wichtige Zeitdokumente sind: “Zuerst, als ich da eintrat und es lagen diese ganzen Leichen herum, habe ich mir gedacht, das sind Wachspuppen, die ein wahnsinnig gewordener Anatom da ausgestreut hat, vielleicht, damit die amerikanische Wochenschau was zu drehen hat in dem Lager.

Und dann erst sah ich, dass das alles meine Leute waren und ich ebenso gut da hätte liegen können, wenn mich nicht so und so viele Zufälle gerettet hätten.

Jeder von uns hätte da liegen können.

Die KZ-Gedenkstätte Dachau hat über 30 solcher Statements eingeholt.

Aus Russland hat Lidia Tschirkina geschrieben: “Kein Volk braucht den Krieg.

Das Leben im Konzentrationslager war erfüllt von Angst und Tod! Es sollte nicht so sein! Menschen müssen Menschen bleiben.

” Abgesagt werden musste in der KZ-Gedenkstätte Dachau auch die Eröffnung einer Ausstellung über das Außenlager Allach unter dem Titel “Zeitspuren”.

Die Präsentation ist fertig und wird im Mai online eröffnet.

Ausstellungsmacherin Anja Henschel: “Wir waren sehr schnell gezwungen über andere Vermittlungsmethoden nachzudenken und eine Erkenntnis für uns war, dass wir auch bei künftigen Ausstellungen von Anfang an digitale Angebote mitplanen werden.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

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“Die Erinnerungen werden mich immer verfolgen”

Am Sonntag wird die KZ Gedenkstätte dann Botschaften von Überlebenden online stellen, die sie aus aller Welt eingeholt hat.

Einer der Autoren ist David Lenga aus Polen, der heute in den USA lebt: “Als ich von Auschwitz aus am 31.

August 1944 in das KZ Dachau geworfen wurde, fand ich mich in einer Hölle auf Erden wieder.

Dann wurde ich in das schreckliche Arbeitslager Kaufering verlegt.

Diese Erinnerungen werden mich immer verfolgen.

Es waren keine “Wachspuppen”, die da überall verstreut auf dem Boden lagen, wie US-Soldaten zunächst dachten: Berge von Leichen erwarteten sie, als ihr Vormarsch das Konzentrationslager erreicht hatte.

Das Gedenken findet in diesem Jahr online statt.

So wurde vor 75 Jahren Dachau befreit

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