Verteidigung eines Pontifikats: Eine Biografie für Benedikt-Fans – Top News

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Denn Seewald begleitet Ratzinger auch nach der Papstwahl.

Ihm war es als einzigem Journalisten gelungen, ein ausführliches Gespräch mit dem Papst zu führen und zu veröffentlichen.

Ein Buch über Benedikt XVI.

für Fans von Benedikt XVI.

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: Die neue Papst-Biografie von Peter Seewald ist spannend erzählt, aber im offenkundigen Bemühen, Benedikt zu verteidigen.

Kritik am Pontifex gibt es nur in kleinen Dosen.

1993 hat Peter Seewald den damaligen Kardinal Ratzinger zum ersten Mal getroffen.

Peter Seewald sollte für das Magazin der Süddeutschen Zeitung ein Porträt schreiben über diesen Mann, der in Deutschland vor allem als “Panzerkardinal” wahrgenommen wurde: Joseph Ratzinger, dem damaligen Präfekten der römischen Glaubenskongregation, hat die Begegnung und der daraus resultierende Artikel wohl gefallen.

“Es gab ein festgesetztes Bild von Ratzinger.

Es war sehr praktisch, dieses Bild immer wieder zu wiederholen.

Aber wenn man genau hinschaut, dann zeigt sich auch, dass vieles an diesem üblichen Bild falsch ist, dass es ein Zerrbild ist”, sagt Peter Seewald.

Eine Biografie, geschrieben von seinem größten Fan

Benedikt hat mit dem Zölibat gerungen

Interviews mit rund 100 Zeitzeugen

Biografie als Verteidigungsschrift

Kritik nur in kleinen Dosen

Ratzinger und die Journalisten

Nach seinem Rücktritt trafen sich die zwei noch einmal für “letzte Gespräche”, die vor allem dem Zweck dienten, Material für die große Ratzinger-Biografie vorzulegen, die nun veröffentlicht worden ist.

Ein Jahrhundertleben, von der Kindheit in Bayern bis zum Rückzug in ein Kloster im Vatikan, erzählt aus der Perspektive eines seiner größten Fans:

Ein Buch über Benedikt XVI.

für Fans von Benedikt XVI.

: Die neue Papst-Biografie von Peter Seewald ist spannend erzählt, aber im offenkundigen Bemühen, Benedikt zu verteidigen.

Kritik am Pontifex gibt es nur in kleinen Dosen.

Als er nach dem Krieg im Schloss Fürstenried, vor den Toren Münchens Theologie studierte, da gab es eine Kommilitonin, die es ihm angetan hatte.

“Waren Sie verliebt in ein Mädchen?”, “Könnte man so interpretieren”, antwortet der Papst Emeritus im letzten Interview mit Seewald.

Der Verlag kündigt die Biografie etwas großspurig als “Opus Magnum” an.

Auf 1.

152 Seiten schreibt Seewald gegen dieses Zerrbild an und widerlegt beispielsweise das Klischee vom vergeistigten Theologie-Professor.

Ratzinger habe durchaus mit dem Zölibat gerungen – also mit der priesterlichen Verpflichtung zur Ehelosigkeit.

Beinahe hätte die Universität München seine Habilitationsschrift nicht angenommen.

Damit wäre die wissenschaftliche Karriere vorbei gewesen.

Joseph Ratzinger als einfacher Gemeindepfarrer? Unvorstellbar.

Aber einer, der die kirchliche Karriereleiter unbedingt nach oben klettern wollte, sei Ratzinger auch nicht gewesen.

Seewald scheut sich nicht neben all der hohen Theologie und komplexen Kirchenpolitik auch diese Seiten in der Biographie zu beleuchten.

Er habe mit etwa 100 Zeitzeugen gesprochen, um das Bild Ratzingers zu vervollständigen.

Spannend wird es besonders dann, wenn sich so etwas wie ein Bruch in der Vita andeutet.

Verteidigung eines Pontifikats: Eine Biografie für Benedikt-Fans

In den ersten Jahren wird Benedikt XVI.

noch bejubelt.

“Wir sind Papst!” Dann gibt es immer häufiger Kritik: die Regensburger Rede, der Fall Williamson, die Missbrauchskrise.

Und Seewalds Buch wird zur Verteidigungsschrift eines Pontifikats.

Mal ist es der unerfahrene Pressesprecher, mal der unfähige Apparat, der Benedikt eine Krise beschert.

Wie die Geschichte weitergeht, ist bekannt: Joseph Ratzinger wird Präfekt der Glaubenskongregation und 2005 der erste deutsche Papst seit 500 Jahren.

Dass das Pontifikat Benedikts selbst von wohlmeinenden Begleitern als Übergangspontifikat und von seinen Kritikern als gescheitert wahrgenommen wird, dafür macht Seewald vor allem die Journalisten verantwortlich, die eben immer “ihr Zerrbild von Joseph Ratzinger” bestätigt sehen wollten.

Kritik am Pontifex lässt Seewald nur klein dosiert zu: Er sei kein Manager, könne nicht Nein sagen und habe keine gute Hand bei Personalentscheidungen.

“Aber wenn er mal Menschen in seiner Umgebung hat, dann lässt er die nicht fallen.

Da gibt es fast eine Art Nibelungentreue”, sagt Peter Seewald.

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