Viel Lärm um Nichts? Die Satire “The Hunt” von Craig Zobel – Top News

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Erst thematisierten Branchenblätter das kontroverse Potenzial des Films, dann schoss sich Fox News auf den Film ein und kurz darauf schrieb Trump auf Twitter, dass das liberale Hollywood in höchstem Maße rassistisch sei.

Mitte März, als “The Hunt” in den USA schließlich doch veröffentlicht wurde, blieb der Aufschrei aus.

Und auch das Testpublikum, das den Film dem Verleih zufolge direkt nach den Massenschießereien gesehen hat, soll keinerlei Parallelen gezogen haben.

Das wirklich verbindende Element zwischen Fiktion und Realität sei der im Film versteckte Kommentar auf das destruktive Potential von Social Media, resümiert Produzent Jason Blum: “Social Media spielt eine sehr wichtige Rolle in “The Hunt”, denn in dem Film geht es um übereilte und falsche Eindrücke.

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Und eins der großen Probleme von Social Media sind die kleinen Infohappen, die die Leute wütend machen und zu Missverständnissen führen.

In “The Hunt” geht es um viele Aspekte, aber das ist einer der wichtigsten.

Ein Tweet von Trump und am nächsten Tag war der Kinostart in den USA abgesagt: “The Hunt” ist ein Film, der für mächtig Aufruhr gesorgt hat.

Jetzt gibt es die Satire auch hier als Stream.

Zeit für einen Test: War die Aufregung berechtigt?

Dieser Schuss ging nach hinten los: Eigentlich sollte “The Hunt” Liberale und Konservative gleichermaßen ins Visier nehmen und ein überspitzter Kommentar auf die gespaltene US-Gesellschaft sein.

Aber der erste Trailer der Satire wurde zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt veröffentlicht: Ende Juli, nur wenige Tage vor den Massenschießereien im texanischen El Paso und in Dayton, Ohio.

Kein guter Zeitpunkt für einen Film, in dem eine selbsternannte linke Elite mit immensem Waffenaufgebot Jagd auf Andersdenkende aus dem rechten Lager macht.

Die Konsequenz: Im Netz wurde wild diskutiert, der Verleih reagierte und verschob den für September 2019 geplanten Kinostart von “The Hunt” auf unbestimmte Zeit.

Das Ironische daran: Gesehen hatte den Film zu diesem Zeitpunkt kaum jemand, sagt Drehbuchautor und Produzent Damon Lindelof: “Ironischerweise war der Film dazu gedacht, über uns selbst zu lachen – weniger über andere.

Ich finde nicht, dass er bösartig ist.

Deswegen war ich auch so irritiert, als es losging.

Und umso größer war die Erleichterung nach den ersten Publikumsreaktionen, die lauteten: Oh! In dem Film geht es um etwas ganz anderes!”

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“Wir betonen bewusst die Klischees, damit die Stereotypen enttarnt werden”, heißt es an einer Stelle des Films.

Die Dialogzeile wirkt wie eine Absicherung gegen satire-resistente Zuschauer.

Gleichzeitig betont sie, dass es “The Hunt” an einer Sache mangelt: der subtilen Gesellschaftskritik, die in anderen von Jason Blum produzierten Filmen wie etwa dem oscar-prämierten “Get Out” steckt.

“The Hunt” ist eher etwas für Freunde des Splatter-Humors – und bewegt sich somit in einem Genre, das schon immer mit den Grenzen des guten Geschmacks kokettiert hat.

Fanatismus am linken und am rechten Rand

Die Botschaft des Films macht Blum damit größer, als sie ist.

Denn “The Hunt” ist nicht viel mehr als grotesker Eskapismus, der nach links und rechts austeilt.

Die Gejagten – Rassisten, Homophobe und Stand-your-ground-Verfechter – werden über ihre Social-Media-Aktivitäten selektiert, das ja.

Auch die Bigotterie manch “woker” Liberaler wird auseinandergenommen, die sich im echten wie im digitalen Leben in politischer Korrektheit ereifern und dabei Züge des Fanatischen entwickeln.

Ein Tweet von Trump und am nächsten Tag war der Kinostart in den USA abgesagt: “The Hunt” ist ein Film, der für mächtig Aufruhr gesorgt hat.

Jetzt gibt es die Satire auch hier als Stream.

Zeit für einen Test: War die Aufregung berechtigt?

Viel Lärm um Nichts? Die Satire “The Hunt” von Craig Zobel

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