Warum das Infektionsschutzgesetz ein ganz besonderes Hörbuch ist – Top News

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Man würde verrückt, wenn man sich das merkte, vermutet Christoph Maria Herbst.

Allerdings geht ihm ein Satz nicht mehr aus dem Kopf: “Da ging es um die Quarantäne, da hieß es irgendwie: Wenn der Betroffene den seine Absonderung betreffenden Anordnungen nicht nachkomme oder mit seinem bisherigen Verhalten sich nicht der Situation anpasst und den entsprechenden Anordnungen nicht ausreichend Folge leiste, dass man ihn dann zwangsweise durch Unterbringung in einem abgeschlossenen Krankenhaus (vulgo Psychiatrie) oder in dem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses (vulgo Psychiatrie) absondern kann! Also das sind so Sätze, wo ich irgendwie dachte: Hier wird kräftig über das Kuckucksnest geflogen.

Da hatte ich schon die dystopischsten Anwandlungen in dem Moment und hörte schon die Kettensägen.

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Gerade eben hat Christoph Maria Herbst das deutsche Infektionsschutzgesetz als Hörbuch in einem Studio eingelesen.

Da drängt sich natürlich die Frage nach seinem Befinden auf – die Antwort kommt etwas verzögert: “Ja, warten Sie, ich nehme eben die Maske ab.

So verstehen Sie mich, glaube ich, besser? Ich musste das mit so einem Mundschutz vorlesen, weil wir die Vorschriften des Infektionsgesetzes auch beim Einlesen des Gesetzes natürlich sehr ernst genommen haben.

Ich habe Krankheiten kennengelernt, die ich vorher nicht kannte, auch gerne nicht kennengelernt hätte.

Heute bleibt die Küche kalt.

Soviel kann ich, glaube ich, sagen.

“Infektionsschutzgesetzt (IfSG), § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes: […] und unter Beachtung der gegenüber dem Ausscheider und der Gemeinschaftseinrichtung verfügten Schutzmaßnahmen die dem Betrieb der Gemeinschaftseinrichtung dienenden Räume betreten, Einrichtungen der Gemeinschaftseinrichtung benutzen und an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung teilnehmen.

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Wer in diesen Corona-Zeiten sämtliche Klassiker der Weltliteratur durch hat, sollte es mal mit diesem Hörbuch versuchen: „Das Infektionsschutzgesetz“, gelesen von Christoph Maria Herbst.

Natürlich mit Mundschutz.

“Einer muss es ja machen“, sagt er.

Ҥ 6 Meldepflichtige Krankheiten.

(1) Namentlich ist zu melden: 1.

der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf die folgenden Krankheiten: a) Botulismus, b) Cholera, c) Diphtherie, d) humane spongiforme Enzephalopathie.

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Spätestens bei solch einem Satzungetüm kann man als Laie irgendwann nicht mehr auf den Inhalt achten, genießt es dann aber durchaus wie ein dadaistisches Happening, wenn gefährliche Krankheitserreger und Fach- und Bürokratenbegriffe nur noch fröhlich sinnentleert an den Ohren vorbei sausen:

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Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 34 Gesundheitliche Anforderungen, Mitwirkungspflichten, Aufgaben des Gesundheitsamtes: (2) Ausscheider von

Wer jetzt noch unsicher ist, ob er als Audiobuch Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” hören möchte oder doch lieber das Infektionsschutzgesetz, dem rät Christoph Maria Herbst: “Joah.

Alles zu seiner Zeit.

Wenn ich mich beispielsweise zu staatskritisch äußere und erst mal weggesperrt werde, dann lohnt sich, glaube ich, der Proust, weil der hat eine Hördauer von, glaube ich, zwanzig Stunden.

Ich bringe es mit dem Infektionsschutzgesetz auf schlappe vier, fünf Stunden.

Da reicht der Aufenthalt in der Klapse natürlich nicht.

Das ist dann das Buch wirklich für so eine schöne pandemische Situation, wie wir sie jetzt haben, auf der Dachterrasse.

Noch ein Beispiel gefällig?

Ein Text mit Thomas-Mann’schen Sätzen

Ein Hörbuch für schöne pandemische Situationen

Wer sich nun wundert, dass Herbst unmittelbar nach der stundenlangen Arbeit an der Aufnahme dieses trockenen wie hochaktuellen Fachtextes bestens gelaunt ist und dahinter eine gewisse masochistische Veranlagung vermutet, der sollte wissen: Dieser Schauspieler hat schon das Bürgerliche Gesetzbuch und die Straßenverkehrsordnung vorgelesen.

Er ist also ein erfahrener und pflichtbewusster Gesetzestext-Interpret.

Wobei da diesmal fast kein Raum für Interpretation blieb, meint der Schauspieler: “Also mir ging es darum, meinen inneren Jan Hofer zu finden und das Ding eben so wertfrei und trotzdem so verständlich wie eben möglich vorzulesen, es eben nicht gebetsmühlenmäßig runterzubeten.

Immer eingedenk der Tatsache, dass da wirklich Thomas-Mann’sche Sätze bei sind.

Die Lektüre des Infektionsschutzgesetzes hat Herbst einerseits beruhigt, weil das Gesetz ein Ausdruck davon ist, dass sich der Gesetzgeber auf eine Pandemie vorbereitet hat und dann wohl auch in der Lage ist, die Bevölkerung entsprechend zu schützen.

Nervös habe ihn gemacht, dass das Robert-Koch-Institut auf einmal eine unglaubliche Macht erhalte und wie zu einer weiteren Staatengewalt werde.

Wer in diesen Corona-Zeiten sämtliche Klassiker der Weltliteratur durch hat, sollte es mal mit diesem Hörbuch versuchen: „Das Infektionsschutzgesetz“, gelesen von Christoph Maria Herbst.

Natürlich mit Mundschutz.

“Einer muss es ja machen“, sagt er.

3.

Salmonella Typhi

2.

Corynebacterium spp.

, Toxin bildend

1.

Vibrio cholerae O 1 und O 139

4.

Salmonella Paratyphi.

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Warum das Infektionsschutzgesetz ein ganz besonderes Hörbuch ist

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