Warum die Villa Poelzig nicht abgerissen werden darf – Top News

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“Aus einer kleinen Petition mit anfangs 50 Unterstützern sind mittlerweile 4.

000 Unterstützer geworden, das Ganze ist jetzt eine Art Selbstläufer.

Und mittlerweile ist auch die Presse da und fragt nach,”sagt Missal.

Das Besondere an der Villa: Es handelt sich um den wohl ersten umgesetzten Entwurf eines Baus der Moderne in Deutschland durch eine Architektin.

Marlene Moeschke-Poelzig gründete 1920 als junge Frau mit Hans Poelzig, ihrem späteren Ehemann, ein Bauatelier.

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Er war damals einer der einflussreichsten Baumeister in Deutschland, sie als Bildhauerin und Architektin eine Künstlerin, die die Raumkunst revolutionieren wollte.

Die Villa im Berliner Westend gilt als fulminanter Entwurf, und war das am meisten publizierte Berliner Einfamilienhaus der Weimarer Republik.

Renommierte Architekten haben inzwischen Briefe an den Regierenden Bürgermeister Berlins geschrieben.

Noch ist Hoffnung.

Allerdings wenig.

Der zuständige Landeskonservator antwortete diese Woche auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks: “Das Haus … wurde 1954 in einem so umfänglichen Maß den Vorstellungen seiner neuen Eigentümer anverwandelt, dass aus keiner der daraus resultierenden Betrachtungsweisen eine Eintragung in der Berliner Denkmalliste gerechtfertigt werden kann.

Das Berliner Landesdenkmalamt hat das bisher nicht anerkannt – wegen der umfangreichen Umbauten in den Fünfzigerjahren.

Dabei ist das Haus auch als deutsches Kulturdenkmal bedeutend, in dem sich Geschichte wie in einem Mikrokosmos ereignet hat.

Moeschke-Poelzig versteckte in der Villa während der Nazizeit die jüdische Konzertsängerin und Schauspielerin Ursula van Diemen.

Dann, nach dem Tod ihres Mannes Hans Poelzig und dem Auszug, wurde das Anwesen ausgerechnet an Veit Harlan verkauft, den Propaganda-Regisseur des Dritten Reichs.

Er arbeitete in der Tannenbergallee 28 an “Jud Süß”, hat den Film dort wohl geschnitten und lud zur internen Premiere in seinen privaten Vorführraum ein.

Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen.

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Renommierte Architekten laufen Sturm gegen Abrisspläne in Berlin: Im Westend steht die Villa Poelzig vor dem Aus.

Das 1930 gebaute Wohn- und Atelierhaus ist wegweisend für die Moderne und – ein Novum damals – Entwurf einer Frau.

Die Pforte ist nur angelehnt und lässt sich leicht öffnen.

Das Dach des 1930 von Marlene Moeschke-Poelzig und ihrem Mann bezogenen Hauses in der Tannenbergallee 28 ist bereits abgedeckt.

Rund um die Villa liegen Ziegel und knirschen tönern unter den Füßen des Besuchers.

“Corona kommt uns zugute – so, dass keine weiteren Bauarbeiten mehr stattgefunden haben.

Das Dach ist abgedeckt, aber mit einer Plane gesichert, so dass keine Feuchtigkeit eindringen kann”, erklärt der Berliner Architekturhistoriker Kolja Missal den Stand der Dinge.

Vor rund zwei Monaten hat er die Petition zum Abrissstop für die Poelzig-Villa gestartet.

Das Gebäude wurde von einem unbekannten Investor erworben – ein neues Haus mit sechs Wohneinheiten soll entstehen.

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“Es ist absolut einmalig, was den Grundriss aus den dreißiger Jahren betrifft”, sagt Missal.

“Wir haben gleichberechtigt neben dem Arbeitsbereich von Frau Moeschke-Poelzig und Herrn Poelzig den Kinderbereich, der sehr zentral in den Baukörper integriert ist – mit, im Außenbereich, einer Kinderwasserlandschaft.

Und wenn man dann an die Emanzipationsgeschichte denkt, und was für einen Stellenwert die Frau in den zwanziger Jahren hatte, ist das eben einmalig.

” Hinter der Villa, auf der Gartenseite, steht eine Terrassentür offen.

Wenn man das verlassene und teilweise schon verwüstete Haus betritt, bekommt man sofort ein Gefühl für Marlene Moeschke-Poelzigs Idee fließender Übergänge und des modernen Gestaltungspotenzials der Räume für unterschiedliche Lebensabschnitte und Wohnformen.

Die moderne Villa einer Architektin

Fließende Übergänge

Ein Kulturdenkmal mit Geschichte(n)

Wer die Petition zur Rettung der vom vom Abriss bedrohten Poelzig-Villa im Berliner Westend unterschreiben will, findet sie im Internet auf der Website von change.

org.

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Warum die Villa Poelzig nicht abgerissen werden darf

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