Was macht ein Flughafenseelsorger, wenn es keine Reisenden gibt? – Top News

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Von seinem Arbeitsplatz aus schaut Franz Kohlhuber auf den Zentralbereich zwischen Terminal 1 und 2.

Die ökumenische Flughafen-Kapelle liegt auf der Galerie, über den Geschäften und Infoschaltern.

Die riesigen schwarzen Anzeige-Tafeln mit den Abflugzeiten sind fast leer.

Im Mai hat der Münchner Flughafen gerade mal fünf Prozent der durchschnittlichen Flug-Bewegungen verzeichnet.

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Pfingstferien sind Reisezeit! Millionen Passagiere sind jetzt normalerweise am Flughafen in München.

Heuer ist alles anders.

Viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit und auch für Flughafenseelsorger Franz Kohlhuber hat sich die Arbeit verändert.

Mit Menschen aus der ganzen Welt ins Gespräch kommen, sie trösten oder sich mit ihnen freuen, das liebt Franz Kohlhuber an seinem Beruf.

Der Katholik arbeitet als Seelsorger am Münchner Flughafen.

Doch wegen der Corona-Krise starten und landen seit Wochen kaum noch Flieger – also fehlen auch die Passagiere: “Es ist unglaublich, das ist normal der Ort – nicht umsonst Zentralbereich – wo die beiden Rolltreppen von der S-Bahn rauf wirklich Mengen von Menschen herbringen.

Aber es ist niemand da.

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000 Menschen arbeiten am Münchner Flughafen.

Özdogan Burak ist im Passagier-Service beschäftigt.

Normalerweise würde er jetzt, zu Pfingsten, zur Hochsaison, täglich unzählige Fragen am Info-Schalter beantworten.

Heute nicht.

“Man muss schauen, dass man die Zeit rumkriegt, während der Arbeit, das zieht sich wirklich ohne Passagiere”, sagt Burak und ergänzt: “Es ist ruhig, sehr sehr ruhig.

Die riesigen Anzeige-Tafeln mit Abflugzeiten sind fast leer

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000 Menschen arbeiten am Münchner Flughafen

Gebete in Buch für Anliegen haben sich geändert

Normalerweise trifft Flughafen-Seelsorger Kohlhuber in der Kapelle immer Menschen.

Gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen hilft er in der Not, begleitet Krankentransporte, kümmert sich um Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung oder um Obdachlose.

Aber jetzt hat er Zeit, viel Zeit.

Der 58-Jährige dreht nun seine Runden durch die leeren Abflughallen und sucht das Gespräch mit Mitarbeitern.

Die Kapelle steht 24 Stunden lang offen, für jeden.

In dem schlichten Raum mit den blauen Glaselementen können Besucher eine Kerze anzünden, für sich oder für andere.

Hier liegt auch ein Buch aus für persönliche Anliegen.

Am 8.

Januar hat jemand geschrieben: “Vor jeder Fernreise kommen wir hierher.

Es ist ein Innehalten, bevor das Unbekannte startet.

Danke für den Halt und Danke, dass wir reisen dürfen.

M, München”

Pfingstferien sind Reisezeit! Millionen Passagiere sind jetzt normalerweise am Flughafen in München.

Heuer ist alles anders.

Viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit und auch für Flughafenseelsorger Franz Kohlhuber hat sich die Arbeit verändert.

Özdogan Burak ist auf Kurzarbeit, wie die meisten Kollegen hier.

Er hofft, dass ab Mitte Juni wieder mehr Flüge stattfinden.

Franz Kohlhuber hört ihm zu.

Der Schwerpunkt seiner Seelsorge verlagert sich jetzt also von den Passagieren auf die Flughafen-Mitarbeiter.

Einer Mitarbeiterin wurde die Wohnung gekündigt, auch das noch.

Eltern im Homeoffice klagen über die Enge daheim.

Zwei Frauen baten um eine Kommunionfeier.

Die Freude über das Neugeborene ist für den Flughafen-Seelsorger ein Zeichen: Gott lasse die Menschen nicht alleine.

Und am 22.

März steht da: “Lieber Gott, schütze uns und unsere Familien in dieser schweren Zeit vor Corona.

Halte Deine Hand über uns! Stefan.

” Besonders freut sich Franz Kohlhuber über diesen neuen Eintrag, der wohl von einem Mitarbeiter stammt: “Gestern wurde ein Junge geboren, hinein in unsere Familie.

Gesund sind Mutter und Kind, in diesen besonderen Zeiten.

Etwas sehr Hoffnungsvolles.

Gottes Segen für die Familie.

Mit jeder Geburt ist der Wunsch groß, dass es weitergeht, das Leben und das Miteinander.

Was macht ein Flughafenseelsorger, wenn es keine Reisenden gibt?

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