Wie “Königin” die Zuschauer in den Richterstand hebt – Top News

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Es ist der Beginn eines Abhängigkeitsverhältnisses mit katastrophalem Ausgang.

Aus dem Bündnis zwischen dem sich zunehmend öffnenden Teenager und seiner mehr als 30 Jahre älteren Stiefmutter entspinnt sich eine Affäre.

Wobei der Zuschauer erst nicht weiß, ob diese nur im Kopf der sexuell frustrierten Anne stattfindet.

Bevor sie das erste Mal zu Gustav ins Kellerzimmer geht, sitzt sie hadernd auf dem Rand ihres leeren Ehebettes.

Die Kamera folgt ihr wie im Traum die Treppe hinab, zeigt unumwunden, wie sie den überraschten Jungen erst mit der Hand, dann mit dem Mund befriedigt und bleibt auch in allen nachfolgenden Szenen explizit.

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Kurz darauf sitzt Anne wieder auf der Kante ihres Ehebettes, als hätte sie sich nie fortbewegt.

Anne ist die Hauptfigur in dem dänischen Drama “Königin”.

In geschickt miteinander verwobenen Szenenfolgen lernen die Zuschauer, dass sie ihren Job ebenso sehr liebt wie ihren Mann Peter, einen Arzt.

Beide sind quasi doppelt verheiratet: miteinander und mit ihrer Arbeit.

Kommt ein nächtlicher Anruf, fährt Peter ins Krankenhaus und Anne widmet sich ihren Akten, die ohnehin als Bettlektüre auf dem Nachttisch liegen.

Die freizeitlose Existenz ermöglicht dem Paar ein Leben wie aus dem Hochglanzkatalog.

Sie haben zwei kleine Töchter, Zwillinge, wohnen in einem Designertraum aus Holz und Glas, idyllisch abgelegen am Rande eines Waldstücks irgendwo in Dänemark.

Eine Bilderbuchfamilie.

Wäre da nicht Gustav, Peters 16 Jahre alter Sohn aus einer früheren Beziehung, der vor kurzem in den Keller eingezogen ist.

Gustavs pubertärer Hass schürt kriminelle Energien und entpuppt sich als Belastungsprobe für die Familie.

Als er eines Tages etwas anstellt, das ihm ernsthafte Probleme mit der Polizei bescheren könnte, schaltet Anne instinktiv in den Arbeitsmodus und nutzt ihr Verhandlungsgeschick, um den Vorfall zu ihren Gunsten umzubiegen.

Sie ist die einzige Mitwisserin, nur ihr Schweigen kann Gustav vor größerem Ärger bewahren.

Ihre Forderung: Er soll sich besser in die Familie integrieren.

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Tabubruch und Psychothriller: Das dänische Erotikdrama “Königin” fordert sein Publikum.

Ein 16-Jähriger und seine deutlich ältere Stiefmutter führen eine verhängnisvolle Affäre.

Aber sind die Fakten wirklich so klar wie sie scheinen?

Wem kann man glauben? Wer manipuliert, wer verdreht die Fakten? Wenn vor Gericht Übergriffe und Sexualdelikte verhandelt werden, steht oft Aussage gegen Aussage.

Anne weiß das nur zu genau.

Als Anwältin vertritt sie häufig junge Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung geworden sind.

Oder war es doch einvernehmlicher Sex? Schließlich, so ein wiederkehrender Vorwurf der gegnerischen Seite, war das angebliche Opfer in der Vergangenheit kein Kind von Traurigkeit.

Viele ihrer Klientinnen wollen sich diesem Psychodruck nicht aussetzen und nehmen von einer Anklage Abstand.

Was Anne als hartnäckige Kämpferin für ihre Sache natürlich nicht ohne weiteres akzeptiert.

Um ein Gerichtsverfahren in die Wege zu leiten, muss sie manchmal all ihre Überredungskünste anwenden.

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“Königin” von May el-Toukhy kann über die gängigen Onlineplattformen als Stream erworben werden.

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass sich das Publikum vor den Kopf gestoßen fühlen und das Gesehene in Frage stellen wird.

Denn mit fortschreitender Handlung zeigt sich, dass “Königin” weit mehr ist als ein Erotikdrama.

Der Film wandelt sich schleichend zum Psychothriller und stellt die Wahrnehmung der Zuschauer auf die Probe: Ist der Tabubruch der beiden wirklich so einvernehmlich, wie er aussieht? Oder ist die Affäre nicht eher ein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis, in dem das Opfer mit Geschenken und dem Vorgaukeln von lang vermisster Nähe gelenkt wird wie eine Marionette? Und ist Gustav wirklich so kriminell und kalkulierend oder ist er doch nur ein normaler 16-Jähriger? Wer manipuliert, wer verdreht die Fakten? Die großartigen Darsteller, das kluge Drehbuch und die teils mit Twists arbeitende Regie versetzen den Zuschauer in den Stand eines alles hinterfragenden Richters, der gezwungen ist, sich mit den vielen Facetten von Machtmissbrauch auseinanderzusetzen.

Am Ende ergeben die zusammengesetzten Mosaiksteinchen ein Bild, das ein eindeutiges Urteil ermöglicht.

Abhängigkeitsverhältnis mit katastrophalem Ausgang

Weit mehr ist als ein Erotikdrama

Tabubruch und Psychothriller: Das dänische Erotikdrama “Königin” fordert sein Publikum.

Ein 16-Jähriger und seine deutlich ältere Stiefmutter führen eine verhängnisvolle Affäre.

Aber sind die Fakten wirklich so klar wie sie scheinen?

Wie “Königin” die Zuschauer in den Richterstand hebt

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