Zum 100. Geburtstag des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki – Top News

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Klar auch, dass es wohl nie mehr einen so wirkmächtigen Kritiker deutscher Zunge geben wird wie diesen – der so beliebt war, weil er selbst – wie nur wenige – die Literatur liebte, und aus enttäuschter Liebe mit vielen Autoren hart ins Gericht ging.

Sprach man den Großkritiker auf diese literarhistorische Ironie an, zitierte er diesen Fontane-Satz: allerdings falsch, in einer nachgerade Freudschen Fehlleistung: “Erst muss sein Krrittik, er lässt das diesen polnischen Kritiker, der in Berlin wirkt, sagen … äh: Erst muss sein Kunst, erst muss sein Literatur, aber danach kommt dann die Krrittik, das ist klar.

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Scharfsinniger Intellektueller, berühmter Kritiker und ein großer Entertainer: Marcel Reich-Ranicki wäre an diesem Dienstag 100 Jahre alt geworden.

Seine Leidenschaft für die Literatur zeigte sich nicht nur in seinen Kritiken.

Ernst genommen hat er die deutsche Literatur immer.

Angesprochen auf sein Verhältnis zur deutschen Sprache und Literatur, bemühte der in Polen geborene Marcel Reich-Ranicki oft Heinrich Heines Wort, die Juden hätten sich im Exil die Bibel zu ihrem “portativen Vaterland” gemacht.

Nicht die Heilige Schrift, wohl aber Romane, Erzählungen wie Gedichtbände deutscher Sprache waren für Reich-Ranicki noch am ehesten eine Heimat, ihre Lektüre hat ihn durch sein ganzes, früh von Verfolgung durch die Deutschen geprägtes Leben getragen.

Marcel Reich-Ranickis Leidenschaft für die Literatur zeigte sich nicht nur in seinen Kritiken, man erlebte sie auch von 1988 bis 2001 im Fernsehen: im “Literarischen Quartett”, einer Diskussionssendung, deren singulärer Charakter umso deutlicher wird, je mehr vergebliche Versuche unternommen werden, sie zu kopieren.

Es lag einfach an der einzigartigen Verve, mit der dieser Kritiker sprach.

Reich-Ranicki veröffentlichte seine Kritiken in Buchform.

Bezeichnend, dass sich der Sammelband “Lauter Verrisse” viel besser verkaufte als der mit Lobreden.

“Schlecht ist schlecht, und es muss gesagt werden.

Hinterher können dann andere mit den Erklärungen und Milderungen kommen”, diesen Satz Theodor Fontanes bemühte Reich-Ranicki gern.

Fast wie eine Romanfigur Fontanes kam er einem dabei selbst vor.

In Fontanes “Stechlin” nämlich tritt ein Kritiker namens Niels Wrschowitz auf, der mit langrollendem “r” und hartem, doppeltem “t” sagt: “Erst muss sein Kunst, gewiß, gewiß, aber danach muss sein Krittikk, weil es Krittikk ist, ist es gut.

Mag es auch sein Mißbrauch von Krittikk.

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Scharfsinniger Intellektueller, berühmter Kritiker und ein großer Entertainer: Marcel Reich-Ranicki wäre an diesem Dienstag 100 Jahre alt geworden.

Seine Leidenschaft für die Literatur zeigte sich nicht nur in seinen Kritiken.

Zum 100.

Geburtstag des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki

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